Warum Blechprofilroste, die eigentlich für rutschhemmende Laufwege gedacht sind, nicht prominent vors Gebäude hängen? Diese spannende Idee fesselt das niederländische Architekturbüro Cepezed schon seit langem. Als der Neuaufbau und die Umnutzung der ehemaligen Kakaofabrik in Helmond ausgeschrieben war, trug dieser Kunstgriff einmal mehr dazu bei, den Zuschlag der Gemeindeverwaltung zu erhalten. Die guten Erfahrungen, die Cepezed bei anderen Objekten gemacht hatte, sind in dieses Projekt eingeflossen. Ronald Schleurholts und sein Kollege Jan Houtekamer realisierten es.
Sie verwendeten wieder den Typ Lichtprofilrost des deutschen Herstellers Graepel aus eloxiertem Aluminium mit 2,5 Millimeter Materialdicke. Die Elemente sind zwischen 2.000 und 6.000 Millimeter lang, und 300 sowie 400 Millimeter breit. Mit einer Höhe von 75 Millimeter tragen sie kaum auf. Indes, ihre Wirkung entfalten sie in vielerlei Hinsicht. Reizvoll ist das Spiel aus Licht und Schatten: Je nach Blickwinkel und Tageszeit gestatten sie kaum Einblick von außen, wohl aber Ausblick von innen - und umgekehrt. Durch Schattenbildung beugen sie dem Aufheizen der dahinter liegenden Glasflächen vor, Schlagregen prasselt nicht gegen die Scheiben, der Winddruck ist geringer und je nach Montagedichte entsteht ein probater Einbruchschutz. Graffiti und Vandalismus haben wenig Angriffsfläche. Ihre moderne Anmutung bleibt über Jahre erhalten, denn die Elemente rosten nicht und bedürfen keiner Pflege.
Denken Sie unkonventionell
Der freie Querschnitt des Blechprofilrostes, also der unbeschränkte Flächenanteil, liegt übrigens bei rund achtzig Prozent. Damit korrespondiert das geringe Flächengewicht - ideal für die Nachrüstung am Bestand. Kurz um, es gibt viele gute Gründe für den Blechprofilrost als Fassadenelement.
Das Projekt gilt als gelungen: Das 1894 als Kakaofabrik errichtete Objekt ist zum beliebten Szene-Treff avanciert. Ein kultureller Hotspot einschließlich Musiktheater, Kino und Raum für Kunst und Veranstaltungen. Ergänzt durch Restaurant und Arbeitsbereiche für Unternehmen aus der Kreativwirtschaft der Stadt - alles verpackt in einem historischen Gebäude mit moderner Hülle.
