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Edelstahlgewebe schützt die Fußgänger vor Wind und Sonne auf der Brücke Pasarela del Arganzuela in Madrid. Foto: WZV/GKD/ARTEUNO WELT SL.

Gebäudehülle 2014-07-09T00:00:00Z Brücken: Gute Verbindungen mit Edelstahl

Brücken wurden als wahre Meisterwerke der Ingenieurskunst in allen Jahrhunderten zu Zeitzeugen der Entwicklung von Technik, Gesellschaft und Handelsbeziehungen. Seit etwa 15 Jahren gewinnt Edelstahl Rostfrei weltweit für den Bau von Auto- und Fußgängerbrücken zunehmend an Bedeutung. Neben der dauerhaften Korrosionsbeständigkeit sprechen das außergewöhnliche Leistungsspektrum und die Ökobilanz für diesen Werkstoff.

Herausforderndste Aufgabe bei der Konstruktion von Brücken ist bis heute die Statik. Neben den damit verbundenen Vorgaben an Belastbarkeit, Dehn- und Schwingungsverhalten der eingesetzten Baumaterialien spielen auch deren ästhetischen Eigenschaften eine entscheidende Rolle bei der Werkstoffauswahl.

Nach der DIN EN 1990:2010-12 und der europäischen Anwendungsnorm Eurocode 2 gelten Brücken als „monumentale Gebäude und Ingenieurwerke“, deren zentrale Tragwerke auch in anspruchsvoller Umgebung mindestens hundert Jahre halten müssen. Gefragt sind hier Befestigungen und Bauteile aus nichtrostenden Stählen mit Qualitätssiegel und den Widerstandsklassen III, IV oder V gemäß der ABZ Z-30.3-6. Neben der alltäglichen Nutzungsbelastung müssen sie selbst widrigsten Umwelteinflüssen dauerhaft standhalten. Auch Umbauten, die im Laufe der Jahre durch eventuelle Nutzungsänderungen erforderlich werden, dürfen die Korrosionsbeständigkeit nicht beeinträchtigen. Bevorzugt werden deshalb für Brücken austenitische Edelstähle vor allem in den Güten 1.4404, 1.4401 und 1.4571, aber auch in weniger korrosiven Umgebungen 1.4301 und 1.4307 eingesetzt. Zunehmend wählen die Planer auch nichtrostende austenitisch-ferritische Lean-Duplex-Stähle der Güten 1.4162, 1.4482, 1.4062 oder 1.4362.

Stabstahl, Rohre, Draht, Bleche oder Tafeln aus Edelstahl Rostfrei werden zu einem großen Spektrum an Bauelementen verarbeitet. Dieses reicht von A wie Auflagepunkte und Aussteifungsfachungen über B wie Befestigungen und Bodenplatten, weiter über Geländer, Gewinde, Handläufe, Kabel, Pylone, Seile und Treppen bis hin zu Z wie Zuganker oder -stangen.

Abhängig von den jeweiligen Umgebungsbedingungen und der darauf abzustimmenden Korrosionsbeständigkeit sowie den mechanischen Anforderungen an Festigkeit, Zähigkeit und Streckgrenzen erfolgt die Wahl der geeigneten Werkstoffgüte. Lean-Duplex-Stähle empfehlen sich dank ihrer – verglichen mit der Edelstahl-Rostfrei-Standardgüte 1.4404 – fast doppelt so hohen Streckgrenze für Konstruktionen mit langen Spannweiten.

Dort ermöglichen sie durch deutlich geringere Wandstärken eine signifikante Gewichtseinsparung. Grundsätzlich gewährleistet Edelstahl Rostfrei durch seine hohe Zähigkeit sogar in erdbeben- oder hurrikangefährdeten Regionen die erforderliche sichere Widerstandskraft.

Ein nicht zu vernachlässigender wirtschaftlicher Aspekt ist zudem der hohe Grad der Vorfertigung, der die Montage an der Baustelle erleichtert und die dafür einzuplanende Zeit entsprechend verkürzt.

zuletzt editiert am 26. April 2021
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