Erhard Göring mit Tochter Christine Waldschmidt
Eine erfolgreiches Geschäftsführer-Gespann: Vater Erhard Göring mit seiner Tochter Christine Waldschmidt, die auch Landesfachgruppenleiterin in Thüringen ist. Foto: Göring

Firmenportraits

28. August 2017 | Teilen auf:

Bundesfachgruppe: Firma Feinwerktechnik Göring vorgestellt

An dieser Stelle informieren wir Sie über Neuigkeiten aus der Bundesfachgruppe Feinwerkmechanik und stellen die Mitglieder und ihre Betriebe in loser Folge vor. Hier die Landesfachgruppenleiter Feinwerkmechanik für Thüringen Christine Waldschmidt und ihre Firma.

Weitere Infos finden Sie unter www.metallhandwerk.de/bundesfachgruppe-feinwerkmechanik .

Die Firma Feinwerktechnik Göring aus dem thüringischen Kaiseroda besteht heute seit 84 Jahren.
In der Firmengeschichte des mittelständischen Betriebes mit gegenwärtig 16 Mitarbeitern (davon drei Auszubildende) spiegelt sich auch ein wenig die deutsche Geschichte wider. Der Ursprung des Unternehmens geht auf die große Weltwirtschaftskrise Ende der 1920er, Anfang der 1930er-Jahre zurück.
Edmund Göring, der bei der Wintershall AG eine Ausbildung zum Dreher gemacht hatte, wurde 1930, auf dem Höhepunkt der Rezession, entlassen. Die Frage, wie es jetzt weitergehen sollte, beantwortete er für sich ganz pragmatisch: Er machte sich selbstständig. Mit 200 Reichsmark Startkapital und einer ersten gebrauchten Maschine fing alles an. Der Firmengründer legte 1930 vor der Handwerkskammer in Meiningen die Meisterprüfung ab.
Das Unternehmen machte sich in den folgenden Jahren einen guten Namen bei der Fertigung von Ersatzteilen für Landmaschinen bis hin zur Reparatur von Baumaschinen. Bohrgestängen, Gesteinsbohrmaschinen und Kiesbaggern.
Nach dem Krieg wurden der Firma durch die sozialistischen Vorstellungen von Privateigentum dem Betrieb schmerzliche Einschränkungen auferlegt. Zum Teil durften für alte Kunden keine Aufträge mehr erledigt werden, andererseits musste sich der Betrieb personell einschränken, um einer sozialistischen Zwangsenteignung zu entgehen.

Fit für die Zukunft

Nach dem Tode von Edmund Göring (1982) übernahm sein Sohn Maschinenbaumeister Erhard Göring, die Firma. Schrittweise wurde der Betrieb erweitert und so gehören heute auf 1.000 Quadratmeter Produktionsfläche zum Leistungsangebot: CNC-Drehen und -Fräsen, Verzahnungsarbeiten in Einzel und Kleinserien, Sondermaschinenbau und Reparaturen von Maschinen und Anlagen.
Gerade die ersten fünf Jahre nach der Wiedervereinigung waren schwierig. Viele alte Geschäftsbeziehungen brachen weg, neue Kontakte mussten erst geknüpft werden. Dabei hat sich bewährt, dass das Unternehmen auf Vielseitigkeit gesetzt hat. Neben der Zerspanung wurde der Metallbau mehr und mehr zu einem wichtigen Standbein. Die Geschäftsfelder Metallbau und Zerspanung entwickelten sich so gut, dass beide Bereiche erfolgreich getrennt werden konnten, um sie noch stärker zu profilieren.
Im Jahr 2010 trat die dritte Genration mit Christine Waldschmidt (geborene Göring) in das Unternehmen ein. Sie ist eine ausgebildete Wirtschaftsingenieurin (FH) und hatte zuvor zehn Jahre für ein großes deutsches Automobilunternehmen in Stuttgart gearbeitet.
Seit Bestehen des Unternehmens wurde großer Wert auf eine gute Ausbildung gelegt. Bisher konnten siebzig Lehrlinge mit Erfolg ausgebildet werden, für das Unternehmen ist es die beste Investition in die Zukunft.

Firmensteckbrief

Feinwerktechnik Göring, Kaiseroda

  • Gründung: August 1933
  • Geschäftsführer/in: Christine Waldschmidt, Erhard Göring
  • Produktionsfläche: etwa 1.000 Quadratmeter
  • Betriebsgelände: etwa 3.000 Quadratmeter
  • Mitarbeiter: 16 davon sind drei Auszubildende
  • Philosophie: Präzision in Dimension!
  • Produkte: CNC-Dreh-, Frästeile und Zahnräder in Einzel und Kleinserien und Sondermaschinenbau