Gruppenfoto von Teilnehmern des Bundesverbandstag Metall 2026 vor einer Präsentationsleinwand.
Die BVM-Spitze: (v.l.n.r.:) Diether Hils, Bernd Loosen, Christian Metges, Willi Seiger, Thoralf Volkens, Peter van Heiss, Detlef Lurz. (Quelle: M&T / John Siehoff)

Bundesverbandstag 2026 2026-05-13T08:26:48.078Z Was jetzt zählt!

Als Präsident des Bundesverbandes Metall (BVM) begrüße Willi Seiger am 8. Mai die 125 Teilnehmer des Bundesverbandstags im NH-Hotel Alexanderplatz in Berlin. „Es waren große Wahlversprechen vor einem Jahr, die Hoffnungen machten, aber der große Wurf blieb bisher aus“, beschrieb er die wirtschaftspolitische Lage. Er kritisierte politische Blockadehaltungen, die notwendige Veränderungen verhindere, auf Unverständnis stoße und die Menschen in eine falsche politische Richtung treibe. Der BVM-Präsident fasste zusammen: „Ich wünsche mir, dass die Politik nicht so sehr auf ihre persönlichen Ideologien schaut , sondern auf die Menschen, die das Land tragen. Ich wünsche mir, dass sich die Energien darauf bündeln, Politik und Wirtschaft zusammenzuschweißen. Im Diskurs und im Dialog, mit erkennbar guten Absichten. Ich wünsche mir eine Wende, in der Politik und Wirtschaft aufeinander zugehen.“

Prof. Dr. Dr. Friederike Welter skizzierte als Präsidentin des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) in Bonn die Herausforderungen und Chancen für den Mittelstand in Deutschland. Sie identifizierte anhand ihrer Studien die wachsende negative Auswirkung von Bürokratie für den Mittelstand. Auch formulierte sie scherzhaft in ihrem instruktiven Vortrag eine besondere Haltung mancher Unternehmer. Diese erfüllen einfach nicht alle bürokratischen Vorgaben oder Dokumentationsaufgaben, wenn es für ihren Betrieb möglichst schadlos machbar ist.

Ein großer Konferenzraum mit zahlreichen Teilnehmern, die einer Präsentation folgen.
Voller Saal: Der Bundesverbandstag war mit 125Teilnemern sehr gut besucht. (Quelle: M&T / John Siehoff)

Dominic Possoch, Wirtschaftsredakteur und Journalist beim Bayerischen Rundfunk, lieferte Zahlen, Daten und Fakten. Sein Vortrag zum Thema „Metallhandwerk ist Mittelstand, das Rückgrat der Deutschen Wirtschaft“. Er beleuchtete internationale Entwicklungen wie Zölle, den Rückgang von Fachkräften in Deutschland. Hinzu komme ein Mangel an Investitionen in unsere Wettbewerbsfähigkeit. Mit seinem launigen Vortrag unterbreitete er den Teilnehmern das Bild einer wirtschaftlichen Situation, die herausfordernd ist, aber andererseits auch keinen Anlass für Mutlosigkeit bietet.

In einer spannenden Podiumsdiskussion besprachen die Referenten Themen wie den Einsatz von KI in Handwerksbetrieben und die die Frage, warum das Handwerk mit seiner regionalen Verwurzelung einen so besonders großen gesellschaftlichen Beitrag leistet.

ZDH-Präsident Jörg Dittrich sprach über „Deutschland in der Dauerkrise – und was jetzt hilft: Wirtschaftspolitik für die 99 Prozent“. Kurz vor seinem Vortrag wurde bekannt, dass die von der Koalition beschlossene steuerfreie 1.000-Euro-Entlastungsprämie im Bundesrat abgelehnt wurde. Dittrich zeigte, dass die Handwerksorganisation hierzu einen erheblichen Beitrag geleistet habe. Hieran sei klar zu erkennen, dass Berufsorganisation einen wirklichen Sinn habe und auch politisch eine starke Wirkung erzielen kann. Er unterstrich die Bedeutung, die Öffentlichkeits-Wirkung im politischen Gestaltungsprozess in Berlin habe und stellte heraus, wie positiv das Handwerk sich gerade hier in den letzten Jahren entwickelt habe.

Als Vorsitzender der CSU im Bundestag stellte sich Alexander Hoffmann (MdB) den kritischen Fragen von BVM-Präsident Willi Seiger, Dominic Possoch, Friederike Welter und Jörg Dittrich nach einer Bekämpfung des wirtschaftlichen Stillstands und den notwendigen Reformen. Sein Appell an die Teilnehmer des Bundesverbandstages zielte auf einen weniger hitzigen Umgang mit der Politik. Auf dem schwierigen Weg bei der Umsetzung von Reformen sei die Koalition in Berlin auf die weitere Unterstützung des Mittelstandes angewiesen.

In einem Forum zum Thema „Nachwuchsgewinnung und zeitgemäße Aus- und Fortbildung“ diskutierten Deborah Kroef als Referentin Berufsbildung des BVM, Sandra Damaschke als Personal- und Marketingleiterin Metallbau Windeck, Katrin Rasch als stellvertretende Direktorin des Kölner Forschungsinstitut für Berufsbildung im Handwerk und Rolf Rehbold als Bereichsleiter Berufsbildung beim BVM diverse Themen rund um Ausbildung und Nachwuchsgewinnung.

Ein weiteres Forum beschäftigte sich mit der Frage: „Warum Normung im Mittelstand den wirtschaftlichen Erfolg sichert“. Miteinander diskutierten die Alexandra Horn als Abteilungsleiterin des DIN, Dr. Gesa Koglin als Referatsleiterin Innovation und Technik im ZDH, Klaus Mayerhofer als Geschäftsführer Metall-Zert sowie Karsten Zimmer als Bereichsleiter Technik beim BVM.

Das dritte Forum drehte sich um „Social Media und KI-Anwendung im Betrieb – praxisnah und konkret“. Hier kamen Praxisbeispiele von Isabel Schaefers als Geschäftsführerin G. Schaefers GmbH, Nico Höffer als Inhaber von NH Metalltechnik und Yannick Weber als Geschäftsführer WTMedia Solution.

Die aus dem WDR bekannte Journalistin Michaela Padberg moderierte den Bundesverbandstag. Er fand erstmals in seinem neuen Format in Berlin statt und erzielte bei den Teilnehmern große Anerkennung. BVM-Hauptgeschäftsführer Dieter Hils dankte in seinem Schlusswort den Teilnehmern und dem BVM-Organisationsteam für die gelungene Veranstaltung. Er stellte André Kohut als den neuen Verantwortlichen für Öffentlichkeitsarbeit im BVM und als Geschäftsführer des Metallportals vor (beides ab dem 1. Juni 2026). Der nächste Bundesverbandstag findet am 16./17. April 2027 in Berlin statt.

zuletzt editiert am 13. Mai 2026