Eine Nahaufnahme einer großen Anzahl von Messing-Verschraubungen, die ungeordnet in einem Haufen liegen und den Fokus auf die metallische Textur und die mechanische Präzision der Bauteile legen.
Die konjunkturelle Lage hat sich gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 spürbar verbessert. (Quelle: FMI)

Deutsche Drehteile-Industrie 2026-08-06T09:25:59.187Z Mehr Dynamik und wichtige Impulse

Nach einer längeren Phase wirtschaftlicher Zurückhaltung mehren sich in der Drehteile-Branche die Anzeichen einer Erholung. Der aktuelle Halbjahresbericht des Verbands der Deutschen Drehteile-Industrie belegt eine positive Entwicklung bei Auftragseingängen und Umsatz.

Für die Auswertung des ersten Halbjahres 2026 wurden die Angaben von 44 Verbandsmitgliedern mit insgesamt 7.266 erfassten Beschäftigten berücksichtigt. Das Ergebnis: Die konjunkturelle Lage hat sich gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 spürbar verbessert. Der Umsatz der befragten Unternehmen stieg um 3,9 Prozent. Auch der bereinigte Umsatz – ohne Berücksichtigung der Materialkosten – entwickelte sich mit plus 3,8 Prozent erstmals seit längerer Zeit wieder positiv.

Noch deutlicher zeigt sich die Belebung bei den Auftragseingängen. Mit einem Anstieg von 11,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum erhält die Branche wichtige Impulse für die kommenden Monate. Die durchschnittliche Auftragsreichweite bleibt mit 32,7 Wochen nahezu unverändert und bietet den Unternehmen weiterhin eine solide Planungsgrundlage. Ein wichtiger Stabilitätsfaktor ist das Auslandsgeschäft. Die Exportquote liegt mit 38,6 Prozent auf einem hohen Niveau, auch wenn sie etwas niedriger als der Wert von 2025 mit 40,7 Prozent ausfällt.

Verbesserte Auslastung, weniger Kurzarbeit

Die steigenden Auftragseingänge wirken sich zunehmend auf die Kapazitätsauslastung der Unternehmen aus. 40 Prozent der Betriebe berichten von einer verbesserten Situation, während lediglich 20 Prozent eine Verschlechterung feststellen. Auch die Zahl der Drehteilehersteller, die wieder mehr Überstunden verzeichnen, nimmt zu.

Am Arbeitsmarkt zeigt sich die Branche insgesamt stabil. Die Beschäftigtenzahl verringerte sich gegenüber dem Jahresbeginn zwar nochmals leicht um 63 Mitarbeitende, gleichzeitig meldet inzwischen fast jedes zweite Unternehmen Personalbedarf. Kurzarbeit spielt dagegen nur noch eine untergeordnete Rolle: Lediglich 6 Prozent der befragten Mitglieder griffen im ersten Halbjahr auf dieses Instrument zurück.

Ein professionelles Porträt eines reiferen Geschäftsmannes mit Brille, der ein weißes Hemd und ein dunkelblaues Sakko trägt und freundlich in die Kamera blickt.
„Die aktuellen Zahlen senden erste positive Signale für unsere Branche“, sagt FMI-Verbandsgeschäftsführer Werner Liebmann. (Quelle: FMI)

Investitionsbereitschaft bleibt das Sorgenkind

Trotz der insgesamt positiven Entwicklung setzen die Verbandsmitglieder ihr Kapital weiterhin äußerst zurückhaltend ein. Mit einer Investitionsquote von lediglich 4,2 Prozent wurde im ersten Halbjahr 2026 der niedrigste Wert seit Beginn der Erhebungen erreicht. Auch die realen Investitionsausgaben pro Mitarbeiter waren mit 3.551 Euro auf einem neuen Tiefstand. Der Schwerpunkt liegt unverändert im Produktionsbereich und dient überwiegend dem Ersatz bestehender Anlagen sowie der Sicherung vorhandener Kapazitäten.

Der Blick auf die kommenden Monate fällt freundlicher aus als noch im Vorjahr. 21 Prozent der Unternehmen erwarten eine Verbesserung ihrer Situation, 70 Prozent gehen von einer stabilen Entwicklung aus. Nur noch 9 Prozent rechnen mit einer weiteren Eintrübung. „Die aktuellen Zahlen senden erste positive Signale für unsere Branche“, sagt Verbandsgeschäftsführer Werner Liebmann. „Trotzdem müssen wir die historisch niedrige Investitionsbereitschaft sehr ernst nehmen, denn sie entscheidet maßgeblich über die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen in den kommenden Jahren.“

zuletzt editiert am 06. August 2026
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