Die Vorhangfassade des RKM Tower in Düsseldorf, die die Firma Ebener aus Bad Marienberg konstruiert, gefertigt und montiert hat, ist Sieger des Deutschen Metallbaupreises 2021. Foto: Ebener
Die Vorhangfassade des RKM Tower in Düsseldorf, die die Firma Ebener aus Bad Marienberg konstruiert, gefertigt und montiert hat, ist Sieger des Deutschen Metallbaupreises 2021. Foto: Ebener

Deutscher Metallbaupreis

30. October 2021 | Teilen auf:

Deutscher Metallbaupreis 2021: Sieger in der Kategorie Fenster, Fassade, Wintergarten

Der Sieg in der Kategorie Fenster, Fassade, Wintergarten geht an die Fassade des RKM Tower in Düsseldorf, die die Firma Ebener aus Bad Marienberg konstruiert, gefertigt und montiert hat. Lesen Sie, wie es dem Fassadenbauunternehmen bei dem Projekt gelungen ist, durch ein starkes Engineering zahlreiche technische Sonderlösungen durchdacht umzusetzen.

Der Auftragsumfang des Gewinners bestand - abgesehen von den Isolierglasfenstern und der Pfosten-Riegel-Anlage - in der Konstruktion, Fertigung, Lieferung und Montage der kompletten Gebäudehülle. Dazu gehören die doppelschalige Aluminium-Vorhangfassade, die Ganzglasgeländer, die Glasschiebedreh-Anlagen und die Sondergitterträgerkonstruktion der Pergola.

Eine Besonderheit bei der Vorhangfassade, den Glasgeländern und den Schiebedreh-Anlagen ist, dass sie sich eine gemeinsame Unterkonstruktion teilen. Hier waren also eine konstruktive Ausgleichsmöglichkeit für die Bautoleranzen und eine hohe Montagegenauigkeit erforderlich.

Die Vorhangfassade besteht aus kaum sichtbaren braun gepulverten Glattblechen als eigentliche Wetterschale. Die davor liegenden gelochten, weißen variierenden Wellenbleche haben eine rein optische Funktion und sollen die Entwurfsgedanken der Architekten zu den Wellen des Flusses, dem Nebel über dem Rhein und einem Zipper-Reißverschluss umsetzen.

Die Dachterrasse im 19. Obergeschoss wird von einer frei schwebend wirkenden Pergolakonstruktion überdeckt. Sie ist über eine aufwändige Gitterträgerkonstruktion am Rohbau befestigt und wird nur durch einige wenige, sehr filigrane Stahlstützen am äußeren Rand getragen.

Nachdem sich die Architekten für Aluminiumblech für die Fassadenbekleidung entschieden hatten, wurde die Firma Ebener bereits im Vorfeld konstruktiv beratend mit einbezogen.

Störende Windgeräusche ausschließen

Sie freuen sich über den Deutschen Metallbaupreis 2021, links Michael Greb und rechts Marc Goedert. Foto: M&T

Besonders anspruchsvoll: Es musste geklärt werden, ob durch die gelochten Bleche in der Fassadenbekleidung schallakustische Probleme in Form von störenden Windgeräuschen auftreten. Dazu wurden mit Musterblechen in Originalgröße im Windkanal an der Fachhochschule Aachen Tests durchgeführt. Durch geringfügige Anpassungen konnten solche Geräusche ausgeschlossen werden.

Zum anderen war die Entwicklung der Tragkonsole, die die Blechfassade, die Ganzglasgeländer und die Glasschiebedreh-Anlage aufnehmen kann, sehr anspruchsvoll. Zusammen mit dem Büro ATF aus Frankfurt wurde in einem umfangreichen konstruktiven und statischen Entwicklungs- und Bemusterungsprozess die endgütige Form mit einer ausreichenden Toleranzaufnahme ermittelt.

Gemeinsam mit dem Büro Imagine Computation aus Frankfurt wurden die Fassadenelemente parametrisiert, so dass sich die etwa 4.500 unterschiedlichen Wellen, die sich alle in Ausladung, Ausschnittgröße, Tiefe, Schenkellänge und Höhe unterscheiden, sinnvoll erfassen ließen und in maschinenverarbeitbaren Daten ausgegeben werden konnten.

Fazit:

Starkes Engineering

Der Gewinner hat hier eine sehr durchdachte Lösung für die Fassadenkonstruktion gefunden, bei der die Entwurfsideen des Architekten mit einem hohen technischen Anspruch realisiert wurden.

Die doppelschaligen Aluminium-Vorhangfassade besticht ebenso wie die Unterkonstruktion durch starkes Engineering und die durchdachte Umsetzung zahlreicher technischer Sonderlösungen, wie die speziell entwickelte Tragkonsole.

zuletzt editiert am 27.10.2021