„Wir fokussieren derzeit stark auf Angebote, die dem Metallbauer helfen, auf der Baustelle und in der Werkstatt kabellos zu werden“, sagt Lars Wittig als verantwortlicher Segmentleiter bei Hilti. (Quelle: M&T)

Interviews mit Branchenpartnern 4. October 2022 Elektrowerkzeuge: „Die beste Lösung in Bezug auf Leistung, Handhabung und Service“

Hilti hat mit „Nuron“ eine neue Akku-Plattform auf 22-Volt-Basis entwickelt. Als Segmentleiter für Zentraleuropa bei der Hilti Deutschland AG erläutert Lars Wittig, wo der Hersteller die großen Vorteile der neuen Akku-Plattform sieht.

Warum hat Hilti eine neue Plattform entwickelt?

Mit der neuen Akku-Plattform Nuron vereinfacht Hilti die Arbeit auf der Baustelle und das Gerätepark-Management grundlegend, bringt ein deutlich höheres Leistungsniveau und verbessert den Gesundheitsschutz. Nuron basiert auf einem einzigen Batteriesystem, das den gesamten Bereich von leichten bis schweren Anwendungen abdeckt. Als einzige Plattform ist Nuron eine vollkommen kompatible 22-Volt-Plattform für mehr als siebzig verschiedene Geräte – vom Bohrschrauber bis zum Abbruchhammer. Der Anwender profitiert von einer erhöhten Laufzeit der Akku-Geräte, die mit einer 22-Volt-Plattform eine höhere Leistung liefern als kabelgebundene und benzinbetriebene Geräte oder Hochspannungs-Akkusysteme. Es gibt weniger Ausfallzeiten. Die integrierte Diagnosefunktion informiert über den Zustand der Batterie. Datenbasierte Services vereinfachen die Verwaltung des Geräteparks. Und der Schutz der Mitarbeitenden und die Arbeitssicherheit werden verbessert. Unsere Technologien für Gesundheitsschutz und Sicherheit reichen von Staubabsaugungs- bis zu integrierten Schnellabschaltungssystemen, etwa bei Winkelschleifern.

Wo liegen aus Ihrer Sicht die Vorteile speziell für den Metallbauer? 

Mit der Nuron Akku-Plattform können die Kernanwendungen des Metallbauers wie Befestigungen auf der Baustelle komplett kabellos erfolgen und sind somit flexibel. Kernanwendungen in der Werkstatt, etwa bohren, trennen und schleifen, können, bis auf wenige Ausnahmen, ebenfalls komplett auf der Akkuplattform erfolgen.

Die Akkus können diverse Daten über ihren Zustand oder Aufenthaltsort an den Eigentümer senden. Was bringt das dem Metallbaubetrieb? 

Der Kunde erhält so einen Überblick über die Nutzung der Geräte: Wo sind meine Geräte? Wie sind diese ausgelastet? Wer nutzt diese Geräte? Wie werden meine Geräte genutzt? Er bekommt Infos zum Gesundheitszustand der Akkus und kann einen automatischen Austausch vereinbaren. Das bringt eine bessere Auslastung und Abdeckung der Geräte auf den Baustellen und in der Werkstatt. Was entfällt, ist das „Horten“ von Geräten oder unnötige Anschaffungen aufgrund mangelnder Transparenz des Geräteparks.

Warum haben Sie diese Akkus selbst entwickelt und sich nicht einem der bestehenden Akku-Verbünde angeschlossen? 

Hilti entwickelt seine Lösungen als System, bei dem die Komponenten optimal aufeinander abgestimmt sind. So erhalten unsere Kunden die bestmögliche Lösung in Bezug auf Leistung, Handhabung und Service aus einer Hand.

Was sind derzeit die besonderen Aktivitäten von Hilti mit Bezug auf Unternehmen aus der Metallhandwerksbranche? 

Denken Sie an die kabellose Werkstatt – wir glauben, dass der Trend sich auch an festen Arbeitsplätzen und Kernaufgaben des Metall- und Stahlbaus weiter auf Akku optimieren lässt. Und alles, was auf der Baustelle passiert, soll in naher Zukunft kabellos passieren. Die Hilti-Power-Station ist ein gutes Beispiel dafür, dass arbeiten komplett unabhängig von Stromquellen möglich ist. Damit werden sogar temporäre Schweißarbeiten auf der Baustelle ermöglicht.

Wie gewinnen Sie möglichst viel Wissen über die Bedürfnisse der Handwerksbetriebe? 

Als Direktvertriebsunternehmen mit weltweit mehr als 250.000 Kundenkontakten pro Tag erhalten wir ständig Rückmeldungen von Kunden, wie wir unsere Produkte und Dienstleistungen verbessern können, damit sie ihre Arbeit effektiver, produktiver und sicherer erledigen können. Die kontinuierliche Weiterentwicklung aller unserer Produkte, Systeme und Lösungen ist ein wesentlicher Bestandteil der Unternehmensphilosophie von Hilti, die auf kundenorientierter Innovation basiert. Sie spiegelt die Interessen und Bedürfnisse der Bauindustrie wider, die eine wichtige Grundlage für unsere Forschungs- und Entwicklungsarbeit sind. Daneben werden Kunden aktiv in die Entwicklung/Innovation mit einbezogen und können Geräte so vorab testen und Feedback dazu geben, bevor diese auf den Markt gebracht werden.

Welche weiteren neuen Angebote werden Sie auf Grundlage Ihrer Erkenntnisse für den Metallbauer entwickeln? 

Alles was dem Metallbauer dabei hilft, auf der Baustelle und in der Werkstatt kabellos zu werden.

Wie wird der Metallbauer bei der Entwicklung dieser neuen Produkte und Services noch einbezogen? 

Durch unser Direktvertriebsmodell und die damit verbundene direkte Kundennähe, sind wir in der Lage sehr schnell mit Kunden in die Interaktion zu gehen und diese zu neuen Produkt-, Service- oder Softwarethemen zu befragen und aktiv mit einzubinden. Dies erfolgt dank schneller Reaktionszeiten und einem global gut vernetzten Team zwischen Entwicklung, Marketing und Vertrieb.

Welche Tätigkeiten üben Sie in Ihrem Unternehmen am liebsten aus? 

Am liebsten bin ich draußen beim Kunden, wo wirklich jeden Tag die Profis am Bau arbeiten. Dabei zu lernen und zu sehen was sie täglich beschäftigt oder welche Wünsche dort aufkommen, ist für mich der schönste Gewinn in meiner Rolle. Wir können den direkten Wunsch dann im Team aufnehmen, bewerten und auf die Machbarkeit hin prüfen.

Sie richten in diesem Jahr den Metallkongress aus! Was hat Sie dazu bewogen und was werden Sie den Teilnehmern zeigen? 

Wir wollen zunächst einmal zeigen, wer wir im Metallbau sind und wo wir als Partner auftreten. Wir sind mehr als nur ein Geräte- oder Dübel-Lieferant – Hilti hat ein umfangreiches Portfolio entlang diverser Anwendungsketten zu bieten. In den Jahren 2019 und 2021 haben wir am Metallkongress als Aussteller teilgenommen und entschieden, dass wir diesen auch einmal bei uns veranstalten wollen.

Worauf freuen Sie sich dabei am meisten? 

Wir freuen uns auf den offenen Dialog zwischen Branche, Verband und Verarbeitern, um daraus Feedback zu erhalten.

zuletzt editiert am 29.09.2022