Am 15. November 2025 wurden die Sieger des Bundeswettbewerbs „Die Gute Form – Gestaltung im Metallhandwerk 2025“ während der Abschlussveranstaltung der Deutschen Meisterschaften des Metallhandwerks in der Stadthalle in Northeim ausgezeichnet.
Die Preisträger und ihre Werkstücke: In der Fachrichtung Metallgestaltung errang Felix Neidhart aus dem Ausbildungsbetrieb MetallArt Kunstschmiede Martin Tretter, 88239 Wangen im Allgäu, den 1. Platz mit einem Schreibtisch. Die Begründung der Jury: Beeindruckend konsequent wurde mit wenigen, markanten Gestaltungsmitteln ein überzeugender Gesamteindruck komponiert. Die mäandernde Linienführung, die souverän die Schubladen und Tischbeine akzentuiert, die aus Messing gefertigten Schubladenknöpfe, die Tischplatte, ausgewogen proportioniert aus Holzrahmen und Stahlblechfläche, alles ergänzt sich logisch und überzeugt in seiner Wirkung.

Platz 2 belegte Hagen Nicolaysen aus dem Ausbildungsbetrieb fittkau metallgestaltung gmbh, 13088 Berlin. Die Begründung der Jury: Das Wandregal verbindet hohe skulpturale Qualität und volle Funktionalität – für entsprechend ausgewählte Ausstellungsstücke. Mit überraschend mutigen, raumgreifenden, geschmiedeten, dynamischen Linien werden die einzelnen Regalebenen positioniert. Die geschmiedeten Querschnittsverformungen sind räumlich so überzeugend komponiert und ausgeführt, dass eine betrachtende Person dazu angeregt wird, aus unterschiedlichen Blickwinkeln immer neue Linienführungen zu entdecken.

Auf Platz 3 landete Aaron Schmid aus dem Ausbildungsbetrieb Kurt Übele GmbH, Dickenreishauser Einöde 20, 87700 Memmingen. Die Jury begründete: Ein kleiner Klapptisch, der den Mechanismus sowie die Holz- und Metallverbindungen so selbstverständlich und auf das Wesentliche reduziert vereint, als könne es anders nicht sein. Fein geschmiedete Details korrespondieren sehr gut mit der Eichenholzfläche, die im geöffneten Zustand eine fortlaufende Maserung zeigt. Auch die einfache Handhabung, einmal gelernt, erfreute die Jury zusehends.
In der Fachrichtung Konstruktionstechnik erzielte Lenny Soltsien aus dem Ausbildungsbetrieb Max Gampenrieder Metallbau GmbH, Kirchenstraße 7a, 82065 Baierbrunn den 1. Platz mit einem Tischgrill. Die Begründung der Jury: Der sehr konsequent durchdachte und gestaltete Tischgrill kombiniert höchsten Gebrauchswert mit sehr gelungenen formalästhetischen Details. Es macht Freude, wie sich die Stabenden des Grillrostes als punktförmige Ornamentlinie im geschlossenen Korpus zeigen. Die Holz-Metallverbindungen an den Griffen sind formal und konstruktiv sehr gut gelöst. Eine Ablagefläche aus Holz lässt sich platzsparend in einer Schublade verstauen. Ein Tischgrill, der durch seine Funktionalität, die gelungene Metall- und Holzkombination, die Verarbeitungsqualität und damit durch seine hohe Wertigkeit überzeugt.

Platz 2 ging an Nico Krischler vom Ausbildungsbetrieb Die Kanter & Schlosser Metall-Gesellschaft m.b.H, 54294 Trier. Die Begründung der Jury: Das dekorativ wirkende Möbel zelebriert die Begeisterung für den Motorsport. Mit spielerischer Selbstverständlichkeit korres-
pondiert eine Autofelge mit den gebogenen Linien der drei Tischbeine, welche den Verlauf der Nürburgring-Nordschleife zitieren. Im Zentrum des Tisches ist unter einer Rauchglasplatte eine beleuchtete Miniaturrennstrecke installiert. Beeindruckt war die Jury vom komplexen Gestaltungsprozess, in dem auch die Nutzungsrechte für die verwendeten Logos beachtet wurden, und ebenso von der gestalterischen Transformation einer Erlebniswelt als Möbel.

Platz 3 erreichte Yannick Gerster vom Ausbildungsbetrieb Kunstschmiede und Metallbau Neumaier GmbH, 85659 Forstern. Die Begründung der Jury: Ein keilförmiger Korpus als Tischgrill ist ungewöhnlich. Doch sehr schnell ist erkennbar, dass dies eine sehr flexible und intelligente Lösung ist, die zum Alleinstellungsmerkmal wird. So kann, wenn mehr als ein Tischgrill aufgebaut wird, ein Rechteck oder ein Kreisbogen gestellt werden. Der einzelne Grill hat dem Korpus entsprechend einen Grillrost, der eine unterschiedlich breite Nutzfläche aufweist. Das ist sehr praktisch für kleines und großes Grillgut. Die Materialkombination von stabilem Edelstahl-Grillrost mit gut gegliederter Flächen-Segmentierung und schwarzem Stahlblechkorpus ist klar geordnet und gut proportioniert.
Hintergrundinformationen zum Wettbewerb
Der Wettbewerb „Die Gute Form – Gestaltung im Metallhandwerk” wird organisiert vom Zentralverband des deutschen Handwerks und umfasst alle Berufsbereiche der Produktion, also Steinmetze wie Tischler, Schmuckgestalter wie Metallgestalter etc. Ziel des Wettbewerbs ist die ästhetische Qualität von Produkten des Handwerks in der Ausbildung zu fördern und die schöpferische Fantasie sowie die Entwicklung zeitgerechter Produktlösungen mit traditionellen oder neuen Werkstoffen anzuregen. Unter anderem gilt es, die Öffentlichkeit auf die Bedeutung der Formgebung in der handwerklichen Ausbildung aufmerksam zu machen und für die Berufsbilder zu werben. Der Wettbewerb wird in vier Stufen, und zwar auf der Innungs-, Kammer-, Landes- und Bundesebene durchgeführt.