Die Inhalte werden zunächst medienneutral in einer Datenbank angelegt und erst in späteren Schritten in die Versionen für Internet, CD und gedrucktes Loseblattwerk umgewandelt. (Quelle: Screenshot: M&T)

Einführung

29. July 2022 | Teilen auf:

Digital first: So wird die Fachregel produziert

(August 2022) Am Anfang war die Datenbank. So könnten wir die planerischeGrundlage für die Aufbereitung der Metallbaupraxis formulieren. Lesen Sie, wie heute aus XML-Daten Ihr Fachregelwerk entsteht.

Einiges lief bei dieser Fachregel anders alsbei anderen Regelwerken aus dem Bauhandwerk. Letztere Werke jedoch – und diessei scherzhaft zu ihrer Verteidigung bemerkt– waren damals teilweise bereits deutlich älterals die Metallbaupraxis. Diese entstandja erst kurz nach der letzten Jahrtausendwendeund somit vor dem Hintergrund dersich durch den rasanten Erfolg des Internetskraftvoll beginnenden digitalen Transformationunserer Arbeitswelt.

Von Beginn an stand die Ausrichtung derFachregel auf digitale Versionen im Fokus. Der damals bereits klar erkennbare hoheNutzwert der elektronischen Version erhielt Vorfahrt vor Print. Die Inhalte wurden zunächst medienneutral in einer Datenbank angelegt und erst in späteren Schritten indie Versionen für Internet, CD und gedrucktes Loseblattwerk umgewandelt. Oberstes Ziel bei der technischen Aufbereitung des Regelwerks war und ist eine einheitliche digitale Datenhaltung, damit die kostentreibende parallele Pflege von mehreren Versionen in unterschiedlichen Medien unterbleibenkann.

Zu Beginn des Jahrtausends war das nocheine große Herausforderung. Und es gelang,sie zu meistern. Der Inhalt der Metallbaupraxisbefindet sich bis heute in einemals „Projekt“ bezeichneten elektronischen Datencontainer mit hinterlegter digitaler Ordnungsstruktur. Aus diesem Projekt lassen sich in beinahe gleichem „Look-andfeel“aus den XML-Daten die Online- und die DVD-Version erzeugen. Und es lässt sicheine Datei entnehmen, die sich mit vertretbarem Aufwand in eine pdf-Datei für diePapierversion umwandeln lässt. Das heute mehr denn je angesagte „digital first“ betreibtdas Regelwerk konsequent seit mehrals zwanzig Jahren.

Neues ersetzt Altes – Neues kommthinzu

Zusätzlich zu den bereits beschriebenen Inhaltenwerden halbjährlich neue Inhalte als Dateien oder Textdokumente in ein spezifisches Format mit XML-Kennzeichnungen gebracht, damit sie sich nahtlos in das Projekteinfügen. Sie werden in die Datensammlung des Regelwerks eingefügt, ein Vorgangder hohe Präzision verlangt. Und so entwickelnsich die Inhalte des Projekts. Manchmalwird ein neues Kapitel ergänzt oder einbestehendes wird überarbeitet oder ersetzt. Oder die Einführung einer neuen Norm erfordert, dass alte Bezüge und Links geändert sowie neue Bezüge in einigen oder vielen Kapiteln eingefügt werden. Die sich ständig wandelnden baurechtlichen Bestimmungen sollen sich so aktuellwie möglich in der Fachregel wiederfinden. Halbjährlich erhält das Projekt deshalb diese„Frischdatenkur“. Das verjüngte Projekt erhältdann eine neue Versionsnummer, zumBeispiel „Version 2022.1“. Das ist die Version, die derzeit in Vorbereitung ist und die im März 2022 als nächste und somit 41. Aktualisierungauf den Markt kommt. Die neue Version wird routinemäßig in allendrei Medien Papier, DVD und Online verwirklicht.Und die Kunden erhalten dann ihreneue DVD und gegebenenfalls die neuenSeiten zum Einlegen in die Ordner. Zeitgleichwird die neue Online-Version freigeschaltet. Vor der Markteinführung des Fachregelwerks vor zwanzig Jahren war die Frage umstritten, ob überhaupt noch eine Loseblatt-Sammlung in Ordnern angeboten werden sollte. Damals setzten sich die Print-Verteidiger durch. Ausschlaggebend war die durchaus plausible Vermutung, dass die Kombination aus einem gedruckten und einem elektronischen Werk schneller eine hohe Akzeptanz im Markt finden würde als ein rein elektronisches Angebot. Rückwirkend betrachtet war dies keine falsche Entscheidung, denn die Digitalisierungvon Handwerksbetrieben war damals noch lange nicht so weit fortgeschritten wie heute. Allerdings galt von Anfang an, dass esdas Regelwerk eben immer nur in Kombination mit den elektronischen Versionen zubeziehen gab, nie als Druckwerk allein. Ausden ursprünglich zwei Ordnern wurden dann schnell vier. Und je größer der Umfang, desto aufwendiger wird die händische Pflege einer Loseblatt-Sammlung für den Abonnenten.

Sieben Jahre später, als die schweizerischeFachregel aufgesetzt wurde, hattensich die Zeiten stark geändert. Eine Printversionwurde für das schweizerische Werk garnicht mehr angelegt. Die Organisation des Herstellungsprozessesder DVDs, der Ordner und des Drucks der Blätter übernahm von Beginn an der Charles Coleman Verlag als Teil der Rudolf Müller Mediengruppe. Bei einem anderen Tochterunternehmen werden dann die Druck-Inhalteproduziert, mit zugelieferten Bestandteilenwie den DVDs zusammengefügt und für den Versand konfektioniert. Zum halbjährlichen Stichtag gehen dann die Sendungen auf die Post. In Summe ist es somit ein vergleichsweise aufwendiger Prozess, den das Regelwerk durchläuft, bis es bei Ihnen landet. Aber anders wäre die Aktualität eines Werkes in mehrmedialer Ausprägung nicht zu verwirklichen. Und betrachtet man nüchtern den hohen Nutzwert der Metallbaupraxis als das Ergebnis dieses Vorgangs, lohnt es sich offenkundig, sich alle halbe Jahre dieser komplexen Anstrengung zu stellen.

Die Produktion im Überblick

Quelle: M&T

zuletzt editiert am 29.07.2022