Die 33 „Kriminalpolizeiliche Beratungsstellen“ in Bayern haben auch im Jahr 2014 ihr Augenmerk auf Fälle gerichtet, bei denen Einbrüche aufgrund von Sicherheitstechnik verhindert wurden. Die jeweiligen Tatartberichte wurden im Einzelnen ausgewertet und die Ergebnisse statistisch zusammengefasst.
Dabei wurden 2.109 Fälle der Einbruchsverhinderung durch mechanische Sicherungen und 217 Fälle durch Einbruchmeldeanlagen ermittelt.
Die vorliegenden Zahlen untermauern die Beratungsstrategie der „Kriminalpolizeilichen Beratungsstellen“, zuerst bei mechanischer Sicherungstechnik anzusetzen. Die Einbruchmeldetechnik gilt ebenso als wichtiger Baustein, sollte jedoch immer als Ergänzung zur mechanischen Sicherungstechnik und nicht als Ersatz dafür gesehen werden.
Beeindruckend ist die Aufmerksamkeit und Zivilcourage von Zeugen, durch die in 446 Fällen ein Einbruch verhindert werden konnte.
Mehr als 2.300 „Erfolge“ durch Sicherungstechnik belegen, dass sich die Investition in geeignete Technik lohnt. Ausgehend von den bayerischen Zahlen für den Wohnungseinbruchbereich (+ 28,6 Prozent) dürfte weiterhin Handlungsbedarf bestehen, Einbrechern „einen Riegel vorzuschieben“. Metallbauer, die sich er Sicherungstechnik verschreiben haben, können die Zahlen dazu nutzen, das Thema Einbruchschutz bei den Kunden präsent zu halten.
Mechanische Sicherungen – Schwachstelle Fenster
Als mechanische Sicherungen gelten einbruchhemmende Fenster- beziehungsweise Türkonstruktionen, aber auch geprüfte Nachrüstsicherungen. Geprüfte Fenster und Türen bieten in Neu- und Umbauten Sicherheit von Anfang an. Geprüfte einbruchhemmende Nachrüstsicherungen, wie zum Beispiel Querriegelschlösser, einbruchhemmende Beschläge oder Gitter, helfen dabei, die Sicherheit nachträglich zu erhöhen. Eine Nachrüstung ist immer möglich.
Bei den Zahlen sticht ins Auge, dass im Bereich der Türen deutlich mehr Erfolge zu verbuchen sind als bei den Fenstern. Dies dürfte daran liegen, dass im privaten Bereich die Haustür als „Aushängeschild“ des Hauses häufig besser gesichert ist als die Fenster und im gewerblichen Bereich auf Fenster zum Teil weitgehend verzichtet wird.
Es bleibt die Schwachstelle Fenster, die im ungesicherten Zustand verhältnismäßig leicht zu „knacken“ sind. Somit sollten die vorliegenden Zahlen als Aufruf dazu verstanden werden, auch verstärkt in die Sicherung von Fenstern zu investieren. So sollte bei Neu- oder Umbauten, aber auch im Zuge einer energetischen Sanierung der Einbruchschutz unbedingt mit Beachtung finden. Erfreulich ist, dass dafür sogar eine Förderung der KfW-Bankengruppe beantragt werden kann, wenn die Sicherungsmaßnahmen gegen Einbruch in unmittelbarem Zusammenhang mit Barriere reduzierenden Maßnahmen oder einer energetischen Sanierung stehen. Weitere Informationen dazu können über www.kfw.de/einbruchschutz abgerufen werden.
Aufmerksame Zeugen verhindern Einbrüche
Im Jahre 2014 wurden durch aufmerksame Zeugen 446 Einbrüche verhindert. Hierbei konnten 112 Täter festgenommen werden. Diese Zahlen beeindrucken und sprechen für sich. Dabei ergeht von Seiten der „Kriminalpolizeilichen Beratungsstellen“ der Rat, sich keinesfalls selbst zu gefährden. Hilfreich ist vielmehr, bei verdächtigen Wahrnehmungen sofort die Polizei zu alarmieren und eine möglichst genaue Täterbeschreibung abzugeben.
Achten Sie daher auf Fremde in Ihrer Wohnanlage oder auf dem Nachbargrundstück! Als „wachsamer“ Nachbar Unbekannte anzusprechen: „Wen suchen Sie; kann ich Ihnen helfen?" hilft Besuchern mit berechtigtem Interesse und enttarnt „ungebetene Besucher“. Alarmieren Sie bei verdächtigen Wahrnehmungen unverzüglich die Polizei über das „Hinweistelefon“ 110.
Fallbeispiele – Täter gibt auf
Unter dem Motto „viel Schmutz um nichts“ stand ein Einbruchsversuch an einem Kiosk in Amberg. Der erleichterte Kioskbesitzer konnte abgesehen von dem Schmutz, den die Schuhabdrücke des Täters an der gut gesicherten Eingangstüre hinterlassen hatten, keinen nennenswerten Schaden feststellen.
Nachdem ein Einbrecher in Neu-Ulm sich schon vergeblich an den Fenstern abgemüht hatte und dort am Sicherheitsbeschlag und den absperrbaren Fenstergriffen gescheitert war, nahm er bei den Kellerfenstern einen zweiten Anlauf. Hier konnte er zwar die Kellerroste entfernen, scheiterte jedoch zur Freude der Bewohner an den vergitterten Fenstern.
Hartnäckig zeigte sich ein Täter in Traunstein, der ein Fenster an insgesamt elf Stellen anging, bis er einsah, dass es für ihn zu gut gesichert war.
Fazit: Investition in Sicherungstechnik lohnt sich
Geprüfte Sicherungstechnik, kombiniert mit richtigem Verhalten und Nachbarschaftshilfe, sind gute Mittel gegen Einbrecher. Auch die aktuellen Zahlen unterstreichen diese Botschaft der „Kriminalpolizeilichen Beratungsstellen“ in Bayern. Dabei wird davon ausgegangen, dass die tatsächliche Zahl der verhinderten Einbrüche deutlich höher ist, da der Polizei nicht alle Erfolge bekannt wurden. Zudem dürften sich viele potentielle Täter, von der Sicherungstechnik abgeschreckt, erst gar nicht ans Objekt herangewagt haben.
Besonders erfreulich ist die Festnahme von 138 Tätern. Diesen konnte zum Teil nicht „nur“ der eine Einbruch, sondern eine Reihe von anderen Taten nachgewiesen werden.
Der Besuch einer „Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle“ und die Investition in Sicherungstechnik lohnen sich, denn jeder kann zum Einbruchsopfer werden. Dabei wiegen die psychischen Folgen oft mehr als der erlittene materielle Schaden.
