1606 Einbruchschutz
Die Nachrüstung von Einbruchschutz lohnt sich auf jeden Fall. Foto: Nicht-bei-mir

Gebäudehülle 2016-06-03T00:00:00Z Einbruchstatistik: Einbruchschutz aktiv nachrüsten

Weiterhin steigt deutschlandweit die Anzahl an Wohnungseinbrüchen - im vergangen Jahr sogar um zehn Prozent.

Die Einbruchzahlen in Wohnungen und Häuser steigen weiter. So auch letztes Jahr, wie die aktuelle Polizeiliche Kriminalstatistik für das Jahr 2015 zeigt: Insgesamt 167.136 Mal wurde vergangenes Jahr eingebrochen (einschließlich der Einbruchsversuche). Dies ist ein Anstieg von zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr (2014: 152.123 Fälle). Damit erreichen die Fallzahlen ungefähr wieder das hohe Niveau des Jahres 1998. Die Aufklärungsquote lag 2015 bei 15,2 Prozent. Die Einbrecher verursachten mit den registrierten 95.836 vollendeten Fällen von Wohnungseinbruchdiebstahl im vergangenen Jahr einen Schaden (nur Diebesgut/Beute) von rund 441 Millionen Euro (2014: 422 Millionen Euro). Eingebrochen wurde meist über leicht erreichbare Fenster und Wohnungs- beziehungsweise Fenstertüren.

Einbruchschutz hilft

Eine beunruhigende Entwicklung, der aber durchaus Einhalt geboten werden kann. Denn wie die Polizeiliche Kriminalstatistik auch zeigt, steigt die Zahl der erfolglosen Einbruchversuche über die Jahre stetig an: 42,7 Prozent aller versuchten Einbrüche werden insbesondere durch Einbruchschutztechnik vorzeitig abgebrochen. Über den Zeitraum der zurückliegenden 15 Jahre ist der Anteil vollendeter Fälle stetig gesunken, wie die steigenden Versuchszahlen zeigen. Dies beruht unter anderem auf Verbesserungen der Sicherungsmaßnahmen im privaten Bereich gegen Wohnungseinbruchdiebstahl und bestätigt die entsprechenden Präventionsaktionen der Polizei hinsichtlich des zu erzielenden Erfolges.

„Die Gefahr nimmt zu, denn mehr als ein Drittel aller Wohnungseinbrüche finden mittlerweile tagsüber statt. Die Bürger müssen aktiver werden und lernen, dass sie beim Einbruchschutz selbst tätig werden müssen. Investitionen in mechanische Tür- und Fenstersicherungen und Alarmanlagen zahlen sich aus und schützen bestmöglich vor Einbrechern“, so Dr. Helmut Rieche, Vorsitzender der Initiative für aktiven Einbruchschutz „Nicht bei mir!“, zu den aktuellen Zahlen.

Starke regionale Unterschiede

Signifikante Anstiege an Wohnungseinbrüchen lassen sich vor allem in Hamburg (plus zwanzig Prozent) und Nordrhein-Westfalen (plus 18 Prozent) erkennen. Es gibt aber auch positive Entwicklungen: Im Süden Deutschlands lässt sich ein Rückgang an Einbrüchen verzeichnen. So nahmen in Baden-Württemberg Wohnungseinbrüche um zehn Prozent ab, in Bayern um neun Prozent. Auch bei den Abbruchquoten ist Baden-Württemberg Vorreiter – 44 Prozent aller Einbruchversuche scheiterten.
Dies ist der höchste Wert in ganz Deutschland.
„Die Zahlen in Baden-Württemberg zeigen, dass technische Maßnahmen zum Schutz vor Einbrüchen wie auch eine aufmerksame Nachbarschaft sehr wirksam sind. Zudem informieren sich die Bürger mehr, wie man sich schützen kann und nehmen verstärkt unser Angebot der polizeilichen Beratungen wahr“, erklärt Harald Schmidt, Geschäftsführer der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK).

Beratung vom Fach ist der erste Schritt

Effektiver Einbruchschutz erfordert Fachwissen und sollte immer von Experten installiert werden. Als zentrale Anlaufstelle für erste Informationen zum Thema Einbruchschutz dienen die polizeilichen Beratungsstellen sowie die Internetseite der Initiative für aktiven Einbruchschutz unter nicht-bei-mir.de . Bürgerinnen und Bürger können sich dort umfassend informieren. Zudem können mit der Expertensuche nicht-bei-mir.de/experte-finden/ qualifizierte Sicherheitsunternehmen gefunden werden. Wie Sie sich schützen können, erfahren Sie auch unter k-einbruch.de , der Webseite der im Herbst 2012 von der Polizei und Kooperationspartnern aus der Wirtschaft gestarteten Einbruchschutzkampagne K-EINBRUCH.
Unter k-einbruch.de/foerderung erhalten Sie zudem umfassende Informationen zur staatlichen Förderung von Einbruchschutz.

zuletzt editiert am 26. April 2021