1601 Energiewende
Handwerksbetriebe können jetzt auf einer neuen Expertenliste jetzt schnell und einfach Experten für energiesparendes Bauen und Sanieren von Büros und Werkstätten finden. Foto: Dena

Statik, Planung und Beratung 2016-01-05T00:00:00Z Energieeffizienz: Neue Expertenliste für die Nichtwohngebäude-Sanierung

Nichtwohngebäude machen in Deutschland nur etwa 15 Prozent des Immobilienbestands aus – verantworten aber ein Drittel des Gebäudeenergiebedarfs. Auch in vielen Handwerksbetrieben wird noch immer zu viel Energie zum Heizen verbraucht. Darunter leiden nicht nur die Umwelt und das Großprojekt Energiewende, sondern auch die Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit der Handwerksbetriebe.

Bei einem Anteil von knapp dreißig Prozent am bundesweiten Gebäudeenergiebedarfs steht der Energieverbrauch von Nichtwohngebäuden schon länger im Fokus der Politik. Seit Juli 2015 fördert die KfW Bankengruppe die energetische Sanierung und den energieeffizienten Neubau gewerblich genutzter Nichtwohngebäude. Die KfW-Programme 276, 277 und 278 unterstützen energiesparende Maßnahmen in den Bereichen Handel, Dienstleistung und Industrie.

Handwerksbetriebe können daher für den Neubau energetisch optimierter Werkstätten, Lager und Bürogebäude staatliche Förderungen in Anspruch nehmen. Das Gleiche gilt für Sanierungsmaßnahmen im Bestand, die den Gebäudeenergiebedarf senken.

Expertenliste für qualifizierte Fachleute


Vor diesem Hintergrund wurde die bestehende bundesweite Liste der Energieeffizienz-Experten für staatliche Förderprogramme um eine Liste von Fachleuten für Nichtwohngebäude erweitert. Auch Handwerksbetriebe können jetzt schnell und einfach Experten für energiesparendes Bauen und Sanieren von Büros und Werkstätten finden. Entsprechend kompetente Ansprechpartner sind hier besonders wichtig. Denn bei der Sanierung von Gewerbe-Immobilien kommt es sehr stark darauf an, die Gebäude ganzheitlich zu betrachten und Gebäudehülle und Anlagentechnik gleichermaßen zu berücksichtigen. Nur so lassen sich individuell passende Konzepte entwickeln.

Zur Energieeffizienz-Expertenliste

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi), das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und die KfW hatten im Jahr 2011 beschlossen, qualifizierte Energieeffizienz-Experten in einer bundeseinheitlichen Datenbank zu führen, um die Qualität von geförderten Energieberatungen und energieeffizienten Neubau- oder Sanierungsmaßnahmen sicherzustellen. Der Aufbau und die Betreuung der Liste erfolgt durch die Dena.
Weitere Infos unter www.energie-effizienz-experten.de .

Neustarts im Bereich Energieeffizienz


Ab 1. Januar 2016 gelten einige Neuregelungen für die Energieeffizienz im Gebäudebereich.
Anreizprogramm Energieeffizienz (APEE)
Am 1. Januar 2016 startete das neue Anreizprogramm Energieeffizienz (APEE) mit den Förderkomponenten „Heizungs- und Lüftungspaket“. Ziel ist es, neue Innovations- und Investitionsimpulse für die Wärmewende im Heizungskeller zu setzen. Hierfür stehen im APEE insgesamt 165 Millionen Euro pro Jahr über drei Jahre zur Verfügung. Bauherren, die ihre Heizung austauschen möchten oder eine Lüftungsanlage einbauen wollen, erhalten für ihre Investition Zinsverbilligungen und Zinszuschüsse.

Effizienzlabel für Heizungen (Energieverbrauchskennzeichnungsgesetz - EnVKG)


Seit 1. Januar 2016 müssen Heizungsanlagen, die älter als 15 Jahre sind, ein „Energielabel“ tragen. Die Kennzeichnung informiert über den individuellen Effizienzstatus des Heizkessels. Zum Anbringen des Etiketts berechtigt sind Heizungsinstallateure, Schornsteinfeger und bestimmte Energieberater. Sie sollen Verbraucher auf weiterführende Energieberatungen oder auch Förderangebote hinweisen.

Neuerungen im Bereich effiziente Produkte und Dienstleistungen


Step up! (Stromeffizienzpotenziale nutzen)
Im Januar startete die Pilotphase des Programm Step up! (Stromeffizienzpotenziale nutzen). Innovative Ideen zur Energieeinsparung konkurrieren in einem Wettbewerb um Fördergelder. Die Maßnahme, die die höchste Einsparung pro Förder-Euro erbringt, erhält den Zuschlag. Damit erprobt das Bundeswirtschaftsministerium ein neues Instrument, um Innovationen im Bereich Energieeffizienz anzuregen. Die Initiative richtet sich an Unternehmen, Energiedienstleister, Stadtwerke und andere Akteure. Bis 2018 stellt die Bundesregierung für die Pilotphase insgesamt rund 300 Millionen Euro zur Verfügung.

Nationale TOP-Runner-Initiative

Die „Nationale TOP-Runner-Initiative“ startete zu Jahresbeginn 2016. Verbraucher werden über diese neue Informationskampagne gezielt über die Effizienz von Produkten informiert, um den besten Produkten zum Durchbruch zu verhelfen. Neben dem privaten Verbraucher gibt es aber auch Informationen und Veranstaltungen für weitere wichtige Zielgruppen, unter anderem für Hersteller und den Handel.

Kennzeichnung von Wohnraumlüftungsgeräten

Seit dem 1. Januar 2016 müssen sogenannte Wohnraumlüftungsgeräte (unter anderem Ventilatoren) das aus dem Haushaltsgerätebereich bekannte, farbige EU Effizienzlabel tragen (Klassen A+ bis G, grün bis rot). Diese Vorgaben ergeben sich aus der entsprechenden EU-Verordnung (Verordnung (EU) 1254/2014).

Energielabel für gewerbliche Kühllagerschränke

Ab dem 1. Juli 2016 gibt es auch für gewerbliche Kühllagergeräte das bekannte farbige EU-Effizienzlabel. Die Vorgaben hierzu sind geregelte in der EU-Verordnung (EU) 2015/1095.

zuletzt editiert am 26. April 2021
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