Das Bundeskabinett hat kürzlich den vierten Monitoring-Bericht zur Energiewende, den zweiten Erfahrungsbericht zum Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz und die Energieeffizienzstrategie Gebäude verabschiedet. Die Bundesvereinigung Bauwirtschaft (BVB) fordert eine stärkere Einbindung der Energieberater aus dem Handwerk.
Der Monitoring-Bericht gibt einen Überblick über den aktuellen Stand der Energiewende.
Sigmar Gabriel, Bundesminister für Wirtschaft und Energie, zieht ein positive Bilanz: „Wir machen bei der Energiewende gute Fortschritte: Die erneuerbaren Energien sind Deutschlands wichtigste Stromquelle. Die Bundesregierung hat zudem den Rahmen für Netzausbau und Strommarkt neu geordnet. Die Energiewende wird aber nur gelingen, wenn wir das Gesamtsystem weiter optimieren. Dabei ist der kritische Blick auf die einzelnen Bereiche der Energiewende unerlässlich. Auch dafür liefert der Monitoring-Bericht die Fakten."
Zentrale Ergebnisse des Monitoring-Berichtes sind:
- Erneuerbare Energien sind die wichtigste Stromquelle:
Beim Ausbau der erneuerbaren Energien im Stromsektor liegt Deutschland auf Zielkurs. Der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch lag 2014 bei 27,4 Prozent und ist im ersten Halbjahr 2015 auf über 30 Prozent gestiegen. - Der Energieverbrauch geht weiter zurück:
Er liegt heute auf dem niedrigsten Stand seit 1990. Um die ambitionierten Effizienzziele zu erreichen, hat die Bundesregierung im Dezember 2014 den Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz beschlossen. - Treibhausgasemissionen sinken:
Im Jahr 2014 wurden 4,3 Prozent weniger Treibhausgase emittiert als noch im Vorjahr. Gegenüber 1990 sind die Treibhausgasemissionen bereits um rund 27 Prozent zurückgegangen. - Versorgungssicherheit ist gewährleistet:
Damit das auch bei steigenden Anteilen erneuerbarer Energien so bleibt, wird der bestehende Strommarkt mit dem Strommarktgesetz weiterentwickelt. - Die Strompreise sinken:
Zum ersten Mal seit über zehn Jahren sanken zum Anfang des Jahres 2015 die Strompreise für Haushaltskunden.
Neben dem Monitoring-Bericht wurden auch der zweite Erfahrungsbericht zum Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz sowie die Energieeffizienzstrategie Gebäude beschlossen.
Rund 35 Prozent des Endenergieverbrauchs in Deutschland und rund ein Drittel der Treibhausgasemissionen entfallen auf den Gebäudebereich. Damit sind Energieeinsparung und erneuerbare Energien zur Wärmeerzeugung Schlüssel für eine erfolgreiche Energiewende.
Mit der Energieeffizienzstrategie Gebäude wird untersucht, wie die energie- und klimapolitischen Ziele im Gebäudebereich erreicht werden können. Sie zeigt damit Wege zu einem klimaneutralen Gebäudebestand bis 2050 durch eine Kombination aus Energieeinsparung und dem Einsatz erneuerbarer Energien auf. Die Energieeffizienzstrategie Gebäude wird im Rahmen des Monitorings zur Energiewende stetig weiterentwickelt.
Größere Anstrengungen gefordert
Die Bundesvereinigung Bauwirtschaft fordert in diesem Zusammenhang eine stärkere Einbindung der Energieberater aus dem Handwerk.
Deutschlands Verbesserungsrate im Energieeffizienzfortschritt liegt gegenwärtig unter dem EU-Durchschnitt. Die Bundesregierung hat darauf Mitte November mit der Verabschiedung der Energieeffizienzstrategie Gebäude reagiert. Um neue Impulse zu setzen, plant die Bundesregierung die Etablierung eines gebäudeindividuellen Sanierungsfahrplans.
Neben den Gebäudeeigentümern stehen die Energieberater im Fokus der Maßnahme, denn sie sollen den gebäudeindividuellen Sanierungsfahrplan erarbeiten. „Das Bau- und Ausbau-Handwerk ist mit seinen im Handwerk ausgebildeten Meistern mit der Fortbildung ‚Gebäudeenergieberater HWK‘ bestens aufgestellt, um diese Sanierungsfahrpläne ebenfalls zu erarbeiten.“, sagt Karl-Heinz Schneider, Vorsitzender der Bundesvereinigung Bauwirtschaft, deren Mitgliedsbetriebe annähernd achtzig Prozent der Leistungen der bauausführenden Wirtschaft erbringen. Die Fortbildung zum Gebäudeenergieberater HWK wurde vor über zwanzig Jahren mit dem Ziel initiiert, die Energieeinsparpolitik der Bundesregierung durch den Aufbau notwendiger Beratungskapazitäten zu unterstützen.
Zahlreiche Gebäudeeigentümer wenden sich an das Handwerk um insbesondere Einzelmaßnahmen an ihrem Gebäude umzusetzen. „Dabei ist es wichtig“, so Schneider, „den Eigentümer auf eine ganzheitliche Modernisierung seiner Wohnimmobilie anzusprechen und ihm ein Modernisierungskonzept vorzuschlagen. In der vorliegenden Energieeffizienzstrategie der Bundesregierung ist dies nichts anderes als der gebäudeindividuelle Sanierungsfahrplan. Unsere Gebäudeenergieberater stehen also bereit und sind bestens ausgebildet, um diese Sanierungsfahrpläne zu erstellen.“, so Schneider weiter.
Gebäudeenergieberater HWK können direkt einen Sanierungsfahrplan erstellen und den Eigentümer kompetent beraten, um für weitere Maßnahmen die notwendigen Voraussetzungen zu schaffen.
