Die Landesbauordnungen legen fest, dass bei der Auftragsvergabe von tragenden Bauteilen aus Stahl und Aluminium im bauaufsichtlichen Bereich ausschließlich Unternehmen beauftragt werden dürfen, die über die vorgeschriebenen Qualifikationsnachweise verfügen. Das gilt für Treppen und Geländer genauso wie für Stahlkonstruktionen, -hallen und Ingenieurbauwerke. Seit 1. Juli 2014 müssen die Betriebe nach der DIN EN 1090 zertifiziert sein.
Im Fachregelwerk erhalten Sie in verschiedenen Kapiteln vielfältige Informationen, die Ihnen bei der Vorbereitung und Durchführung der Zertifizierung hilfreich sein können.
Was es mit der CE-Kennzeichnung auf sich hat, erfahren Sie zuerst im Kapitel 1.3.2.6.4 CE-Kennzeichnung. Dort werden die allgemeinen Zusammenhänge mit dem Bauordnungsrecht, die Erfordernisse und Folgen beschrieben.
Zur CE-Kennzeichnung von Produkten des Metallbauers schreiben die Produktnormen einen genauen Verfahrensablauf vor. Die Übereinstimmung der Konstruktion mit den Anforderungen der jeweiligen Produktnormen ist nachzuweisen. Das bedeutet für den Metallbauer, dass eine notifizierte Stelle seine werkseigene Produktionskontrolle nach EN 1090-1 Ausführung von Stahltragwerken und Aluminiumtragwerken zertifizieren muss.
Für den Aufbau der werkseigenen Produktionskontrolle gibt Ihnen das Kapitel 1.16.5 eine gute Hilfestellung. Hier erfahren Sie mehr zu den Maßnahmen der werkseigenen Produktionskontrolle, zum Aufbau, zu den Prüfmöglichkeiten und zur Fortschreibung der WPK. Zahlreiche Formulare wie zur Versandkontrolle und zur Auflistung der Produktionsmittel und Maschinen bieten Ihnen wichtige Vorlagen für den Aufbau der Ordner.
Im Kapitel 1.18.5 erhalten Sie vielfältige Hinweise und Hilfen für den Aufbau eines Musterhandbuchs zur EN 1090. So bietet Ihnen zum Beispiel eine informative Vergleichsmatrix zu den Anforderungen aus EN 1090 im Vergleich zur DIN 18800-7 Stahl beziehungsweise DIN V 4113-3 Aluminium, den Überblick, was sich geändert hat. Sie erhalten Infos zu den Grundlagen für das Handbuch, zur grundsätzlichen Vorgehensweise zur Einführung des Systems, zum Zeitaufwand und den Kosten und zu den Inhalten des Handbuches. Zahlreiche Musterseiten können Sie als Grundlage für das eigene Handbuch nutzen.
Außerdem stehen Ihnen im Normenpool des Fachregelwerkes eine ganze Reihe für die Zertifizierung wichtiger Normen im Volltext zur Verfügung. Einige davon müssen sich in Ihren Unterlagen bei der Zertifizierung befinden.
Sie müssen die Internetversion des Fachregelwerkes starten, sich bei der erstmaligen Nutzung der Normenplattform im Kalenderjahr neu anmelden und können sich dann mit dem Passwort und Kennwort, das Sie von Beuth erhalten, auf der Plattform einloggen, die Normen öffnen, lesen und ausdrucken.
Zum Normenpaket gehören zum Beispiel:
- DIN EN 1090-1 bis -3 Ausführung von Stahltragwerken und Aluminiumtragwerken,
eine Reihe von Eurocodes wie
- DIN EN 1990 Grundlagen der Tragwerksplanung,
- DIN EN 1991-1 Einwirkungen auf Tragwerke,
- DIN EN 1993-1 Bemessung und Konstruktion von Stahlbauten,
- DIN EN 1999-1 Bemessung und Konstruktion von Aluminiumtragwerken,
wichtige Normen für die richtige Materialbestellung wie
- DIN EN 10025 Warmgewalzte Erzeugnisse aus Baustählen,
und viele wichtige Normen für das Schweißen wie
- DIN EN ISO 3834 Qualitätsanforderungen für das Schmelzschweißen von metallischen Werkstoffen,
- DIN EN ISO 9606 Prüfung von Schweißern; Schmelzschweißen,
- DIN EN ISO 9692 Schweißen und verwandte Prozesse; Arten der Schweißnahtvorbereitung,
- DIN EN ISO 15609-1 Anforderung und Qualifizierung von Schweißverfahren für metallische Werkstoffe; Schweißanweisung; Teil 1: Lichtbogenschweißen,
- DIN EN ISO 15610 Anforderung und Qualifizierung von Schweißverfahren für metallische Werkstoffe; Qualifizierung aufgrund des Einsatzes von geprüften Schweißzusätzen.
