141031 Fassade
Das Fassadenkonzept des Bonneshof-Office-Center B.O.C. besteht aus zwei Fassadentypen in unterschiedlichen Ausführungen. Die Hauptfassade basiert auf einer Variation einer Doppelfassade. Der inneren, thermisch wirksamen Schicht der Elementfassade ist nur jedes zweite äußere Paneel einer Doppelfassade vorgehängt. Foto: www.rehfeld-fotografie.de

Gebäudehülle 2014-10-31T00:00:00Z Fassade: Energieaktiver Erweiterungsbau

Der moderne Gebäudekomplex Bonneshof Office Center B.O.C. in Düsseldorf erweitert den Bestand, das Tersteegen Office Center T.O.C., um etwa 12.000 Quadratmeter neue Nutzfläche und schließt durch eine zweigeschossige Glashalle an diesen an. Das fünfgeschossige Bürogebäude mit Staffelgeschoss und Tiefgarage wurde nach Plänen von RKW Rhode Kellermann Wawrowski Architektur + Städtebau von der Quantum Immobilien AG als Generalübernehmer realisiert und Anfang 2014 fertiggestellt.

Die zweischichtige Fassade des Neubaus mit ihrer Optik aus schachbrettähnlich angeordneten Rechtecken ist durch einen regelmäßigen Rhythmus aus Glaselementen mit vorgehängten Sonnenschutzpaneelen und Photovoltaikmodulen geprägt. Dabei kamen verschiedene Fassadenvarianten auf Basis des Schüco Aluminiumsystems AWS 75 BS.HI als Sonderkonstruktion zum Einsatz. An den sonnenexponierten Fassadenseiten wurden kristalline bauwerkintegrierte Photovoltaikmodule (BIPV) von Schüco in die doppelte Fassade integriert. Durch einen annähernd vollständigen Vorfertigungsgrad der Elementfassade durch den Fassadenbauer Haskamp Metallbau Fassadentechnik konnte die Montage und Verschaltung der Module vor Ort innerhalb kürzester Zeit stattfinden.

Das Fassadenkonzept basiert auf zwei Fassadentypen in unterschiedlichen Varianten – einer Sonderkonstruktion einer Doppelfassade mit unterschiedlichen, vorgehängten Paneelen in der äußeren Schicht sowie der zweigeschossigen Ganzglasfassade des Kopplungsgebäudes und der des teils opaken Staffelgeschosses im Pfosten-Riegel-System. Die Elementfassade basiert auf Sonderausführungen des Schüco Aluminiumsystems AWS 75 BS.HI, hochwärmegedämmt mit Blocksystem-Profilen. Der U-Wert der Gesamtfassade liegt bei 1,3 W/(m2K), der des Glases bei 1,0 W/(m2K). Die reliefartige Elementfassade des Hauptgebäudes ist durch den Wechsel von Glasfassade und der vorgehängten Paneele geprägt. Abgestimmt auf Himmelsrichtung, Sonneneinstrahlung und Innenraum wurden in dieser äußeren Schicht schwarze „Photovoltaikgläser“ und weiß bedruckte „Sonnenschutzgläser“ eingesetzt.

Das Fassadensystem basiert auf einem Grundmodul mit 3,5 Meter Höhe und 2,7 Meter Breite, bestehend aus zwei raumhohen Fensterelementen mit zu öffnenden Fensterflügeln mit Öffnungsbegrenzung in der inneren, thermisch wirksamen Schicht sowie einem einseitig vorgesetzten, transluzenten Sonnenschutz- beziehungsweise Photovoltaikpaneel in der äußeren Schicht. Innerhalb der Rahmensonderkonstruktion sind zusätzliche Sonnenschutzmaßnahmen in Form von außen liegenden Raffstores integriert. Die Schwierigkeit der Sonderkonstruktion des Fassadenelements lag in der Abtragung der hohen Lasten aus den vorgehängten Paneelen sowie der zusätzlich anfallenden Windkräfte. Eine weitere Herausforderung bestand in der anspruchsvollen Entwicklung des Rahmens der Photovoltaikelemente, da sowohl eindringendes Wasser abgeführt werden musste als auch eine verdeckt geführte Verkabelung erforderlich war.

Die energieaktive Gebäudehülle des B.O.C ist das charakteristische Gestaltungsmerkmal des Bürogebäudes und trägt gleichzeitig entscheidend zum Energiekonzept bei. Ein Baukastensystem aus im Werk vorgefertigten Elementen erleichterte die Montage und Verkabelung vor Ort und führte zu einer Montagedauer von lediglich acht Wochen.

Architektonisch ausdrucksvoll und technisch hochleistungsfähig ist die Fassade ein gelungenes Beispiel für die Ausnutzung der vertikalen Fassadenflächen zur Erzeugung regenerativer Energie.

zuletzt editiert am 26. April 2021
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