160527 Fassade Zürich
Die hellen Aluminiumprofile erzeugen auf der dunklen Glasfassade ein spielerisch und leicht anmutendes Wellenmuster. Foto: Kameha Grand Zürich

Gebäudehülle 2016-05-27T00:00:00Z Fassade: Gläsernes Highlight

Der Weg vom Flughafen Zürich in die Stadt hat mit dem 2015 eröffneten Kameha Grand Zürich eine neue Landmarke bekommen. Im Entwicklungsgebiet Glattpark entstand ein modern puristisch-dunkler Glaskörper, der durch ein helles Wellenmuster aus vorgesetzten Aluminiumlamellen eine spielerische Leichtigkeit bekommt. In der äußeren Gebäudehülle aus Gewe-Safe Sicherheitsgläsern von Schollglas verbindet sich umfassendes technologisches Knowhow mit ästhetisch anspruchsvollen Lösungen.

Das gestalterische Gegensatzpaar, der Hell-Dunkel-Kontrast der Fassade, steht programmatisch für das besondere Hotelkonzept: Hotelier Carsten K. Rath wollte ein internationales Lifestyle-Haus, das einerseits zur Grand Hotellerie zählt, sich andererseits aber bewusst nicht als Luxushotel versteht und deshalb beispielsweise auf eine Einstufung nach Hotelsternen verzichtet. „Ich will um keinen Preis einen abgeschotteten Luxustempel“, erläutert Rath. So richtet sich das Angebot der insgesamt 245 Zimmer und Suiten sowohl an Geschäftsreisende und Kongressveranstalter als auch an Privatkunden sowie „Exoten, Künstler und Leute von nebenan“. Zusätzliche Kongressräume, ein Spa mit Sauna, Fitness und Dachterrasse sowie mehrere Bars, Lounges und Restaurants komplettieren das Raumprogramm.
Für das Innenraumkonzept des Kameha Grand Zürich war der bekannte Designer Marcel Wanders verantwortlich. Er setzte auf farbig-haptisch gestaltete Räume zum Wohlfühlen mit einer persönlichen Atmosphäre. Die moderne Architektur mit ihrer besonderen Fassade entwarf das international tätige Büro Tec-Architecture aus Ermatingen/Schweiz.

Glas erfüllt konstruktive und funktionale Anforderungen

Auf einem U-förmigen Grundriss umschließt der sechsgeschossige Neubau einen Innenhof mit Eventhalle. Über alle Etagen werden die Außenseiten des Gebäudes von einer belüfteten Doppelfassade umschlossen, deren äußere Verglasungsebene aus Gewe-Safe Sicherheitsglas mit Sonnenschutz von Schollglas besteht.
Die rund 5.100 Verbundsicherheitsgläser erfüllen nicht nur hohe konstruktive und funktionale Anforderungen. Sie bilden zugleich einen stimmigen Hintergrund für die umlaufenden, hellen Horizontalbänder. Diese sind aus stranggepressten Aluminiumprofilen in Dreieckform waagerecht vor die Verglasung montiert. Mit Abmessungen von 220 Millimeter mal 250 Millimeter erscheinen die Dreiecksprofile in Relation zur Gesamtfassade eher zierlich, weshalb es für die optische Wirkung auf einen kräftigen farblichen Kontrast zur dahinterliegenden Außenverglasung ankam.

Moderne Siebdruckverfahren eröffnen Perspektiven

Hinter der am gesamten Baukörper gleich erscheinenden Verglasung verbergen sich verschiedene anthrazitgraue Glasdekore, vom Punktraster, über Streifen bis hin zu ganzflächig deckenden Elementen. Zukunftsfähige Technologien zum Bedrucken von Flachgläsern eröffnen neue Perspektiven bei der Gestaltung von Glasfassaden, wie für die Außenfassade des Kameha Grand Zürich. Die Kompetenz von Schollglas im Bereich moderner Siebdruckverfahren reicht über die dekorativ-kreative Gestaltung von Glasoberflächen weit hinaus. Das Unternehmen fertigt zum Beispiel eigene Siebe für den Siebdruck, an deren Zusammensetzung höchste Anforderungen gestellt werden, einschließlich der dafür benötigten Filme. Es ging gerade bei diesem Objekt darum, trotz der unterschiedlichen Dekore einen einheitlichen optischen Eindruck zu gewährleisten. Zumal sich diese Homogenität sowohl in der Ansicht am Tage als auch in der abendlichen Durchsicht bewähren musste. Gerade in der Dunkelheit, wenn in einzelnen Räumen das Licht angeschaltet wird, verwandelt sich die gläserne Hülle in eine spannende Gebäudeskulptur und eine Landmarke der besonderen Art.

zuletzt editiert am 26. April 2021
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