An den „Cuts“ erkennt man ihn, den „echten Libeskind“: Die schrägen Einschnitte in der Elementfassade aus Glas und Naturstein, die die beiden geschwungenen Bauvolumen des Düsseldorfer „Kö-Bogen“ formal und optisch zusammenbinden, sind charakteristisch für die Gestaltungssprache des amerikanischen Architekten. An die repräsentative Gebäudehülle werden auch hohe konstruktive und bauphysikalische Anforderungen gestellt.
Der Gebäudekomplex Kö-Bogen ist ein echter Hingucker und outet sich auch zahlenmäßig als ein Projekt der Superlative: 26 Meter hoch, mit einem Umfang von mehr als einem halben Kilometer, 36.000 Quadratmetern Bruttogrundfläche, 1.600 Quadratmetern Fassadenfläche und 2.400 unikalen Fassadenelementen. Am 13. März 2014 wurde der Kö-Bogen nun mit dem renommierten MIPIM Award ausgezeichnet und damit offiziell zum weltbesten Gebäude in der Kategorie „Stadterneuerung“ gekürt.
Die Fassade teilt sich in horizontal gegliederte Flächen auf der einen und vertikal orientierte Bereiche auf der anderen Gebäudeseite sowie dazwischenliegende Ganzglaszonen. Hinter dem komplexen, aufwendigen Muster tritt die modulare Ordnung der Fassade fast gänzlich zurück. Der bewegte Mix aus sandsteinbeigen Travertin-Natursteinplatten, Fensterelement- und Glaskomponenten in Kombination mit dem freigeformten Grundriss des Gebäudes macht nahezu jedes Fassadenteil zum Unikat. Stets bestehen sie aus Glas und aus auf die metallene Unterkonstruktion geklipste Natursteinplatten – das aber jeweils in unterschiedlichem Verhältnis.
Die bei der Verarbeitung von Naturstein verwendeten bauchemischen Produkte wie Verlegewerkstoffe, Fugenmörtel und Dichtstoffe müssen mit dem jeweiligen Naturstein verträglich sein. Denn ungeeignete Dichtstoffe machen jede Fuge zur optischen Narbe, weil Bestandteile des Dichtstoffes in den Stein wandern. Mit dem Silikondichtstoff Illbruck FA880 Natursteinsilikon matt lassen sich diese Verfärbungen verhindern.
Alle Fugen im Vertikalbereich der Fassade wurden mit dem matten Dichtstoff versiegelt und im Anschluss besandet. Der Quarzsand im Farbton der Travertinplatten kaschiert die Silikonfuge und verleiht ihr eine ähnlich raue Optik, wie sie das Natursteinmaterial aufweist.
Für die Abdichtung der Fugen zu den Flügel- und Parallel-Ausstellfenstern der Fassade wurde Illbruck FA150 Bausilikon Premium verwendet. Es handelt sich dabei um einen Silikondichtstoff, der mit Luftfeuchtigkeit elastisch aushärtet, eine gute mechanische Festigkeit aufweist sowie besonders witterungs-, alterungs- und lichtbeständig ist. Der einkomponentige Dichtstoff wird zur Abdichtung von Bauteilen eingesetzt, an die erhöhte Brandschutzanforderungen bestehen, zum Beispiel zwischen massiven mineralischen Baustoffen wie Beton, Putz und Mörtel. FA150 ist außerdem für die Verklebung von Spiegeln sowie für Anwendungen auf Acrylglas und Polycarbonat geeignet.
