Die Experten des zweiten Feinwerkmechanik-Kongresstages: Andreas Grözinger (oben links), Dr. Maja Jeretin-Kopf (oben rechts), Dr. Stefan Zipse (unten links), Martin Wyrsch (mittig), Uwe-Karl Müller (unten rechts). Fotos: Röper
Die Experten des zweiten Feinwerkmechanik-Kongresstages: Andreas Grözinger (oben links), Dr. Maja Jeretin-Kopf (oben rechts), Dr. Stefan Zipse (unten links), Martin Wyrsch (mittig), Uwe-Karl Müller (unten rechts). Fotos: Röper

Feinwerktechnik

23. November 2021 | Teilen auf:

Feinwerkmechanik-Kongress 2021: Span(n)ende Themen mit Nutzwert

(November 2021) Feinwerkmechaniker konnten sich dieses Jahr besonders über spannende Vorträge mit Schwerpunkt Zerspanungsmechanik freuen. Aber auch Nachwuchsgewinnung, Förder- und Rechtsthemen sowie die Spannungsfelder des Jahres 2021 (Naturkatastrophen und Corona) wurden thematisiert.

Es grenzt fast an ein Wunder: Trotz der aktuellen Unbeständigkeit in den Regeln rund um Veranstaltungen, durfte der Metallkongress am 29. und 30. Oktober 2021 im VCC in Würzburg in Präsenz stattfinden. Genauso wunderbar waren die Vorträge, die fachlichen Diskussionen sowie die soziale Interaktion.

Kongresstag 1:

Verband verbindet

Dass die verschiedenen Gewerke im Bundesverband Metall (BVM) nicht nur den Grundwerkstoff gemeinsam haben, wurde unter anderem durch einen Blick in das Kongressprogramm offenbar. Am ersten Tag hörten die Feinwerkmechaniker gemeinsam mit den Metallbauern Vorträge zu Themen, die beide Handwerksdisziplinen gleichermaßen betreffen.

Nach der offiziellen Eröffnung des Metallkongresses durch den BVM-Präsidenten Erwin Kostyra wurde der Wettbewerb um Fachkräfte zum zentralen Thema des Auftakts. Uwe Velhagen (Hilti Deutschland) wies auf die jeweiligen Wertvorstellungen der unterschiedlichen Generationen hin und leitete davon ab, wie sie als Mitarbeiter adressiert werden wollen. Der Präsident des ZDH, Hans Peter Wollseifer, führte die politischen Herausforderungen an, die mit dem Fachkräftemangel im Handwerk einhergehen.

Mit einem nicht weniger brisanten Thema wartete Friedericke Tanzeglock (BVM) nach der Pause auf: Corona. Die Syndikusanwältin präsentierte Auswirkungen und Hilfen für Unternehmer und stand für Fragen parat. Der anschließende Vortrag von Dr.-Ing. Reinhard Fandrich (BVM) stand ganz im Zeichen der Innovation. Der Technische Berater zeigte auf, welche Innovationsbedarfe im Metallhandwerk bestehen, welche Perspektiven existieren und welche Unterstützungsstrukturen erforderlich sind.

Mit dem Auftritt des nächsten Referenten wurde es sehr emotional im ansonsten sachlichen Metaller-Auditorium. Michael Stratmann (Metallgestaltung Stratmann) zeigte eine Präsentation, die überwiegend aus Fotos bestand – Fotos von seinem Metallgestalter-Betrieb, der im Zuge der Unwetter und Starkregen im Sommer heillos überschwemmt wurde. Stratmann wies in diesem Zusammenhang auf die Notwendigkeit entsprechender Vorkehrungen und Versicherungen hin.

Den Abschluss des ersten Kongresstages machte Jan Greschner (Fischer Consulting). In seinem Praxis-Vortrag zeigte er in vielen Beispielen, was mit Lean-Production möglich ist, auch bei weniger als fünfzig Mitarbeitern.

Kongresstag 2:

Spezialisten unter sich

Am zweiten Tag gliederte sich das Programm in eine Vortragsreihe jeweils für die Feinwerkmechaniker und die Metallbauer auf.

Uwe-Karl Müller (Sandvik Tooling Deutschland - Geschäftsbereich Coromant) präsentierte die neuesten Sandvik-Entwicklungen aus den Bereichen Schneidstoff, Schneidengeometrie und Werkzeugaufnahme.

Im anschließenden Vortrag von Martin Wyrsch (Alesa) erhielten die Feinwerkmechaniker einen Einblick in das Produktportfolio des Schweizer Familienunternehmens. Der Einsatz der Alesa Wendeschneidplatten „Delta“ führte bei einer herausfordernden Fräsaufgabe im Unternehmen der stellvertretenden Leiterin der Bundesfachgruppe Feinwerkmechanik, Christine Waldschmidt (Feinwerktechnik Göring), zu einer Halbierung der Fertigungszeit. Christine Waldschmidt demonstrierte die Optimierung anhand von eindrucksvollen Bildern und Daten.

Dr. Maja Jeretin-Kopf (BAT-Solutions) erklärte den Ablauf von Förder-Beantragungen anhand von eingereichten und genehmigten Anträgen und nannte aktuelle Fördermöglichkeiten.

Die Firma Siemens schickte Andreas Grözinger, um den Einsatz des „Digitalen Zwillings“ in der CNC-Arbeitsvorbereitung zu präsentieren. Dabei wurde auch das CNC-System Sinumerik One präsentiert.

Den traditionellen Abschluss der feinwerkspezifischen Vorträge machte Dr. Stefan Zipse (Friedrich Graf von Westphalen & Partner Rechtsanwälte). Der Rechtsanwalt ging in seiner Präsentation auf relevante Urteile zu Nachlieferungsansprüchen und der Haftung in AGB ein. Getrieben durch die aktuellen Lieferengpässe ergaben sich bei den Teilnehmern Fragen aus ihrem täglichen Geschäft. Zipse ordnete die Unklarheiten souverän ein und bot Ratschläge an.

Kongressabrundung:

Gesellige Unterhaltung inklusiveNeben vielen interessanten Fachvorträgen durften sich die Teilnehmer über weitere Kongresselemente freuen.

So wurden die Partnerinnen und Partner der Kongressteilnehmer am ersten Tag durch die Würzburger Stadt und in das ein oder andere Weingut geführt.

Nicht unerwähnt bleiben sollen auch die zahlreichen Aussteller, die den Kongress besonders in den Vortragspausen bereicherten. Die allgemein gesellige Stimmung der Teilnehmer konnte auch bei regen Unterhaltungen an den Ständen beobachtet werden.

Ein Highlight war die Verleihung des Feinwerkmechanikpreises 2021 und des Deutschen Metallbaupreises 2021 in sechs verschiedenen Kategorien. Das Moderatorentrio Schneider, Dombrowski und Siehoff leitete heiter in die kurzweiligen Einspieler der Preisträger ein und zur jeweiligen Preisverleihung über. Auch dieses Jahr waren wieder atemberaubende Siegerobjekte zu bestaunen.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme beim Feinwerkmechanik-Kongress am 4. und 5. November 2022 in der Hilti Akademie in Kaufering.

(Autor: Thomas Röper (B. Eng.) ist Technischer Berater in der gewerbespezifischen Informationstransferstelle beim Bundesverband Metall in Essen)

Bewerbung für den Feinwerkmechanikpreis 2022

Bewerben Sie sich mit diesen Arbeiten:

  • technisch innovatives Produkt
  • Umsetzung innovativer Technologie
  • Lösung von Kundenproblemen/ eigener technischer Probleme
  • Arbeit für außergewöhnliche Kunden
  • innovative Organisations- oder Prozessstruktur im Betrieb
  • Besonderheit in der Berufsausbildung

Bewerbungsphase: 1. Januar bis 31. Mai 2022

Weitere Informationen unter: www.feinwerkmechanikpreis.de

zuletzt editiert am 23.11.2021