Zum dritten Mal wurde jetzt der Feinwerkmechanikpreis verliehen. Gewinner ist diesmal der „GLD 202 Lecksuchmolch mit Schweißnahterkennung“ der Firma Gottsberg Leak Detection aus Oststeinbeck. Eine besonders innovative Kombination von Elektronik, Mechanik und Maschinenbau zeichnet das Gerät aus.
Der 1. Platz des Feinwerkmechanikpreises 2016 wurde von der Jury an die innovative Entwicklung des Mehrkanal-Spektral-Analyse-Molches mit Schweißnahterkennung verliehen, den die Gottsberg Leak Detection entwickelt und konstruiert hat und erfolgreich vertreibt.
Leckagen an Pipelines bringen wirtschaftlichen Schaden und können die Umwelt erheblich belasten. Deshalb müssen aufgrund von behördlichen Auflagen und Sicherheitsvorkehrungen der Pipelinebetreiber in regelmäßigen Abständen während des Pumpbetriebs Dichtigkeitsüberprüfungen durchgeführt werden.
Die meisten sensiblen Messverfahren, wie sie bisher mit den verschiedensten Arten von Molchen durchgeführt werden, sind sehr kostenintensiv (Material- und Personalaufwand). Diese Systeme arbeiten mit analoger Frequenz-Analyse und sie sind nur in der Lage laut und leise zu unterscheiden und arbeiten deshalb relativ ungenau.
Störgeräusche werden ausgeblendet
Das vom Sieger entwickelte System ist eine Neuentwicklung auf der Basis herkömmlicher Lecksuchmolche.
Damit können durch die Erfassung spezifischer Ultraschallsignale und anschließender Mehrkanal-Spektral-Analyse selbst kleinste Leckstellen erkannt und geortet werden. Solche Schadstellen geringen Ausmaßes waren insbesondere an im Boden und im Wasser verlegten Pipelines ein Problem, da ihre Erkennung durch Störgeräusche verhindert wurde. Diese werden jetzt durch die Multi-Spektral-Analyse erfasst und ausgeblendet. Bei der Messung wird jedes akustisches Ereignis einer Streckenposition des Rohres zugeordnet. Die höchste Genauigkeit bei der Distanzmessung wird erreicht, wenn das Fahrgestell mit optionalen Odometerrädern und der Detektor mit einer Erschütterungserkennung ausgestattet werden. Damit können Schweißnähte beim Überfahren erkannt werden und die Leckstelle kann genau lokalisiert werden.
Der normale Förderbetrieb der Pipeline wird während der Überprüfung mit dem GLD-Molch aufrechterhalten. Die zu treffenden Sicherheitsvorkehrungen beim Einsatz im Ex-Bereich sind im Vergleich zu ähnlichen Systemen durch den Einsatz von Edelstahl rostfrei minimiert. Die Bedienung erfordert nur einen sehr geringen Personalaufwand.
Sehr flexibel einsetzbar
Der Leckdetektor ist druck- und explosionsfest gekapselt und er ist der weltweit einzige für den Ex-Bereich Zone 0 zugelassene Inspektionsmolch.
Sein Gehäuse ist sehr kompakt gebaut und er läuft in einem dem jeweiligen Rohrdurchmesser angepassten Fahrgestell durch die zu überprüfende Pipeline. Als Antrieb dient das verpumpte Medium. Der Detektor ist damit versorgungsunabhängig und sehr flexibel einsetzbar.
Der mittelständische Metallbaubetrieb hat auch die Vermarktung der innovativen Technik aufgebaut. Er bietet die Geräte aufgrund der einfachen Bedienbarkeit zum Kauf an, eine Lecksuchmolchung kann aber auch weltweit als Servicedienstleistung gemietet werden.
Durch computerunterstützte Entwicklungs- und Fertigungsmethoden erfolgt die optimale Anpassung jedes Fahrgestells an die jeweilige spezielle Pipelinebedingung des Kunden.
Ein zukunftsträchtiges Standbein
Die Jury ist der Meinung, dass sich ein mittelständischer konventioneller Metallhandwerksbetrieb mit dem preiswürdigen Projekt ein neues zukunftsträchtiges Standbein geschaffen hat. Mit dieser innovativen Entwicklung kann ein wichtiger Beitrag zum Umweltschutz geleistet werden, indem selbst kleinste Lecks zuverlässig erkannt werden und katastrophale Umweltverschmutzungen vermieden werden.
Bewerben Sie sich jetzt!
Am 1. Januar 2017 ist die Ausschreibung zum Feinwerkmechanikpreis 2017 gestartet. Bereits zum vierten Mal vergibt die Zeitschrift M&T in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Metall als ideellem Träger den Preis für besondere Leistungen in der Feinwerkmechanik. Gesucht werden herausragende Produkte, Ideen und Problemlösungen aus diesem Bereich des Metallhandwerks.
Die Bewerber können sich mit diesen Arbeiten bewerben:
- technisch innovative Produkte,
- Umsetzung innovativer Technologien,
- Lösung von Kundenproblemen/eigener technischer Probleme,
- Arbeiten für außergewöhnliche Kunden,
- Organisationsstruktur im Betrieb (technischer Betriebsablauf/technische Organisation),
- Berufsausbildung.
Jeder Betrieb darf sich mit maximal zwei Arbeiten bewerben. Die Bewerbungsunterlagen finden Sie unter feinwerkmechanikpreis.de . Einsendeschluss ist der 31. Mai 2017.
