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Neben den Stuhlführungen bietet Trendelkamp die Ausstattung als Komplettleistung an.

Feinwerktechnik

18. May 2021 | Teilen auf:

Feinwerkmechanikpreis: Barrierefreie Stuhlführung

(Mai 2021) Zu den Bewerbungen für den Feinwerkmechanikpreis in den vergangenen Jahren (die Bewerbungsfrist für den diesjährigen Preis läuft bis zum 31. Mai 2021) gehörte auch ein sehr interessantes Projekt der Firma Trendelkamp Technologie aus Nordwalde. Hier die technischen Einzelheiten.

Die Firma hatte sich mit einem neuentwickelten und patentierten Stuhlführungssystem zum Beispiel für Plenar- und Sitzungssäle beworben. Hierbei handelt es sich um eine trittsichere Stuhlführung, die gerade im Hinblick auf barrierefreies Bauen einen Quantensprung darstellt im Vergleich zu den bisher bekannten und vorgestellten Systemen.
Das Thema Barrierefreiheit ist mittlerweile ein Muss für Auftraggeber, Investoren und Architekten, die sich mit der Planung und Durchführung öffentlicher Baumaßnahmen beziehungsweise deren Vergabe beschäftigen.
Nach einer Verfügung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin sollen zur Vermeidung von Stolpern, Umknicken und Fehltreten die Spalten in Gehbereichen den Wert von zehn Millimeter nicht überschreiten.
Diese Anforderung erfüllt die neueste Erfindung mit einer Breite des Fahrkanals von nunmehr kleiner/gleich 3,5 Millimeter.

Vorteile von Stuhlführungssystemen

Stuhlführungssysteme haben folgende Vorteile:

  • Erhöhte Sicherheit: Laufwege hinter den Stuhlreihen sowie Notausgänge bleiben frei von Hindernissen, sobald der Stuhl automatisch in seine Ausgangsposition zurückgefahren ist.
  • Optik: Stühle positionieren sich automatisch in die Grundstellung, wenn sie nicht benutzt werden. Somit wird ein gleichmäßiges Erscheinungsbild des Saales gewährleistet.
  • Entspannung und Komfort.
  • Kostenersparnis, da Reduzierung der benötigten Zeit zum Reinigen der Fußböden.


Seit inzwischen dreißig Jahren bietet die Firma Stuhlführungssysteme an, die stetig weiter entwickelt wurden. Der erste Auftrag zur Ausführung von Stuhlführungssystemen datiert aus dem Jahr 1991 und war gleichzeitig die Geburtsstunde dieser Konstruktionen: Als zum Zeitpunkt der Wiedervereinigung Deutschlands und im Zuge des notwendigen Umbaus/der Erweiterung des Bundestages in Bonn aus Sicherheits- und Platzgründen das automatische Rückholen des Stuhles an den Tisch erforderlich wurde, ebnete die Erfindung Firmeninhabers den Weg zur Lösung schlechthin.
Aufgrund des langjährigen, umfangreichen Know-how existieren mittlerweile mehr als ein Dutzend an unterschiedlichen Ausführungsvarianten und Sonderanfertigungen von Stuhlführungssystemen, abgesehen von den einzelnen Grundtypen und unterschiedlichen Verfahrwegen.
Weit über 3.000 produzierte Stuhlführungssysteme sprechen für Qualität und Sicherheit in jeder Stufe individueller und komplexer Planungs-, Fertigungs- und Montageprozesse. Mehrere Patente und Gebrauchsmuster wurden angemeldet.
Die Firma bietet die Komplettleistung an: Neben den Stuhlführungssystemen kann in Kooperation mit renommierten Stuhlherstellern auch die komplette Einheit inklusive Bestuhlung angeboten werden. Darüber hinaus fertigen und montieren die Nordwalder bei Bedarf die gesamte Baugruppe, beginnend mit dem Bodenbelag (zum Beispiel Parkett oder Teppichboden) inklusive der erforderlichen, justierbaren Unterkonstruktion bis hin zur Tischanlage und Medientechnik.
Somit ist man in der Lage, Gewerke übergreifend Planungsleistungen zur Anbindung des Stuhlführungssystems an die Podest-Unterkonstruktion mit dem notwendigen Know-how zu erbringen.

Aufgrund der minimalen Fahrkanäle sind die Stuhlführungsvorrichtungen kein Hindernis zum Beispiel für Rollstuhlfahrer oder auf Gehstützen angewiesene Personen.

Behinderten- und Rollstuhlgerecht ausgeführt

Grundsätzlich legt man bei der Entwicklung und Projektierung der Boden- beziehungsweise Unterkonstruktionen Wert auf eine rollstuhlgerechte Ausführung. Diese Aufgabenstellung wurde uns erstmalig im Jahre 1991 in Verbindung mit der Baumaßnahme am Deutschen Bundestag in Bonn gestellt. Durch eine ausgefeilte Steuerungs- und Antriebstechnik können dort beispielsweise die stufigen Auf- und Abgänge per Knopfdruck in Rampen umgewandelt werden, auf denen sich Rollstuhlfahrer bewegen können. Ebenso besteht die Möglichkeit, einzelne Rednerpulte teleskopierbar zu gestalten, so dass deren Höhe je nach Rednergröße und -position (stehend/sitzend) variierbar ist.
Bei den Stuhlführungssystemen ist die Stuhlaufnahme schraubbar gestaltet. Somit kann der Stuhl mitsamt der Stuhlaufnahme ohne viel Aufwand demontiert werden und sodann das vorhandene Abdeckblech (Rastmechanismus) gegen ein Abdeckblech ohne Verfahröffnung ausgetauscht werden, so dass ein rollstuhlgerechter Arbeitsplatz entsteht.

Folgende technisch-konstruktiven Merkmale zeichnen die Entwicklung aus:

  • Neues Design mit modifizierten und schraubbaren Stuhlaufnahmen.
  • Zusätzlich innere und äußere Aufkantung für Teppich-Inlay.
  • Grundgehäuse aus hochwertigem Aluminium.
  • Jedes Gehäuse beinhaltet Linearführungen zur Befestigung der Stuhlaufnahme.
  • Der Rückstellantrieb erfolgt über verschiedene Techniken, so dass ein gleichmäßiger und automatischer Lauf in die Grundstellung gewährleistet wird.
  • Der Verfahrweg zwischen der Grundstellung und der Maximalstellung beträgt wahlweise zwischen 250 und 600 Millimeter.
  • Ein geräuschloser Endanschlag sowohl beim automatischen Fahren in die Grundstellung wie auch beim Verfahren des Stuhls in die Maximalstellung ist gewährleistet.
  • Ein umlaufendes Gurtband verhindert weitestgehend das Eindringen von Schmutz in das Innere der Stuhlführung.
  • Abdeckblech aus Edelstahl, welches zum einen für Revisions-/Wartungszwecke, zum anderen zum Austausch mit einem geschlossenen Blech zur Schaffung von Rollstuhlarbeitsplätzen mit Raststiften versehen ist.
  • Schraubbare Stuhlaufnahme, ebenfalls zur Schaffung rollstuhlgerechter Arbeitsplätze.


Je nach Antriebsprinzip stehen vier ortsfeste Ausführungsvarianten an Stuhlführungssystemen zur Wahl.
Die Nordwalder haben außerdem eine Stuhlführung ohne Antriebstechnik entwickelt, die dem Benutzer ohne jegliche Brems- oder Arretierungsmechanismen ein Anhalten in jeder beliebigen Position der Fahrstrecke ermöglicht, der Stuhl jedoch erst beim Verlassen vollautomatisch in seine Ausgangsposition zurückfährt.

Feinwerkmechanikpreis 2021: Möge der Beste gewinnen!

Seit 1. Januar können Sie sich um den Feinwerkmechanikpreis 2021 bewerben. Besondere Kunden mit besonderen Wünschen? Herausragende betriebliche Leistungen? Innovation pur bei Ihren Entwicklungen? Dann suchen wir Sie! Bewerben Sie sich mit Ihrer besonderen Leistung in diesem Segment des Metallhandwerks.
In diesem Jahr vergibt die Zeitschrift M&T in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Metall als ideellem Träger bereits zum achten Mal diesen Preis für Feinwerkmechaniker.

Die Bewerber können sich mit diesen Arbeiten bewerben:
- technisch innovative Produkte,
- Umsetzung innovativer Technologien,
- Lösung von Kundenproblemen/eigener technischer Probleme,
- Arbeiten für außergewöhnliche Kunden,
- Organisationsstruktur im Betrieb (technischer Betriebsablauf/technische Organisation),
- Berufsausbildung.

Mit Ihrer Bewerbung können Sie nur gewinnen:
- Wir berichten in der Fachzeitschrift M&T über den Gewinner des Feinwerkmechanik-Preises 2021.
- Wir erstellen einen Film über den Gewinner und seine ausgezeichnete Leistung. Diesen Film dürfen Sie für sich nutzen, beispielsweise für Ihre Internetseite.
- Sie gewinnen außerdem zwei Karten inklusive Übernachtung für den Feinwerkmechanikkongress 2021 am 29. und 30. Oktober in Würzburg.

Jeder Betrieb darf sich mit maximal zwei Arbeiten bewerben.
Die Bewerbungsunterlagen finden Sie unter www.feinwerkmechanikpreis.de . Einsendeschluss ist der 31. Mai 2021 .