(Januar 2022) Zu den chancenreichen Bewerbungen für den Feinwerkmechanikpreis 2021 (die Bewerbungsfrist für den diesjährigen Preis läuft seit 1. Januar 2022) gehörte auch ein sehr interessantes Projekt der Firma Hahner Eco Technics, ein Schnelllaufförderer. Hier die Details.
Im Rahmen eines Fördertechnikprojektes für den Audi-Konzern in Ingolstadt bekam die Hahner Eco Techniks den Auftrag, einen Schnellförderer zu liefern. zu diesem Zeitpunkt waren jedoch noch keinerlei technische Spezifikationen bekannt. Nach kurzer Planungsphase wurde ein völlig neues Produkt konzipiert. der innovative Schnellföderer rast mit einer Geschwindigkeit von drei Meter pro Sekunde hin und her und kann dabei Nutzlasten von bis zu 280 Kilogramm transportieren. Dieses Transportsystem ist notwendig, um Fahrzeugkarosseriebauteile blitzschnell an Ort und Stelle im Produktionsprozess zu bringen.
Automatisierte Vernetzung

Bei dem Schnelllaufförderer SLF handelt es sich um ein System zur automatisierten Vernetzung unterschiedlicher Fertigungszellen innerhalb der Produktion. In der automatisierten Fertigung müssen roboterbetriebene Fertigungszellen miteinander vernetzt werden, das heißt ein Bauteil muss von einer Station zur Bearbeitung an der nächsten Station weitertransportiert werden. Oft liegen diese Fertigungszellen weit voneinander entfernt. Bisher geschieht das unter anderem durch sogenannte Stauförderbänder. Dabei bewegt sich das Förderband kontinuierlich bei sehr geringer Geschwindigkeit. Zum Transport der Bauteile werden Bauteilaufnahmen passend zum Bauteil genutzt. Davon wird eine große Anzahl gebraucht, je langsamer die Bandlaufgeschwindigkeit, desto mehr Transportwagen mit Bauteilaufnahmen werden benötigt. Diese Bauteilaufnahmen müssen multidimensional in allen Freiheitsgraden einstellbar sein, damit das Bauteil immer in einer ganz präzise definierten Position zur Aufgabe oder Abnahme durch den Roboter zur Verfügung steht. Das Transportband selbst besteht aus permanentgeschmierten Gliederketten, die regelmäßig gewartet werden müssen und durch die Schmierung auch einen gewissen Schmutzeintrag in den Fertigungsbereich und auf den Bauteilen verursachen.
Das bedeutet:
- Es wird permanent Energie benötigt, um das Förderband anzutreiben, das sich ständig weiterbewegt. Mehr als die Hälfte der Zeit werden aber die Transportwagen mit der Bauteilaufnahme mechanisch an der Weiterfahrt gehindert, da die Geschwindigkeit des Förderbands unabhängig von Taktgeschwindigkeit der Produktion ist. Es wird also viel Energie verschwendet (in Reibungswäre umgewandelt).
- Die Bauteilaufnahmen sind kompliziert und teuer, besonders auch durch die notwendigen Freiheitsgrade zur Einstellung. Es werden viele Aufnahmen pro Stauförderer gebraucht.- Die regelmäßige Wartung der Gliederketten und die Reinigung von Rückstanden der Permanentschmierung verursacht zusätzliche Kosten.
- Es können nur Strecken auf gleicher Ebene ohne Steigungen und Gefälle überwunden werden.
Schnell, effizient und nachhaltig
Der Schnelllaufförderer SLF von Hahner Eco Technics ist ebenfalls ein Transfersystem zum Fördern einzelner Bauteile oder Bauteilgruppen von einer Roboterzelle zur anderen. Diese können durchaus fünfzig Meter voneinander entfernt liegen. Hier wird nur eine Bauteilaufnahme gebraucht, die mit einer Bandgeschwindigkeit von drei Meter pro Sekunde Bauteile mit einem Stückgewicht von bis zu 280 Kilogramm im Stahlbau hängend oder auf ihm stehend von einer Zelle zur anderen fördert. Je nach Abmessungen und Gewicht der zu fördernden Bauteile sind Geschwindigkeiten bis zu sechs Meter pro Sekunde möglich. Durch die modulare Bauweise können Längen, Breiten und Geschwindigkeit der Anlage weitestgehend an die Anforderungen des Kunden angepasst werden. Der Bauteilträger kann auf der Belade- und Entnahmeseite elektromechanisch oder pneumatisch mit 0,3 Millimeter Genauigkeit fixiert werden. Es ist nicht mehr nötig, viele Bauteilaufnahmen ganz präzise zu positionieren, hier wird der Roboter einmal präzise ausgerichtet. Eine elektronische Beschleunigungs- und eine Bremsrampe (durch Einsatz von Frequenzumrichtern und Leistungselektronik) nutzt die Förderstrecke mit Maximaltempo optimal aus oder kann so programmiert werden, dass ein Pendeln des Fördergutes beim Beschleunigen und Abbremsen auf ein Minimum reduziert wird. Die Abnahme und Anlieferung der benötigten Bauteile wird auf den Produktionstakt angepasst, es müssen keine weiteren Bauteile im Stau vorgehalten werden. Je nach Bauteilgewicht kann die Anlage auch leicht steigend ausgeführt werden. Das Fördersystem ist äußerst verschleiß- und wartungsarm.
Das bedeutet:
- Energie wird nur benötigt, wenn auch Bauteile gefördert werden. Der Energiebedarf wir halbiert.
- Kosten für Bauteilaufnahmen fallen nur einmal an, nicht zehn bis zwanzig Bauteilaufnahmen pro Stauförderer.
- Bauteilaufnahmen brauchen keine Einstellmöglichkeiten, da der Roboter einmal eingerichtet wird. Der Transportwagen hält immer präzise am gleichen Ort an und das Bauteil wird am exakt gleichen Ort angenommen oder abgegeben.
- Der Schnelllaufförderer arbeitet im Produktionstakt.
- Sehr geringe Wartungskosten, kaum Verschleiß, keine Kettenlängung usw. durch wartungsfreien Zahnriemenantrieb.
- Keine Verschmutzung durch Schmierstoffe.
- Leichte Steigungen und Gefälle können überwunden werden, das heißt Aufgabe und Abnahme müssen sich nicht auf der gleichen Ebene befinden.
- Der Schnelllaufförderer kann etwa Prozent günstiger angeboten werden als herkömmliche Stauförderer, bei längeren Förderstrecken kann der Preisvorteil noch größer sein.
Klug geplant, perfekt gebaut
Der Schnelllaufförderer SLF rundet das Produktsortiment von Hahner Eco Technics ab, das bisher aus Palettenumlaufförderern und Taktförderern bestand. Es bestand eine Kundenanforderung für einen Schnelllaufförderer, aber ohne jede Spezifikation.
Für das neue System werden zum größten Teil auf dem Markt verfügbare Standartbauteile verwendet und geschickt kombiniert. Es ist ohne großen Maschinenpark mit vorhandener Technik produzierbar. Nur sehr wenige Spezialbauteile müssen angefertigt werden.
Für die Neuentwicklung gab es einige besonders wichtige Treiber:
- Es soll nur noch dann Energie verbraucht werden, wenn der Schnelllaufförderer auch wirklich seine Leistung verrichtet, nicht permanent und nutzlos.
- Der mittelständische Betreib will seinen Kunden viele Neuerungen und Verbesserungen anbieten, bei einem günstigeren Anschaffungspreis und niedrigen Wartungskosten während des Betriebs. Das ist gelungen, es wird ein verbessertes Produkt zu einem etwa dreißig Prozent günstigeren Preis angeboten.
- Das Produkt hat Zukunftspotential.
Feinwerkmechanikpreis 2022 Möge der Beste gewinnen!
Startschuss für die Besten der Feinwerkmechanik: Seit 1. Januar können Sie sich um den Feinwerkmechanikpreis 2022 bewerben. Besondere Kunden mit besonderen Wünschen? Herausragende betriebliche Leistungen? Innovation pur bei Ihren Entwicklungen? Dann suchen wir Sie! Bewerben Sie sich mit Ihrer besonderen Leistung in diesem Segment des Metallhandwerks.In diesem Jahr vergibt die Zeitschrift M&T in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Metall als ideellem Träger bereits zum neunten Mal diesen Preis für Feinwerkmechaniker.
Die Bewerber können sich mit diesen Arbeiten bewerben:
- technisch innovative Produkte,
- Umsetzung innovativer Technologien,
- Lösung von Kundenproblemen/eigener technischer Probleme,
- Arbeiten für außergewöhnliche Kunden,
- Organisationsstruktur im Betrieb (technischer Betriebsablauf/technische Organisation),
- Berufsausbildung.
Mit Ihrer Bewerbung können Sie nur gewinnen:
- Wir berichten in der Fachzeitschrift M&T über den Gewinner des Feinwerkmechanik-Preises 2022.
- Wir erstellen einen Film über den Gewinner und seine ausgezeichnete Leistung. Diesen Film dürfen Sie für sich nutzen, beispielsweise für Ihre Internetseite.
- Sie gewinnen außerdem zwei Karten inklusive Übernachtung für den Feinwerkmechanikkongress 2022 am 4. und 5. November in Kaufering.
Jeder Betrieb darf sich mit maximal zwei Arbeiten bewerben.
Die Bewerbungsunterlagen finden Sie unter www.feinwerkmechanikpreis.de . Einsendeschluss ist der 31. Mai 2022.