VL 3 DUO
Mit einem Teilespektrum bis 150 Millimeter Durchmesser ist die VL 3 DUO ideal für die Fertigung von Getriebebauteilen. Foto: Emag

Feinwerktechnik 2018-05-30T00:00:00Z Feinwerktechnik: Interessante Produktneuheiten

Einige neue Produkte, die kürzlich auf den Markt gekommen sind, können dem Feinwerkmechaniker helfen, seine Fertigung effektiver und rationeller zu gestalten Wir stellen eine Auswahl, wie eine Anlage zur Fertigung von Getriebebauteilen, ein neues Hydraulikspannfutter, eine flexible Laser-Garviermaschine und einen neuartigen Maschinenservice, vor.

Zahnradrohling weich bearbeiten

Mit einem Teilespektrum bis 150 Millimeter Durchmesser ist die VL 3 DUO ideal für die Fertigung von Getriebebauteilen. Das war auch der Grund, warum die vertikale Drehmaschine auf der Technologietagung für Verzahnungen bei Emag Koepfer Ende April vorgestellt wurde.
„Wir als Emag Gruppe sind vor allem Systemlieferant. Unsere Kunden suchen häufig eine Komplettlösung, also vom Rohteil bis idealerweise zum einbaufertigen Bauteil. Dank dem in der Emag Gruppe vorhandenen Wissen und Know-how sind wir in der glücklichen Lage, genau solche Systeme anbieten zu können“, sagt Rainer Grupp, Geschäftsführer von Emag Koepfer. „Daher haben wir am Technologietag nicht nur die aktuellsten Lösungen für die Verzahnung, sondern auch die anderen Technologien aus dem Hause Emag vorgestellt.“
Neben der Vertikaldrehmaschine VL 3 DUO für die Weichbearbeitung des Zahnradrohlings zeigte man verschiedenste Lösungen für die Verzahnung, das Anfasen und Entgraten sowie das Härten der Zahnräder mittels Induktionserwärmung. Auch für die Hartbearbeitung bietet Emag unterschiedliche Technologien und Maschinen, wie zum Beispiel das Wälzschälen der Verzahnungen und das Schleifen der Planflächen mit vertikalen Schleifmaschinen.

Hydraulikspannfutter mit hoher Sicherheit

Hydraulikspannfutter Coro-Chuck 935
Das neue Hydraulikspannfutter Coro-Chuck 935 von Sandvik Coromant stellt den besten Schutz gegen Werkzeugauszug bereit und ermöglicht immer wieder schnelle, starre und sichere Aufspannungen. Foto: Sandvik Coromant

Sandvik Coromant hat mit dem neuen Coro-Chuck 935 ein hochpräzises Hydraulikspannfutter für die Drehbearbeitung entwickelt. Dieses stellt den besten Schutz gegen Werkzeugauszug bereit und ermöglicht immer wieder schnelle, starre und sichere Aufspannungen.
Mit garantiert sicheren Aufspannungen können Fertigungsunternehmen problemlos anspruchsvolle Drehbearbeitungen durchführen, auch solche mit großen Überhängen. Coro-Chuck 935 ermöglicht eine Spannlänge von vier Mal dem Bohrstangendurchmesser. Das neue Hydraulikspannfutter wurde für den Einsatz auf Drehmaschinen, Drehzentren und Multitask-Drehfräsmaschinen entwickelt und deckt die gängigsten Maschinenschnittstellen ab.
Ein weiterer Vorteil des neuen Spannfutters ist der Einsatz der Easy-Fix-Spannaufnahmen, womit die korrekte Mittenhöhe eingestellt und die Rüstzeit deutlich reduziert werden kann. Die Easy-Fix-Spannaufnahmen sind eine Lösung für zylindrische Bohrstangen, bei denen ein in der Spannaufnahme montierter Federbolzen in eine Nut in der Bohrstange einrastet und für eine korrekte Mittenhöhe sorgt. Darüber hinaus bietet Easy-Fix eine exzellente Schneidwirkung und eine verbesserte Standzeit der Wendeschneidplatte.

Dreidimensionale Effekte per Laser

Laser-Graviermaschine Pulsaris 300
Laser-Graviermaschine Pulsaris 300 für 3D-Effekte und vieles mehr. Foto: Lang

Lebendig wirkende Formen, die mit Licht und Schatten spielen, ziehen das Augenmerk auf sich. Dieses Prinzip bringt die Firma Lang jetzt auf Werkstücke: Eine der neuen Entwicklungen des Spezialisten für Fräsmaschinen und Hochpräzisionsmaschinen ist die Erzeugung eines 3D-Effektes auf einer flachen Oberfläche. Dies wird mit der Laser-Graviermaschine Pulsaris 300 aus dem Hause Lang realisiert. Das breite Einsatzspektrum dieser und weiterer Maschinen zeigt das Unternehmen vom 5. bis 7. Juni am Stand 4.E36 auf der Fachmesse für Laser-Materialbearbeitung Lasys in Stuttgart.
Anhand der Laser-Graviermaschine Pulsaris 300 zeigt das Unternehmen, wie die werkzeugfreie und berührungslose Bearbeitung von Werkstücken funktioniert. Dadurch sind hochpräzise Gravuren, feinstes Frosting, gestochen scharfer Mikrotext und unterschiedliche Oberflächenstrukturierungen realisierbar – und dies auch an tiefen oder schlecht zugänglichen Stellen des Werkstückes. Die Maschine eignet sich damit ideal zur Herstellung von Prägestempeln, Gravuren, Beschriftungen sowie komplexer, feiner Strukturen, die mit einem herkömmlichen Gravierstichel nicht möglich sind.
Da die Pulsaris 300 mit extremer Genauigkeit arbeitet, entstehen neben herkömmlichen Anwendungsgebieten auch kreative Lösungen. Lang hat im Bereich Lasern und Gravieren beispielsweise einen Regenbogeneffekt, der insbesondere in der Münzindustrie Anwendung findet, entwickelt. Die Herstellung dieses Effektes dauert wenige Sekunden.
Des Weiteren lässt sich mit der Pulsaris 300 ein 3D-Effekt auf einer flachen Oberfläche erzeugen. Das Verfahren liefert ein 3D-Bild, produziert jedoch rein zweidimensional im Laserverfahren auf dem Werkstück.

Wenn die Maschine den Service anruft

all4cloud
So lassen sich Wartungs- und Serviceprozesse automatisieren. Grafik: all4cloud

„Maschine an Service, Maschine an Service“, so könnte es schon bald durch Fertigungshallen „schallen“. Denn SAP-Partner all4cloud wird auf der Messtechnikmesse Sensor + Test in Nürnberg solch ein IIoT-Szenario live zeigen – von der Störung bis zur Rückmeldung eines Technikers, auf Basis der Cloud-ERP-Lösung SAP Business Design und dem dafür spezialisierten Add-On eam4cloud. Das Ganze spielt sich vom 26. bis zum 28. Juni 2018 ab, in Halle 5 im „Sonderforum Sensorik und Messtechnik im Industrial Internet“. all4cloud ist am Stand 5-106/18 zu finden.
Der deutsche Industrial-IoT-Markt wird sich in den nächsten fünf Jahren mehr als verdoppeln auf rund 16,8 Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2022. Die zustandsorientierte Instandhaltung wird bei Unternehmen enorm wichtig werden, weil sich dadurch Abläufe in der Instandhaltung und im Service beschleunigen lassen. Darüber hinaus dient sie als Datengrundlage, um diese vorausschauend planen zu können.
„Es wäre doch toll, wenn eine Maschine selbst den Service benachrichtigt“, sagt Detlef Aden, IoT- und Digitalisierungsexperte bei all4cloud, „beispielsweise dann, wenn eine Anomalie oder Störung auftritt.“ So lassen sich Maschinen innerhalb kürzester Zeit wieder betriebsbereit machen – ohne, dass das Hauptgeschäft massiv beeinträchtigt wird. Wer aber erfasst und übermittelt die Zustandsdaten der Maschine, Anlage oder des Fassadenelementes? Ganz einfach: Sensoren und Zähler. Ohne Zeitverlust melden sie jede Normabweichung oder Störung. Wann dies geschieht, lässt sich im Vorfeld definieren, anhand von hinterlegten Regeln. Eine solche Regel könnte lauten: „Lieber Sensor, melde bitte sofort, sobald die Vibrationen einer Maschine das definierte Normlevel überschreiten.“
Zum einen werden Wartungen nicht mehr vergessen, weil die Maschinen melden, dass diese anstehen. Zum anderen lassen sich Wartungs- und Inspektionsaufträge automatisch planen, initiieren und zuteilen – verbrauchs- und zustandsabhängig. Predictive Maintenance ist daher ein IoT-Szenario, das sich immer stärker durchsetzen wird. Drittens lassen sich Service-Prozesse von zeitaufwändigen administrativen Aufgaben befreien. Nach einer Stör- oder Wartungsmeldung durch einen Sensor geht dabei automatisch ein Arbeitsauftrag an die Techniker, die sich der Sache annehmen. Anschließend werden alle Daten, etwa Zeitaufwand oder die Anzahl der benötigten Ersatzteile, automatisch an das ERP-System gemeldet. Wird die Wartung nicht inhouse durchgeführt, sondern als Dienstleistung für einen Kunden erbracht, lässt sich aus dem ERP-System bereits wenig später eine Rechnung versenden und abrechnen. Somit ist der Prozess nahezu vollständig automatisiert.

zuletzt editiert am 26. April 2021
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