Eine geöffnete Glastür in einem modernen, hellen Flur mit weißen Wänden und grauem Boden.
Feststellanlagen arbeiten nach dem Ruhestromprinzip. Bei Brand- oder Rauchdetektion unterbricht die Auslösevorrichtung die Stromzufuhr, die Feststellung löst sich und die Türe schließt sich. (Quelle: Geze)

Statik, Planung & Beratung 2026-02-12T10:41:31.250Z Feuerschutzabschlüsse: Brandmelder richtig montieren

Das Zusammenspiel aus Türen oder Toren, Branderkennung und Schließern macht Feuerschutzabschlüsse zu komplexen Systemen. Damit sie sicher funktionieren, müssen nicht nur das Bauelement, sondern auch die Brandmelder (Sturz- und Deckenmelder) an den richtigen Positionen normgerecht montiert und die Feststell- und Schließanlage korrekt eingestellt sein. 

Feststellanlagen sind sicherheitsrelevante Systeme, die dafür sorgen, dass Brand- oder Rauchschutztüren im Normalbetrieb offen stehen und sich im Brandfall automatisch schließen. Sie sind vor allem in Flucht- und Rettungswegen sowie bei hohem Personenverkehr vorgesehen. Um einen Brand zu erkennen, müssen die Systeme mit Detektoren ausgestattet sein – den Brandmeldern. Je nach örtlicher Gegebenheit benötigt eine Anlage einen oder mehrere Melder. Auch der Installations-Ort (am Sturz, an der Decke) hängt von der Einbausituation ab. Sturzmelder können in der Gleitschiene integriert sein oder als einzelnes Bauteil eingesetzt werden. In bestimmten Fällen genügt ein einzelner Melder nicht, und es sind mehrere zu montieren. Entscheidend ist immer, dass Rauch früh genug entdeckt wird.

Feststellanlagen in der Gleitschiene

Ein Rauchmelder an der Decke kommuniziert drahtlos mit einem Handgerät und einer Türsteuerung.
Funksystem 155 F: An das Funkmodul in der Gleitschiene sind Rauchschalter und Handtaster angeschlossen. (Quelle: Hekatron)

Die kompakteste Bauform für Feststellanlagen ist, wenn alle Komponenten in die Gleitschiene integriert sind: Feststellvorrichtung plus Auslösevorrichtung mit Rauchschalter und Energieversorgung. „Bei dieser Bauweise entfallen zusätzliche Bauteile an Wand oder Boden. Das führt zu einer eleganten Optik und reduziert den Montageaufwand“, erklärt Stephan Krämer, Produktmanager der Assa Abloy Sicherheitstechnik GmbH. Die Lösung ist ideal für Standardöffnungswinkel bis etwa 130 Grad und sorgt für eine sauber in die Innenarchitektur integrierte Tür. Bei Öffnungswinkeln über 130 Grad ist eine klassische Feststellanlage mit Haftmagnet erforderlich. Bei dieser Lösungsvariante nimmt die Gleitschiene (nur) die Auslösevorrichtung mit Rauchschalter und die Energieversorgung auf.

Die Montage erfolgt im Wesentlichen analog zu der einer Standardgleitschiene. Das Grundbohrbild ist in der Regel identisch, nur die Bohrungen für die Energieversorgung sind zu ergänzen. Beim Anschluss an den Strom ist zu beachten, dass nur eine Elektrofachkraft einen 230-Volt-Stromanschluss installieren darf und für 24-Volt-Anschlüsse nur Monteure mit entsprechender Feststellanlagen-Schulung infrage kommen.

Zusätzliche Rauchmelder lassen sich am einfachsten als Funkmelder anschließen, das erspart die Verkabelung. Die exakte Platzierung der Melder legen die Bauartgenehmigung sowie die örtliche Situation fest. Beispielsweise beeinflussen Deckenhöhe und rauchdurchlässige Zwischendecken Zahl und Position der Deckenmelder. Die zulässigen Komponenten der Feststellanlage werden ebenfalls in der Bauartgenehmigung benannt.

Mindestabstand beachten

Ein moderner Büroflur mit einer offenen Glastür, die zu einem hellen Raum führt.
Feststellanlagen unterliegen strengen Anforderungen, die in den „Allgemeinen technischen Anforderungen und Prüfungsgrundlagen für das aBG-Verfahren für Feststellanlagen und das Zulassungsverfahren für Geräte und Gerätekombinationen für Feststellanlagen“ definiert sind. Basierend auf dieser Richtlinie und den damit verbundenen Prüfungen wird die allgemeine Bauartgenehmigung vom DIBt erteilt. (Quelle: Assa Abloy)

Zehn Millimeter zwischen Gleitschiene und Sturz – ist dieser Mindestabstand nicht einzuhalten, ist die integrierte Variante unzulässig. „In diesen Fällen muss eine Rauchschaltzentrale, also die Auslösevorrichtung mit Rauchschalter und Energieversorgung, an die Wand oberhalb der Rauchdurchtrittsöffnung montiert werden“, erklärt Krämer. Bei dieser Montageart – beispielsweise mit der  Rauchschaltzentrale RZ100 – darf der Abstand zur Rauchdurchtrittsöffnung maximal 70 Millimeter betragen.

Der Handauslösetaster – bei Feststellanlagen mit Freilauftürschließern oder mit hohen Auslösekräften vorgeschrieben – muss gut zugänglich sein. „Achten Sie zudem darauf, dass die Feststellanlage bei Feuerschutzabschlüssen mit der Brandschutztür geprüft ist“, empfiehlt Krämer. Bei Umrüstungen braucht der installierende Metallbaubetrieb die Zustimmung des Türenherstellers. In solchen Fällen können Adapterplatten helfen, bestehende Bohrbilder zu nutzen.

Die Funkanbindung des Handauslösetasters bietet dieselben Vorteile. Oliver Roth, Fachplaner für Türen bei Geze, nennt ein konkretes Beispiel: „Die Nachrüstungen in historischen Gebäuden sollte mit wenig Eingriff in die Bausubstanz auskommen. Funk-Systeme minimieren diese Eingriffe und sind so auch ästhetischer als kabelgebundene.“

Barrierefreiheit gewährleisten

Besondere Bedeutung kommt Feststellanlagen zu, wenn Barrierefreiheit gefordert ist. DIN 18040-1 empfiehlt (im Abschnitt 4.3.3.3) ausdrücklich deren Einsatz: Türen, die schwer zu öffnen wären, müssen so im Alltag nicht bewegt werden. Das erleichtert bestimmten Personengruppen das Handling, ohne die Schutzfunktion der Elemente zu beeinträchtigen. „Wie bei allen Feuerschutzabschlüssen ist zudem vom Betreiber sicherzustellen, dass die Türblätter immer schließen können, die erforderlichen Bereiche also ständig frei bleiben“, meint Roth.

Brandmelder: Anzahl und Positionen

Damit im Brandfall alles richtig funktioniert, müssen die Brandmelder – Sturz- oder Deckenmelder – an der richtigen Stelle montiert sein, um Rauch schnell erkennen zu können. Im Regelfall gehört mindestens ein Sturzmelder über der Oberkante der lichten Öffnung und je ein Deckenmelder an den Decken der angrenzenden Räume zum System. Anzahl und Positionierung hängt vor allem von der Einbausituation ab. „Beispielsweise können Deckenmelder entfallen, wenn der Abstand von Sturzöffnung zu Unterkante Decke auf beiden Seiten kleiner-gleich ein Meter misst und die Öffnung nicht breiter als drei Meter ist“, erklärt Roth. Sturzmelder dürfen nicht mehr als zehn Zentimeter über der Öffnung liegen. Dabei ist bei der Positionierung besonders darauf zu achten, dass die Rauchkammern des Melders nicht beeinträchtigt werden, damit ein freier Durchzug aufsteigender Rauchpartikel durch die Kammer gewährleistet ist.

Gesamtanlage: Regelmäßig warten

Feststellanlagen (bzw. Feuerschutzabschlüsse insgesamt) müssen vom Betreiber ständig betriebsfähig gehalten werden. Um dies sicherzustellen, sind regelmäßige Funktionsprüfungen Pflicht – eine monatliche bzw. vierteljährliche Überprüfung und eine jährliche Wartung gemäß der „Instandhaltungsnorm“ DIN 14677-1. Oliver Eckerle, Produktmanager Feststellanlagen bei Hekatron, verweist darauf, dass diese Arbeiten nur sachkundiges Personal übernehmen darf: „Das Überprüfen kann auch ein Hausmeister-Dienst übernehmen, für die jährliche Wartung kommen nur Fachkräfte für Feststellanlagen nach DIN 14677-2 infrage. Für beide Aufgaben gilt, dass die Ausführenden die Arbeit gewissenhaft dokumentieren müssen.“ Metallbaubetriebe, die Mitarbeitende zur Fachkraft qualifizieren, haben so die Chance für kontinuierliche Folgeaufträge. Eckerle ergänzt: „Auch weitere Prüfpflichten wie die Tauschzyklen von Brandmeldern sind in der Norm geregelt und zwingend zu beachten.“

Brandmelder lassen sich per Kabel oder Funk mit der Meldeanlage verbinden. Die Funk-Technik bietet (siehe oben) mehrere Vorteile. „Ohne Kabel ist schneller installiert, in manchen Situationen entfällt sogar ein Wanddurchbruch. Bis zu 60 Prozent Zeitersparnis sind drin“, meint Eckerle. Das System „155 F“ von Hekatron bietet mit integrierter Echtzeit-Reichweitenmessung sogar die Ein-Mann-Inbetriebnahme und lässt sich als Nachrüstlösung auch an drahtgebundene Systeme anschließen. Mit einer Reichweite bis 20 Meter sind gerade schlecht zugängliche Montage-Orte leichter in eine Anlage einzubinden, bis zu 20 Funkteilnehmer sind möglich. „Solche modernen Melder sind zudem auch optimal digital ausgestattet. Echtzeit-Datenübertragung, Checklisten und Protokolle sorgen für standardisierte Abläufe und transparente Dokumentation“, erklärt Eckerle. Die Einbindung in Hersteller-Apps für Service und Wartung ist ebenso einfach.

Funk-Rauchmelder an Toren

Analog zu den Türen lässt sich auch bei Brandschutztoren mit der Installation von Funkmeldern anstelle von kabelgebundenen Meldern viel Montagezeit sparen. Monteure brauchen damit für eine vollständige Feststellanlage nur noch rund 1,5 Stunden gegenüber vier bis fünf Stunden für konventionelle Lösungen. Torgröße und Hallenhöhe beeinflussen den Einbauaufwand in beiden Fällen. Ein gemeinsames Erklärvideo von Hekatron und Teckentrup veranschaulicht beide Einbau-Varianten. 

Ein Mann im Anzug steht vor einem blauen Hintergrund und lächelt in die Kamera.

Montage-Fehler

So lassen sie sich vermeiden

Falsche Position, falsche Abstände, zu wenige Detektoren: Fehler passieren bei der Installation von Feststellanlagen schnell. Josef Faßbender weist im Interview auf die gravierendsten Fehlerquellen hin.

Für die Montage von Brandmeldern und Feststellanlagen ist Fachwissen notwendig. Mit welcher Qualifikation sollten sich Einbau-Teams an die Arbeit machen?

Die Montage erfordert zwar keine besondere Ausbildung, aber wer installiert, muss die grundlegenden Vorgaben des DIBt nicht nur kennen, sondern auch verstanden haben und die örtliche Situation eigenständig bewerten können. Zudem darf die Abnahme nur von Fachleuten vorgenommen werden, die vom jeweiligen Hersteller zertifiziert sind.

Leider kommt es beim Einbau der Melder immer wieder zu Fehlern – welche sehen Sie häufig?

Typische Montagefehler sind zumeist auf mangelhafte Ausbildung zurückzuführen. Rudimentäre Kenntnisse reichen nicht. Häufig anzutreffen sind:
zu wenig Abstand zwischen dem Gleitschienen-Gehäuse mit integrierter Rauchschaltzentrale und den darüber liegenden Bauteilen. Hier ist generell (herstellerübergreifend) ein Mindestabstand von zehn Millimetern einzuhalten,
fehlende Deckenmelder aufgrund falsch bewerteter örtlicher Situation oder
falsch positionierte Deckenmelder, zum Beispiel oberhalb von Leitungssträngen, wodurch diese nicht revisionierbar sind, seitlich der Rauchdurchtrittsöffnung, in der Nähe von Lüftungsauslässen oder oberhalb von Abhangdecken, bei denen sich die größte Rauchkonzentration unterhalb dieser Decken sammelt.
Aufgrund solcher Montagefehler kann der Rauch nicht sicher detektiert werden, und Feuerschutzabschlüsse/Rauchschutztüren bleiben im Brandfall länger offen. Dann droht, dass Fluchtwege verrauchen.
Leider werden auch die Abnahmen immer wieder nicht mit der notwendigen Sorgfalt ausgeführt oder offensichtlich gar vom Schreibtisch aus, ohne das Objekt gesehen zu haben.

Worauf sollten also Metallbaubetriebe besonders achten?

Unternehmen müssen unbedingt in das Know-how ihrer Mitarbeiter investieren. Das zahlt sich aus: Weniger Fehler, qualitativ höherwertige Arbeit im Vergleich zu schlecht ausgebildeten Nachunternehmen. Für Feststellanlagen empfehle ich eine Zertifizierungsschulung bei den Herstellern oder eine herstellerneutrale Weiterbildung zur „Fachkraft für Feststellanlagen nach DIN 14677“, wie sie beispielsweise die DFATT auch als In-House-Seminar anbietet. Vor allem die Sensibilisierung der Mitarbeiter für den Brandschutz und die damit verbundene Verantwortung ist wichtig.

zuletzt editiert am 12. Februar 2026