Glas gehört längst zum Metallbau wie Aluminium oder Stahl: Der Baustoff ist präsent von der Fassade bis zum (Terrassen-)Dach, von Treppen- bis Balkongeländer. Die wachsende Variabilität sowohl von Gläsern als auch bei den Systemen weitet die Einsatzfelder sogar aus. Ein Blick auf aktuelle Entwicklungen.
Metall und Glas, wie gut passt das – bei Türen, Fenstern und Fassaden, Vor- und Terrassendächern, Innenwänden, Treppengeländer oder Balkonbrüstungen, zum Sommer- und Wintergartenbau. Genauso vielfältig wie die Einsatzfelder sind moderne Gläser. Wärme- und Überhitzschutz, Einbruch- oder Brandschutz, besonders dünne Scheiben: Der transparente Baustoff passt sich nahezu jedem Bedarf an. Glas ist am Bau fast schon ein Allrounder geworden – und der Metallbau ist sein perfekte Partner. Je nach betrieblichem Schwerpunkt rücken unterschiedliche Einsatzfelder in den Fokus, eine zentrale Rolle spielen vor allem die Montagesysteme – denn hier setzt die Arbeit des Metallbaubetriebs an. Neben Verarbeitungssicherheit zählen einfache und schnell montierbare Lösungen. Genau an diesen Stellschrauben setzen auch die Systementwickler an. Sebastian Till, Vertriebsleiter Bohle AG (Haan), meint dazu: „Für Metallbaubetriebe ist Glas ein spannendes Geschäftsfeld, wenn Verarbeitung, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit zusammenpassen.“ Diesen Dreiklang sollen Systemlösungen erfüllen: Sie sollen es Verarbeitern ermöglichen, Glasbau effizient und zuverlässig umzusetzen – vom Geländer bis zur modernen Trennwand.

Leistungsfähige Systeme
Dieser Leitgedanke zeigt sich beispielsweise in Geländersystemen. Für Auftraggeber zählt die besondere Eleganz von Absturzsicherungen aus Glas für Balkone oder Galerien, für den Metallbau sind einfacher und sicherer Einbau entscheidende Faktoren. Als eta-
blierte Konstruktionsart kommen Pfostensysteme zum Einsatz: Pfosten und Glasklemmen, wenn gewünscht mit Handläufen, je nach Ausführung mit Boden- oder Seitenmontage. Noch filigraner wirken Punkthalter als dezente, seitliche Befestigung der Glasscheiben. Eine besonders transparente, nahezu rahmenlose Lösung lässt sich mit Bodenglasklemmen realisieren. Hier bewähren sich Befestigungen ohne Glasbohrung, unter anderem in höhen- und winkelverstellbaren Ausführungen.

Ein Beispiel für besonders montagefreundliche Systeme: Als Ganzglasgeländersystem mit unterschiedlichen Profilvarianten für Boden- und Seitenmontage mit vormontierten Glaslagereinheiten und wenigen Befestigungspunkten lässt sich das liniengelagerte Ganzglasgeländer Vetromount (Bohle) in kurzer Zeit einbauen. Das geprüfte System mit allgemeinem bauaufsichtlichem Prüfzeugnis (und für viele Anwendungen: mit Systemstatik) wird von der absturzabgewandten Seite montiert – ein sicherheitsrelevanter Aspekt. Da sich die Gläser stufenlos ausrichten lassen, ist zudem eine akkurate Ansicht vergleichsweise einfach umzusetzen.

Kommt es als Treppengeländer zum Einsatz, eignet sich besonders das „Seitenprofil U“ für die seitliche Montage am Treppenlauf. Bei dem in 200-Millimeter-Abständen vorgebohrten Profil lassen sich die Befestigungspunkte mit einem Abdeckprofil elegant verblenden. Eine besonders filigrane Alternative sind Punkthalter, mit denen die Scheiben seitlich befestigt werden, der Abstand zwischen Glas und Treppenkonstruktion ist dabei variabel. Mit Zubehör wie Eckwinkeln, Endkappen und Stoppern, die die Glasscheiben bei der Treppenmontage gegen Verrutschen sichern, wird Vetromount zum Gesamtsystem, das mit Blick auf alle Montageschritte entwickelt ist. Eine Alternative: winkelverstellbare Bodenglasklemmen.

Ebenso sind Trennwände aus Glas ein Feld für den Metallbau. „Mit FrameTec Select 2.0 bekommt der Handwerker ein schlankes Profilsystem für offene und helle Raumkonzepte, das bereits ein- und zweiflügelige Türen, Oberlichter, Seitenteile, Eck- und T-Verbindungen im System bereithält“, erklärt Till. Mit Schalldämmwerten bis 37 dB eignen sich die Trennwände auch im Verwaltungs- und Gewerbebau für ruhige Konferenzzonen.

Leistungsfähige Gläser: Dünn und multifunktional
U-Wert, g-Wert, Schallschutz – Glas lässt sich heute variabel und bedarfsgerecht konfigurieren. Wie sich das bei besonders anspruchsvollen Anforderungen lösen lässt, zeigt die Sanierung der historischen Maschinenzentralstation in der Hamburger Speicherstadt. Das charakteristische Erscheinungsbild der denkmalgeschützten, historischen Stahlprofile der Fenster sollte erhalten bleiben. Zugleich waren die erhöhten Anforderungen an Wärme-, Schall- und Sonnenschutz zu erfüllen. Dafür entwickelte Sollingglas (Derental) eine objektspezifische Lösung, also keine Standardverglasung, sondern ein abgestimmtes Gesamtsystem, das Stahlrahmen, Lackierung, Klebstoff, Isolierglas-Randverbund und Randpassivierung betrachtet. Anstelle des ursprünglichen Leinölkitts wurden die individuell gefertigten Isolierglas-Elemente in die bestehenden Stahlrahmen verklebt.

Entscheidend für die Dauerhaftigkeit war die nachgewiesene Verträglichkeit aller verwendeten Materialien, um Schäden durch Feuchtigkeit, Materialunverträglichkeiten oder Spannungen in den Anschlüssen dauerhaft auszuschließen. Die unterschiedlichen Isolierglas-Einheiten wurden entsprechend der Fassadenorientierung aufgebaut: Auf der Nordseite standen Wärme- und Schallschutz im Vordergrund, auf der Südseite ist in den Scheiben auch ein farbneutrales Sonnenschutz-Coating integriert. Die Randpassivierung schützt den Randverbund vor UV-Strahlung und sorgt dafür, dass sich die Verglasung optisch unauffällig in die schmalen historischen Stahlprofile einfügt. Damit solche Projekte optimal laufen, sollten sich Glas-Hersteller und Verarbeiter frühzeitig abstimmen – dann lässt sich das Produkt-Know-how mit dem Fachwissen über die beste Verarbeitung ideal verbinden.
Fazit

Metallbaubetriebe, die Glas in ihr Angebots-Portfolio aufnehmen, können mit bewährten Systemen und der engen Abstimmung mit den Systemgebern in einem breiten Marktfeld agieren.
20. – 23. Oktober 2026
Glasstec in Düsseldorf
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