Mann reinigt fassade
Wird fachgerecht mit den richtigen Techniken gearbeitet, lässt sich das ursprüngliche Aussehen der Fassaden wiederherstellen. (Quelle: Kärcher)

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6. December 2022 | Teilen auf:

Hochdruck, Niederdruck, weiche Borsten

Metallfassaden: Bei der Fassadenreinigung geht es oft um Putz, Holz oder Glas – dass auch Metallfassaden regelmäßig gereinigt werden müssen, steht weniger im Fokus. Wird fachgerecht mit den richtigen Techniken gearbeitet, lässt sich das ursprüngliche Aussehen wiederherstellen.

Neben der Wiederherstellung lassen sich auch Verwitterungs- und Korrosionseinflüsse bekämpfen und somit Sanierungs- und Renovierungsintervalle verlängern. Warum Hochdruckreiniger in diesem Fall mit einem Niederdruckstrahl arbeiten, und welche Rolle weiche Borsten spielen – Einblicke in die Welt der Metallfassadenreinigung.

Sonderfall Metallfassade (1): Aluminium

Wie alle Fassadenarten sind auch Metallfassaden Wetter- und Umwelteinflüssen wie UV-Strahlung ausgesetzt. Sie bestehen meist aus kunststoffbeschichtetem, eloxiertem oder lackiertem Aluminium oder aus rostfreiem Edelstahl. Aluminium wird besonders gerne verwendet, weil es über ein geringes spezifisches Gewicht und gute mechanische Verarbeitungsmöglichkeiten verfügt. Da das Material eine natürliche Oxidschicht bildet, ist es recht gut vor Rost geschützt. 

Handelt es sich um eloxiertes Aluminium, wird diese Oxidschicht künstlich verstärkt und ist um 2.000 bis 4.000 mal dicker als die natürliche Variante. Außerdem besitzt Eloxal feine Poren, so dass über Tauchverfahren bronzene, dunkelbraune oder helle Farbtöne erzeugt werden können. Das Material ist widerstandsfähig, allerdings nicht gegen Säuren und Laugen, weshalb beim Einsatz von Reinigungsmitteln Vorsicht geboten ist.

Sonderfall Metallfassade (2): Beschichtung, Lack und Edelstahl

Metallfassaden können beschichtet oder lackiert werden, um die Robustheit zu erhöhen. Allerdings führen in diesem Fall Witterungseinflüsse zur sogenannten Kreidung. Das heißt, Polymere auf der Oberfläche zersetzen sich, weshalb die darin eingebetteten Farbpigmente ihren Halt verlieren. Der Regen wäscht sie aus, und es bleiben nur noch Polymerreste und Füllstoffe übrig, die eine mehlige, weiße Optik mit sich bringen.

Rostfreier Edelstahl ist zwar ein sehr widerstandsfähiges Material, aber Wind und Wetter setzen ihm ebenfalls zu. Wird nicht regelmäßig gereinigt, entstehen hartnäckige Einlagerungen von Industrieabgasen, salzhaltigem Spritzwasser oder Bremsenabrieb. Diese Rückstände können zu Schäden an der Passivschicht führen, die mit der Zeit durch die Reaktion von Sauerstoff mit dem Chrom im Edelstahl entsteht und vor Korrosion schützt.

Von der Bauphase an sauber: Was bei der Reinigung zu beachten ist

Während der Bauphase ist eine Metallfassade gegebenenfalls stärkeren Verschmutzungen ausgesetzt. Sollen Gips, Mörtel oder Betonreste entfernt werden, so ist dies mit Holz- oder Kunststoffspateln möglich. Wichtig ist, diese Arbeiten möglichst schnell nach Auftreten der Verschmutzung zu erledigen, da diese Materialien stark alkalisch sind. Sie können speziell bei eloxiertem Aluminium irreparable Schäden hervorrufen, was unbedingt zu vermeiden ist.

Ist die Fassade vom groben Schmutz befreit, kann mit der Erstreinigung begonnen werden – dabei besteht kein Unterschied zu späteren Reinigungsmaßnahmen, die in einem regelmäßigen Turnus erfolgen sollten. Bei normaler Umweltbelastung ist eine Reinigung alle zwei Jahre empfehlenswert, wodurch sich die Anwendung abrasiver Reinigungsmittel und der damit verbundene Aufwand hinauszögern lassen.

Hochdruckreiniger mit Niederdruckstrahl: Sanft, aber leistungsstark

Um Verschmutzungen an Metallfassaden zu lösen, kommt ein Hochdruckreiniger zum Einsatz, der mit Waschbürsten mit weichen Naturhaar- oder Polyamid-Bürsten (starr oder rotierend) arbeitet. Durch die große Öffnung an der Bürste strömt das Wasser als Niederdruckstrahl aus, was zwei Vorteile hat: Schäden an der hinter der Fassade liegenden Isolierschicht lassen sich vermeiden und selbst stark haftende Verschmutzungen werden durch die Mechanik der Bürste meist zügig und wassersparend entfernt.

Um Verschmutzungen an Metallfassaden zu lösen, kommt ein Hochdruckreiniger zum Einsatz. (Quelle: Kärcher/Jan Potente)

Zum Schluss werden alle Reinigungsrückstände mit klarem Wasser abgespült, bevor die Fassade abgezogen oder abgeledert wird. Je nach Gegebenheiten vor Ort, finden dabei Teleskopstangensysteme oder Hubbühnen Verwendung. Um das Erscheinungsbild möglichst lange gleichmäßig zu erhalten, lässt sich ein Konservierungsmittel aufbringen und sorgfältig auspolieren – dies dient auch dem Schutz vor Emissionen, die eine Neuanschmutzung begünstigen.

Wenn es mehr braucht: Einsatz von Reinigungsmitteln

Je nach Verschmutzungsgrad, kann ein passendes Reinigungsmittel zur Unterstützung in der vorgegebenen Dosierung verwendet werden. Wer die Einwirkzeit verlängern möchte, kann das Reinigungsmittel vorab per Pumpsprühflasche aufbringen. Um Schäden zu vermeiden, sollten ausschließlich neutrale Reinigungsmittel mit einem pH-Wert von 7 zum Einsatz kommen.

Haben sich mangels regelmäßiger Reinigungsmaßnahmen über die Jahre festhaftende Beläge gebildet, muss abrasiv gearbeitet werden. In diesem Fall verwendet man ein Reinigungsmittel mit Schleifzusätzen in Kombination mit geeigneten Fassadenpads aus weißem, kratzfreiem Vlies. Diese Arbeiten können manuell oder mit Unterstützung elektrisch betriebener Handmaschinen durchgeführt werden.

zuletzt editiert am 14.11.2022