Bei der Firma Fuchshofer Präzisionstechnik gelang es den Zerspanungsspezialisten von TCM Austria, die Bearbeitungszeit bei Bauteilen für die Luftfahrtindustrie um bis zu fünfzig Prozent zu reduzieren. Das gelang neuen positiven, weichschneidenden Hochvorschubfräsern.
Die Firma Fuchshofer Präzisionstechnik aus der West-Stermark ist ein Paradebeispiel für den gerne verwendeten Begriff „junges, aufstrebendes Unternehmen“. Im Jahre 1994 durch Hannes Fuchshofer gegründet, ist man heute schon geschätzter und kompetenter Partner von namhaften Unternehmen der Luft- und Raumfahrt sowie der Automobil- und Elektronikindustrie und der Medizintechnik.
Ein Ausruhen auf dem Erreichten käme dem Gründer Hannes Fuchshofer aber nicht in den Sinn. „Wir bleiben unserem Motto treu: Heute besser als gestern. Morgen besser als heute“, erläutert er seine Firmenphilosophie.
Kräftiger Investitionsschub

Wenn Hannes Fuchshofer über seine kurzfristige Planung bei der Firmenentwicklung berichtet, gewinnt man vielmehr den Eindruck, hier wird gerade durchgestartet. Am jetzigen Standort Eibiswald wird kräftig investiert. Es entsteht eine neue 2.600 Quadratmeter große Hochpräzisions-Fertigungshalle mit einem Investitionsvolumen von fast sieben Millionen Euro. In die neue Halle wird die komplette mechanische Fertigung – Drehen, Fräsen, Schleifen – verlagert. Auch die innovativen Ultra-Sonic-Technologien werden in dem neuen Betriebsgebäude untergebracht. Ziel ist es, dass die bestehenden Betriebsflächen von 1.800 Quadratmetern komplett für die zukunftsträchtige additive Fertigung zur Verfügung stehen.
Solide und innovativ

Das sind die Adjektive, die die Aktivitäten und Fertigungslinien bei Fuchshofer trefflich beschreiben, wobei sie hier keine Gegensätze sind, sondern sich hervorragend ergänzen. Die Fertigungslinien:
- CAM-CNC-Präzisionstechnik,
- Sondermaschinenbau und Montage,
stehen dabei für das solide Fundament des Unternehmens. Die Bereiche: - Ultrasonic Schleiftechnik,
- additive Fertigung,
zeugen von der Innovationskraft und dem Willen des Firmenchefs, den zweiten Absatz des Firmenslogans „Morgen besser als heute“ nicht nur zu nennen, sondern auch zu leben.
Wachstum durch Innovation

Das junge Unternehmen beschäftigt zurzeit etwa achtzig Mitarbeiter und hat sich spezialisiert auf kleine, präzise Teile, die in erster Linie für Unternehmen der Medizintechnik, Elektrotechnik, den Motorsport sowie die Luft- und Raumfahrt gefertigt werden. Der Kundenbereich erstreckt sich über ganz Österreich sowie Norditalien und Süddeutschland.
Um das Unternehmensziel „Wachstum durch Innovation“ zu erreichen, sind aber nicht nur die richtigen und zukunftsweisenden Produkte und Fertigungsverfahren notwendig, auch ein gut ausgebildeter und hochmotivierter Mitarbeiterstab ist Voraussetzung für den Erfolg. Mitarbeitermotivation und Förderung steht folglich auch ganz oben auf der Prioritätenliste der Geschäftsführung.
Zur Mitarbeiterzufriedenheit wird sicher auch die neue Mensa beitragen, die im neuen Fertigungsgebäude entsteht. Zudem sollen Betriebsausflüge und gemeinschaftliche sportliche Events das Gemeinschaftsgefühl fördern.
Auch im Ausbildungsbereich sind die Aktivitäten bei Fuchshofer außergewöhnlich, so liegt die Ausbildungsquote mit zehn bis zwölf Prozent weit über dem Durchschnitt. Nach der Ausbildung werden die zielstrebigen Mitarbeiter gefördert. Ausbildungen zum Werksmeister, sowie Weiterbildung im 3D-Druck und auch Unterstützung beim „Dualen Studium“ können junge aufstrebende Facharbeiter erwarten.
Industrieller 3D-Druck

Der Begriff „3D-Druck“ wird häufig als Synonym für die additive Fertigung verwendet. Additive Fertigung beschreibt jedoch besser, dass es sich hier um ein professionelles Produktionsverfahren handelt. Im Gegensatz zu konventionellen zerspanenden Verfahren wird hier nicht ein Werkstück aus einem Materialblock herausgearbeitet, sondern die additive Fertigung baut Bauteile Schicht für Schicht aus Werkstückstoffen auf, die als feines Pulver vorliegen. Als Materialien sind unterschiedliche Metalle, Kunststoffe und Verbundwerkstoffe verfügbar.
Die Möglichkeiten der Formgebung sowie das Potential der Optimierung von Bauteilen sind nahezu grenzenlos. Ja, es sind sogar Produkte und Formen möglich, die mit zerspanender Bearbeitung nicht zu produzieren sind. Vor allem in der Luft- und Raumfahrt sowie in der Medizintechnik sind hochfeste, jedoch wesentlich leichtere Produkte möglich.
Die additive Fertigung verlangt vom Konstrukteur und vom Anwender einen völlig neuen Denkansatz, um das Potential des neuen Verfahrens möglichst optimal auszureizen.
Von den insgesamt 4.400 Quadratmeter zukünftiger Produktionsfläche bei Fuchshofer werden über vierzig Prozent für die neue Technologie 3D-Druck zur Verfügung stehen. Dies zeigt, welche Bedeutung man bei Fuchshofer dieser neuen Technik einräumt.
Enge Zusammenarbeit mit dem Werkzeugspezialisten
Um dem eigenen hohen Anspruch gerecht zu werden, sind natürlich auch leistungsfähige und zuverlässige Partner notwendig. Folglich stellt man bei der Fuchshofer Präzisionstechnik an Zulieferer und auch Werkzeughersteller die gleichen hohen Anforderungen wie an die eigenen Mitarbeiter und die Fertigung.
Für die Werkzeugbeschaffung legte man von Anfang an bei Fuchshofer Wert auf einen regionalen Partner, der über ein hohes Zerspanungs-Knowhow und eine moderne, wettbewerbsfähige Produktpalette verfügt. Beim Einsatz von Zerspanungswerkzeugen sowie der technischen Unterstützung stellt man bei Fuchshofer hohe Ansprüche, da hochfeste Materialien bei oft hohen Auskragungen vibrationsfrei bearbeitet werden müssen. Die Entscheidung für den Lieferanten TCM (Tool-Consulting & Management) und für Ingersoll Werkzeuge war daher naheliegend.
Durch einige erfolgreiche Prozessoptimierungen mit Ingersoll Werkzeugen hatte sich Sebastian Suitner (TCM, Verkauf und Technik) schon als zuverlässiger und erfahrener Partner für die verschiedensten Zerspanungsaufgaben bewährt. Weiterhin hatte Hannes Fuchshofer (Geschäftsführer) durch seine langjährigen Kontakte zu Manfred Kainz (CEO und Gründer von TCM) ein hohes Vertrauen in das Unternehmen.
Zudem hat man bei TCM mit der Ingersoll Werkzeuge einen äußerst qualifizierten Partner, der über eine breite Palette an Zerspanungswerkzeugen verfügt, die wegen ihrer Leistungsfähigkeit und weichschneidenden Zerspanung geschätzt werden.
Ziel des gemeinsamen Auftretens beider Unternehmen ist es, stets die beste technische und wirtschaftliche Lösung für den Kunden zu finden. Bei längeren Zerspanungsversuchen sowie Serviceeinsätzen kann Sebastian Suitner (TCM Verkauf und Technik) auf die Unterstützung von Alexander Tammerl (Ingersoll Verkaufsleiter Gebiet Österreich) und sein gesamtes Team zurückgreifen.
Fertigungsoptimierung mit Gold-Quad-F

In einer gemeinschaftlichen Aktion mit dem Kunden wurde die Produktion durchforstet, um sich auf die häufig wiederkehrenden Bearbeitungsaufgaben zu konzentrieren. Von den Hannes Fuchshofer, Sebastian Suitner und Alexander Tammerl wurden einige Werkstücke in die engere Wahl gezogen und auf Optimierungspotential untersucht.
Ein Bauteil für die Luftfahrtindustrie aus hochfestem Aluminium wurde als Testwerkstück ausgewählt, da es als sehr typisch für viele bei Fuchshofer zu bearbeitenden Werkstücke angesehen werden kann. Die Werkzeugspezialisten von TCM und Ingersoll wählten für diese Bearbeitung einen Hochvorschubfräser der Gold-Quad-F-Serie. Diese Serie ist geeignet für stabile und weniger stabile Schnittbedingungen. Für die Bearbeitung von Stahl, Guss und exotischen Materialien stehen passende Geometrien und Hartmetallsorten zur Verfügung.
Da das gewählte Werkzeugprogramm sehr vielseitig ist, kann es bei Fuchshofer nicht nur für die Bearbeitung des hier ausgewählten Bauteiles aus hochfestem Aluminium, sondern auch für die Bearbeitung von Edelstahlbauteilen verwendet werden.
Die Bearbeitung des ausgewählten Testbauteils verlief völlig problemlos. Mit einem Aufsteckfräser, Durchmesser fünfzig Millimeter, und einem Einschraubfräser, Durchmesser 35 Millimeter, wurde das Werkstück dank der Hochvorschubgeometrie der Wendeschneidplatten in neuer Bestzeit bearbeitet.
Gegenüber der bisherigen Bearbeitung konnte die Fertigungszeit um etwa fünfzig Prozent reduziert werden. Aber nicht nur die enorme Zeitersparnis beeindruckte den Firmenchef, auch das ruhige, vibrationsarme Fräsverhalten wurde von ihm lobend erwähnt: „Diese weichschneidenden Werkzeuge schonen mit Sicherheit unsere Maschinen“, war sein abschließender Kommentar zu dem Test.
Als Standardwerkzeug eingeführt
Nach dem erfolgreichen Einsatz wurde von der Geschäftsführung entschieden, dass die Werkzeuge der Serie als Standardwerkzeuge zur Bearbeitung von Bauteilen für die Luftfahrtindustrie sowie anderen prismatischen Bauteilen herangezogen werden sollen. Die bisher eingesetzten Werkzeuge mit 9,4 Millimeter Wendeschneidplatte erlauben eine Schnitttiefe bis ap = 1,5 mm.
Alle Gold-Quad-F-Werkzeuge zeichnen sich durch einen flachen Anstellwinkel aus, der sehr hohe Zahnvorschübe erlaubt und somit die Bearbeitungszeit drastisch reduziert.
Es stehen drei Wendeschneidplattenabmessungen und verschiedene Geometrien für die unterschiedlichsten Materialien und Bearbeitungsbedingungen zur Verfügung.
Neben neutralen Geometrien sind auch besonders weichschneidende, positive Wendeschneidplatten im Programm, so dass für jede Bearbeitung die optimale Geometrie zur Verfügung steht.
Fazit: Wirtschaftlich und vielseitig
Die Werkzeuge der Gold-Quad-F-Serie sind durch ihre universelle Einsetzbarkeit in unterschiedlichen Bauteilen und Materialien besonders für einen Lohnfertiger wie Fuchshofer, der sich auf präzise High-Tech-Produkte spezialisiert hat, ein vielseitiges Fräser Programm, das neben seiner universellen Einsetzbarkeit auch eine hohe Wirtschaftlichkeit bietet.