Die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie befindet sich im Hoch. In dieser Konjunktursituation wird die Metav, die vom 20. bis 24. Februar 2018 in Düsseldorf stattfindet, neue Impulse für die Branche setzen. Wir fragten den VDW-Chef Dr. Wilfried Schäfer nach den Besonderheiten.
Wie schätzen Sie die momentane konjunkturelle Situation der deutschen Werkzeugmaschinenindustrie ein und wie sind die Aussichten?
Die positiven Nachrichten über Deutschlands Wirtschaftslage reißen nicht ab. Der Ifo-Geschäftsklimaindex klettert kontinuierlich weiter nach oben. Auch die Ifo-Exporterwartungen weisen ein Plus auf, die Auslandsaufträge entwickeln sich nach wie vor gut. Wichtigster Markt für die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie bleibt trotz leichten Rückgangs China. Der Export in die Vereinigten Staaten von Amerika entwickelte sich ebenfalls positiv, trotz aller politischen Unwägbarkeiten. Wir sind hier vorsichtig optimistisch. Insgesamt können wir also bei allen Krisen, die wir derzeit weltweit zu verzeichnen haben, auf eine stabile Auftragslage auf hohem Niveau für die Werkzeugmaschinenindustrie blicken. Aus heutiger Sicht wird sich die Lage auch in den kommenden Jahren nicht wesentlich ändern.
Mit welchen Problemen müssen sich die deutschen Hersteller besonders auseinandersetzen?
Die Branche steht bekanntermaßen vor großen Veränderungen. Die digitale Transformation ist ein Muss auch für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU). Verpassen sie die Entwicklung hin zu Industrie 4.0, wird das Einfluss haben auf die internationale Wettbewerbsfähigkeit der gesamten Werkzeugmaschinenindustrie, die sich zu achtzig Prozent aus KMU zusammensetzt. Hiesige Hersteller müssen daher eine Digitalisierungsstrategie entwickeln, die auf ihr ganz spezifisches Geschäftsfeld ausgerichtet ist.
Notwendig sind auch Kooperationen mit Partnern aus Industrie und Wissenschaft, um den Wissenstransfer zu beschleunigen.
Die Emo liegt erst wenige Monate zurück, im Februar folgt die Metav. Ist das nicht zu viel an Maschinenbaumessen?
Nein, denn die Metav ist eine Traditionsmesse, die seit 1980 in einem der stärksten industriellen Ballungsgebiete Deutschlands stattfindet. Zudem besucht der klassische Metav-Besucher nicht die Emo. Ein Grund hierfür ist beispielsweise der Trend zum Tagesbesuch in Düsseldorf. Wir sprechen hier aber auch vermehrt den „Mann an der Maschine“ an, der maßgeblich in die Beschaffungsprozesse involviert ist. Er gibt die Impulse, wenn es um moderne Lösungen bei komplexen Fertigungsverfahren geht.
Die Metav richtet darüber hinaus den Blick auf weiterführende Themengebiete, die sie in ihren so genannten Areas bespielt. So wird es eine Moulding Area geben, eine Medical, eine Quality und eine Additive Manufacturing Area. Dieses Konzept, das 2016 erstmals umgesetzt wurde, findet großen Zuspruch.
Warum lohnt es sich, im Februar 2018 nach Düsseldorf zu kommen?
Zum einen kann sich der Anwender auf der Metav über neueste Entwicklungen aus allen Produktbereichen informieren und sieht, was bereits in der Praxis umgesetzt wird. Er wird aber auch einen Themenpark Industrie 4.0 vorfinden, denn die Diskussionen zur Digitalisierung setzen sich fort und es gibt nach wie vor großen Informationsbedarf. Aussteller präsentieren aktuelle Digitalisierungslösungen und im Forum stehen Experten für Diskussionen zur Verfügung. Im Übrigen wird hier auch die Frage beantwortet, wie gerade kleine und mittelständische Unternehmen von der digitalen Fertigung profitieren können.
Natürlich lohnt sich der Weg nach Düsseldorf aber auch wegen der hochaufgehängten Veranstaltungen im Rahmenprogramm. Sie liefern einen klaren Mehrwert für die tägliche Praxis im Unternehmen. So wird es Workshops, Seminare und Foren geben zu Qualitätssicherung und Sicherheit sowie zu neuen Entwicklungen in Sägetechnik, Spanntechnik und Schleifprozessen.
Welche besonderen Höhepunkte hält die Metav für die Besucher bereit?
Die Höhepunkte liegen im Portfolio der Aussteller, die auf der Messe ihre neuesten Innovationen rund um die Produktionstechnik präsentieren. Zudem setzt die Metav mit der zweitägigen Fachkonferenz „Inside 3D Printing“ einen Schwerpunkt auf generative Fertigung. Zwei Tage lang sprechen international renommierte Experten über die Herausforderungen in diesem Bereich. Der Blick auf angrenzende Themenbereiche ist ein Muss, da die Vernetzung über die gesamte Wertschöpfungskette der industriellen Fertigung hinweg ein wesentlicher Aspekt auf dem Weg zu einem profitablen, zukunftsträchtigen Unternehmen ist.
Es wird ein bemerkenswertes Rahmenprogramm geben. Was ist besonders lohnenswert?
Es gibt größere und kleinere Veranstaltungen, die jedoch alle gleichermaßen wichtig für innovatives Produzieren sind. Das Besondere an der Metav ist ja gerade, dass hier die gesamte Bandbreite der klassischen Technologien der Produktion abgebildet wird. Dabei arbeiten wir auch mit Partnern wie der Deutschen Gesellschaft für Qualität (DGQ) und der Deutschen Gesellschaft zur Zertifizierung von Managementsystemen (DQS) zusammen. Sie bieten beispielsweise Workshops an, in dem die Teilnehmer ihre ganz spezifischen Interessen mit einbringen können.
Sehr zu empfehlen ist aber auch der Jugendsonderschau Mach was mit Zukunft! Deine Chance im Maschinenbau. Hier bekommt nicht nur der Nachwuchs eine Idee von der Arbeit in der Produktion. Auch Lehrer können sich mit Blick auf ihre eigene Ausbildung Anregungen holen.
