Das deutsche Metallhandwerk bilanziert anlässlich der Jahrespressekonferenz in München einen überwiegend optimistischen Start in das laufende Jahr. Die Zahl der Unternehmen, die ihre Lage als sehr gut beschreiben, sei im zweiten Jahr hintereinander angestiegen, fasste BVM-Präsident Erwin Kostyra die Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage zusammen. So bewerten 75 Prozent aller befragten Unternehmen Anfang des Jahres 2015 ihre Lage als mindestens befriedigend.
Nachdem in den letzten Jahren vor allem der Metallbau mit positiven Nachrichten glänzte, ist Anfang des Jahres auch in der Feinwerkmechanik eine deutliche Stimmungsverbesserung erkennbar.
Bei den Metallbauern hat sich die Einschätzung der Geschäftslage im zweiten Jahr hintereinander noch einmal verbessert. Die anhaltend gute Lage am Bau macht sich auch in diesem Gewerk bemerkbar. Der Anteil der Unternehmen, die ihre Lage als sehr gut beschreiben, ist genauso groß wie 2014. Hingegen ist die Zahl der Unternehmen, die ihre Lage als gut beschreiben, im letzten Jahr um 17 Prozent auf 41 Prozent angewachsen. Und lediglich 25,8 Prozent finden ihre Lage „nur“ befriedigend – 2014 waren es 41 Prozent.
Auch die Feinwerkmechanik-Unternehmen haben ihre aktuelle wirtschaftliche Lage im zweiten Jahr hintereinander durchweg positiver beurteilt. Die Zahl der Betriebe, die ihre Lage als nur ausreichend bis mangelhaft bezeichnen, ist im Vergleich zum Vorjahr weiter gesunken. Bemerkenswert ist auch, dass sieben Prozent ihre Lage als sehr gut beschreiben (2014 waren es null Prozent). Mit 71,1 Prozent Unternehmen, die ihre Lage als gut und befriedigend bezeichnen, und mit nur 1,8 Prozent Unternehmen, die ihre Lage als mangelhaft beschreiben (2014 waren es 16 Prozent), kann die Lage der Feinwerkmechanik als erfreulich positiv bezeichnet werden.
Nicht mehr sieben, aber immer noch sechs von zehn Metallbauern sehen im Preiswettbewerb die größte Herausforderung für das Geschäftsjahr 2015.
Trotz des bereits erreichten hohen Niveaus geht fast ein Viertel der Betriebe davon aus, dass sich die eigene Lage in diesem Jahr noch einmal verbessern wird. Mit zwanzig Prozent liegt die Zahl der Unternehmen, die eine Verschlechterung erwarten, in der Feinwerkmechanik höher als im Metallbau (14,2 Prozent). Die Fachkräftesicherung liegt im Fokus der Verbandsarbeit.
Auch die deutsche Bauwirtschaft konnte in München eine positive Jahresbilanz für 2014 ziehen: „In 2014 haben wir ein Umsatzplus von drei Prozent und damit einen Umsatz von 217 Milliarden Euro über alle Bereiche unserer Vereinigung hinweg erwirtschaftet. Damit lag die Bruttowertschöpfung des Baugewerbes mit plus 2,7 Prozent deutlich über dem Durchschnitt der gesamten Volkswirtschaft mit plus 1,4 Prozent.“ So der Vorsitzende der Bundesvereinigung Bauwirtschaft (BVB), Karl-Heinz Schneider.
Zum Jahresende rechnet das Bauhauptgewerbe in der BVB insgesamt mit einem Umsatzzuwachs von vier Prozent gegenüber 2013, was einem Umsatz von 80,5 Milliarden Euro entspricht. Die positive Entwicklung ist zum wiederholten Male vom Wohnungsbau ausgegangen, wo der Umsatz mit sechs Prozent im Plus lag. Für den Ausbaubereich insgesamt geht die Bundesvereinigung Bauwirtschaft von einem Umsatz von 78,5 Milliarden Euro, was einer Steigerung von zwei Prozent gegenüber 2013 gleichkommt. Und auch der Bereich Gebäudetechnik erwartet eine Umsatzsteigerung von zwei Prozent auf 58 Milliarden Euro.
„Für 2015 verlangsamt sich die Umsatzentwicklung: Wir erwarten für die rund 300.000 Mitgliedsbetriebe der Bundesvereinigung Bauwirtschaft mit ihren rund 2,5 Millionen Beschäftigten nur noch ein Plus von zwei Prozent. Damit steigt der Umsatz auf 221 Milliarden Euro.“ So die Prognose des BVB-Vorsitzenden Schneider.
Auch die Aluminiumkonjunktur entwickelt sich positiv. Die deutsche Aluminiumindustrie hat im vergangenen Jahr das gesamtwirtschaftliche Wachstum deutlich übertroffen und erwartet auch für 2015 einen weiterhin stabilen Konjunkturverlauf. Im Jahr 2014 konnten Aluminiumproduzenten (plus 3,7 Prozent auf 1.130.100 Tonnen Aluminium), Halbzeughersteller (plus 2,2 Prozent), Aluminiumgießer (plus 12,1 Prozent) und Weiterverarbeiter (plus 3,9 Prozent) ihre Produktion deutlich steigern. „Der Aluminiumverbrauch wird weltweit kontinuierlich wachsen, auch und gerade in Deutschland“, beschreibt Heinz-Peter Schlüter, Präsident des GDA Gesamtverband der Aluminiumindustrie, Düsseldorf, die mittelfristigen Aussichten seiner Branche.
Nach Ansicht des GDA-Präsidenten stehen die Vorzeichen für eine weitere Belebung der Aluminium-Konjunktur nicht schlecht: „Die bessere Auftragslage zum Jahresende 2014 und die stabile Situation Anfang 2015 sprechen für eine weitere Besserung der konjunkturellen Lage. Im Verkehrssektor wird weiterhin der Automobilbau dominieren, aber auch im Schiff- und Flugzeugbau und bei den Nahverkehrssystemen ist noch Wachstum zu erwarten. Auch die Märkte Bau und Verpackung werden sich weiter gut entwickeln.“
