Koordinatenmesstechnik
Nach ersten Erfahrungen mit der neue Messtechnik ist sich Bernd Ehmke sicher: „Wir brauchen für unsere Messungen nur noch etwa ein Viertel der Messzeit und sind außerdem viel flexibler mit dem Gerät.“ Foto: M&T

Feinwerktechnik 2017-01-17T00:00:00Z Koordinatenmesstechnik: Intuitives Vorgehen

Der Berliner Maschinenbauer Bernd Ehmke setzt jetzt in seinem kleinen Betrieb eine neue bildgeführte 3D-Messtechnik ein. Damit kann er bis zu drei Viertel Messzeit sparen.

„Technik, die begeistert“, So könnte man die Freude von Dr. Bernd Ehmke beschreiben, wenn er seine neueste Errungenschaft vorstellt: Ein bildgeführtes 3D-Koordinatenmessgerät der Modellreihe XM von Keyence.
Er ist Inhaber der Firma Ehmke Maschinenbau, einem kleinen Betrieb mit 16 Mitarbeitern im Norden Berlins, der sich auf die Produktion von Einzelteilen und Kleinserien und die Entwicklung von Maschinen, Vorrichtungen und Sonderwerkzeugen spezialisiert hat.

„Das neue Messgerät wurde uns vorgestellt und hat uns ziemlich umgehauen. Wir haben ja ein hochwertiges Messgerät, mit dem man Rundheiten messen kann - sehr genau, sehr schnell. Aber man kann damit keinen Absolutwert messen (zum Beispiel einen Durchmesser). Das geht nun mit dem neuen Gerät absolut problemlos“, beschreibt der Feinwerktechniker einen entscheidenden Vorteil der Investition.

Messen ohne Programmierung

Das ist durch eine neuartige Technologie zur Lageerkennung im Raum möglich. Das Grundprinzip beruht auf einem Kamerakopf zur Erkennung von sieben Infrarotmarkierungen auf dem Messtaster. Die Anordnung der Infrarotmarkierungen auf dem Messtaster ermöglicht es der Kamera, die Position und Lage des Messtasters im Raum sehr präzise zu ermitteln. Zum einen werden die absolute Position des Taststifts und zum anderen die relative Position der Infrarotmarkierungen auf dem Messtaster zueinander kalibriert und gespeichert.
Eine in den Messtaster integrierte Kamera neben dem Taststift zeichnet Bilder für die präzise bildgeführte Messpositionierung auf.

Anschaulich schildert der Berliner Metallhandwerker die Vorteile der neuen erschwinglichen Technik: „Man stellt sein Bauteil auf die Auflageplatte und fängt an zu messen - ohne erst aufwändig ein Programm zu schreiben. Das geht ganz schnell. Man kann dann Werte abspeichern, ein Protokoll ausdrucken, die Messdaten archivieren – alles das, was für die Qualitätssicherung und Dokumentation erforderlich ist. Das ist eine runde Sache.“
Aufgrund von vordefinierten Toleranzen kann unmittelbar nach der Messung eine iO/NiO-Bewertung durch das Messgerät vorgenommen werden. Das spart Prüfzeiten bei der Erstteilfreigabe, im Wareneingang, während der Fertigung oder bei der Endabnahme.
Die automatische Erstellung von Prüfberichten einschließlich Bildern gehört zum Standardumfang. Messdaten und 3D-Visualisierungen werden automatisch aufgezeichnet, was zu einer erheblichen Zeitersparnis bei der Berichtserstellung führt.

Mit flexiblen Einsatzmöglichkeiten

Dass die Bedienung ausgesprochen einfach und intuitiv ist, zeigt auch die schnelle Nutzung bei dem Berliner Maschinenbauer: „Nach einer kurzen Einführung durch den Hersteller konnten wir die Technik gleich nutzen und erkunden jetzt Stück für Stück die Möglichkeiten, die uns das neue Gerät bietet.“
Zum Ermitteln der Messeinstellung werden einfach die Messparameter (Elemente, Toleranzbestimmung) ausgewählt und das Messobjekt erfasst. Da die Bilder, mit denen der Bediener durch die Messpositionen geführt wird, ebenfalls gespeichert werden können, lassen sich Arbeitsanweisungen zeitgleich anlegen. Messpunkte und 3D-Elemente werden per Mausklick automatisch am Bildschirm angeordnet.
Bei allen technischen Möglichkeiten ist das Gerät ausgesprochen kompakt und flexibel einsetzbar. Bernd Ehmke weiß diesen Vorteil durchaus zu schätzen: „Das Gerät ist sehr klein und handlich. Wir können es auf einen Wagen stellen und damit auch in der Werkstatt zwischen den Arbeitsplätzen pendeln – je nachdem wo es gebraucht wird. Damit haben wir einen mobilen Messplatz.“ Vom Hersteller werden für die Betriebsumgebung zehn bis 35 Grad Celsius als Temperatur und ein großer Bereich für die relative Luftfeuchtigkeit von zwanzig bis achtzig Prozent vorgegeben. Die Modellreihe XM arbeitet mit einer besonders robusten Kamera, die speziell zur Minimierung von Messfehlern durch Temperaturschwankungen konzipiert wurde.

Messen auch als Dienstleistung

Die neue Modellreihe XM des bildgeführten 3D-Koordinatenmessgerät von Keyence ermöglicht es dem Bediener eine hochpräzise 3D-Messung schnell durchzuführen. Entscheidende Vorteile der Technik sind die einfache Bedienung, der intuitive Messvorgang, ein flexibler Einsatzbereich und die integrierte Datenerfassung. Durch die kompakte und robuste Konstruktion kann das System flexibel auf einem Rollwagen oder direkt neben der Produktionsmaschine in der Fertigung eingesetzt werden.

Bernd Ehmke denkt schon weiter: „Wir wollen voraussichtlich Messungen mit der neuen Technik auch für andere als Dienstleistung anbieten. Anwender, die nicht ständig Präzisionsmessungen haben, zu denen kann man mit dem Gerät hinfahren und vor Ort messen – natürlich auch mit Messprotokoll.“

zuletzt editiert am 26. April 2021
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