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Hier wird Hexagon als Hessen-Champion 2019 als „Weltmarktführer“ geehrt. Firmenchefin Dr. Evelin Arnold (3.v.l.) nimmt die Ehrung unter anderem von Ministerpräsident Volker Bouffier (2.v.r.) entgegen.

Feinwerktechnik

18. May 2021 | Teilen auf:

Längenmesstechnik: Verhalten positive Stimmung

(Mai 2021) Nach zwei Jahren mit Rückgängen im Auftragseingang zeigt das erste Quartal 2021 eine positive Entwicklung in der Branche der Längenmesstechnik. Ein plus von 13 Prozent in den ersten beiden Monaten gibt Anlass zum verhaltenen Optimismus. Für das Gesamtjahr 2021 wird ein moderates Wachstum erwartet.

„Die Längenmesstechnik-Branche kann nach zwei wirtschaftlich harten Jahren über ein gutes erstes Quartal 2021 berichten“, stellt Dr. Evelin Arnold, Hexagon Metrology und Vorsitzende der Fachabteilung Längenmesstechnik im VDMA fest. Bereits zum Jahresende 2020 hellte sich die Auftragslage der Unternehmen auf, diese Entwicklung setzte sich im neuen Jahr fort. Die Auftragseingänge stiegen in den ersten beiden Monaten um 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

China und USA mit positiven Impulsen

Wichtige Impulsgeber für die gute Entwicklung sind China und die USA, auch der europäische Markt zeigt sich wieder mit besseren Geschäftsaussichten. Vor diesem Hintergrund werden die Unternehmen der Mess- und Prüftechnik voraussichtlich bis zur Jahresmitte den Anteil der Kurzarbeit zurückfahren. Insgesamt blicken alle Unternehmen verhalten optimistisch in das Jahr 2021. Inwieweit diese Entwicklung tatsächlich Bestand hat, hängt wesentlich vom weiteren Verlauf und der Bewältigung der Corona-Pandemie ab. Insgesamt erwarten die Firmen der Mess- und Prüftechnik für 2021 wieder ein moderates Wachstum im einstelligen Bereich.

Corona-Krise hat Spuren hinterlassen

Nach dem Höhenflug der Mess- und Prüftechnikbranche im Jahr 2018 mit einem Produktionswert in Deutschland von rund 7,3 Milliarden Euro setzte die Branche bereits im Jahr 2019 zu einem leichten Sinkflug an, der auch im Herbst 2019 noch für das Jahr 2020 erwartet wurde. Bestenfalls sollte es eine Seitwärtsbewegung geben. Die Corona-Krise im März 2020 ließ dann jedoch nahezu alle Wirtschaftsbereiche einbrechen. Auch die Mess- und Prüftechnikbranche wurde hart getroffen.
Im zweiten und dritten Quartal 2020 musste insbesondere die Längenmesstechnik Einbußen von mehr als dreißig Prozent im Auftragseingang verkraften. Viele Betriebe schickten große Teile ihrer Belegschaft in Kurzarbeit. Durch ergriffene Hygienemaßnahmen kam es zu Produktionseinschränkungen, internationale Lieferketten rissen ab und der Vertrieb wurde durch Reisebeschränkungen erheblich erschwert. Präsenzmessen wurden im Jahr 2020 ganz abgesagt, auf spätere Zeitpunkte verschoben oder durch digitale Formate ersetzt. Der wichtige persönliche Kontakt zu den Kunden blieb und bleibt bis heute auf der Strecke.
Bereits im vierten Quartal 2020 spürte die Branche wieder etwas „Luft unter den Flügeln“. Viele Firmen berichteten über zunehmende Marktaktivitäten vor allem außerhalb Europas in Fernost. Damit schloss das Jahr 2020 zwar erwartungsgemäß mit einem starken Minus ab, was aber durch das letzte Quartal unter dem Strich geringer ausfiel.

Transformationsprozesse sind das Zeichen der Zeit

„Unsere Branche fasst wieder Tritt. Die Herausforderungen sind dabei nicht weniger geworden, denn die Transformationsprozesse in unseren Kundenbranchen sind vielseitig und haben direkten Einfluss auf unsere Produkte und Services“, sagt Dr. Evelin Arnold. Gutes Beispiel dafür ist eine der wichtigsten Kundenbranchen der Mess- und Prüftechnik, die Automobil- und deren Zulieferindustrie. Zwar wird der klassische Verbrennungsmotor mit CO2-neutralen, sauberen Kraftstoffen auch künftig eine wichtige Rolle spielen. Gleiches gilt auch für Hybridantriebe und rein elektrische Antriebe, doch die Anforderungen an Prüfmittel und Prüfverfahren werden sich verändern. Neue Produkte und Services sind daher wichtiger denn je.