Rund 75 Teilnehmer aus dem Metallhandwerk sorgten für volle Reihen bei den Vorträgen zum Landesverbandstag in Bad Kreuznach. Landesinnungsmeistern Ingrid Seibert-Heß begrüßte und eröffnete die Tagung, auch stellvertretend für die gastgebenden Innungen Nahe-Hunsrück und Bad Kreuznach.

Anschließend stellte der Geschäftsführer des Bundesverbands Metall (BVM), Markus Jäger, die Kampagne „Metallbau(t) Zukunft“ vor. Alle Maßnahmen dienen dazu, den Beruf des Metallbauers bekannt zu machen, sein positives Image zu stützen und Fachkräfte und Azubis zu gewinnen. Dazu gab es bereits erste Erfolge zu vermelden.
Für Betriebe und ihre Innungen gibt es eine Vielzahl an Fördermöglichkeiten. Wie die Fördermittel abgerufen werden können und welche Hilfen es überhaupt gibt, um durch den Förderdschungel zu finden, erläuterte Frank Butz von Easysub-Plus. Als Beispiel nannte er die Beratung bei der Gebäudesanierung, die Voraussetzungen und die Förder-Höhen. Berechnungen belegten, dass eine Förderung sich für KMU lohnt.
Nachwuchs-Gewinnung als wichtiges Thema
Gerhard Schneider, Innungsobermeister der Innung Nahe-Hunsrück, brach ein Lanze für den Nachwuchs und seine Fähigkeiten. Er selbst ist ausgebildeter Berufsorientierungsbeauftragter und kündigte deshalb gerne den nächsten Vortrag an: Diether Hils, Geschäftsführer Bildungswerk Metall, stellte das Angebot BOB (Berufsorientierungsbeauftragte) in den Mittelpunkt seines Vortrags. Ein wichtiges Thema, denn derzeit sei die Situation so, dass sich der Betrieb beim potentiellen Auszubildenden bewerbe – und nicht andersherum. Wie sich mit verschiedenen Werkzeugen Nachwuchs auf moderne Art gewinnen lässt, erläuterte er anhand von einigen Beispielen.
Mit dem Slogan „Nie mehr Sklave des eigenen Unternehmens sein“ ging Redner, Autor und Unternehmer Raphael Stenzhorn in seinen Vortrag. Entscheidend sei die Frage: Warum tun wir die Dinge, die wir tun und warum lassen wir ganz oft Dinge, die wir tun sollten? Die Eigeneinschätzung, welcher Chef-Typ die Teilnehmenden selber sind und wie sie welchen Mitarbeiter-Typ fördern können, waren nur einige der vielen Tipps, die er den Unternehmern mit auf den Rückweg in den eigenen Betrieb gab. Für den Wandel vom Selbstständigen zum Unternehmer empfiehlt er die Bearbeitung der drei Bausteine „Mitarbeiterführung“, „klare Prozesse und Abläufe“ sowie „Selbstorganisation und Selbstführung“.
KI als Handwerker-Hilfe
Den zweiten Tag des Veranstaltungsprogramms widmeten die Veranstalter dem „Forum Metallhandwerk – Wir sind Zukunftsgestalter“. In ihrer Eröffnungsansprache gab sie einen umfassenden Überblick über die Einflüsse der Bundespolitik auf den einzelnen Metallhandwerks-Betrieb. Autoritäten in den Betrieben würden häufig angezweifelt, Gehälter durch öffentliche Diskussionen zum Mittelpunkt von Motivation. So könne eine Weiterentwicklung der Unternehmen nicht vorangetrieben werden.
Die Betriebe kämpften mit dem Lieferkettengesetz, Verzögerung bei Vor-Lieferanten, Personalmangel, das Fehlen von schnellen Internetanschlüssen und andere Herausforderungen. Die Bundesregierung sei gefordert, für bessere Rahmenbedingungen zu sorgen.
BVM-Präsident Willi Seiger berichtete über seine Arbeit in der Politik. Die permanente Lobbyarbeit lohne sich und die Präsenz in verschiedenen Medien wie FAZ und NTV, Kampagnen und veröffentlichte Präsidentenbriefe. Als Erfolg verbuchte er, dass Seiger im Februar die Standpunkte des Metallhandwerks persönlich an Dr. Robert Habeck übermitteln konnte. Es wird ein weiterer Austausch folgen, kündigte Seiger an.

René Petry, Geschäftsführer der „Sichtbar Online Marketing AG“ gab in einem Impulsvortrag Einblicke in die Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz (KI) für Handwerker. Praktische Beispiele zur KI-Nutzung Handwerksunternehmer waren Schwerpunkt seines Vortrags.
Fazit: Zukunft mitgestalten
Bei der anschließenden Podiums-Diskussion mit der Landesinnungsmeisterin Ingrid Seibert-Heß diskutierten René Petry, Johannes Lauer (Vorsitzender des Unternehmerverbandes Rheinland-Pfalz), Kurt Krautscheid (Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Handwerkskammern Rheinland-Pfalz) und Gerd Benzmüller (Vorsitzender der Kreishandwerkerschaften Rheinland-Pfalz) teilweise kontrovers über aktuelle Themen des Handwerks und der Wirtschaft.
Aspekte der Diskussion waren unter anderem die rechtliche Abdeckung von Anfragen an Programme wie ChatGPT und die Verlässlichkeit von Informationen, erzeugt von künstlicher Intelligenz. Moderiert wurde die Diskussion von Andreas Unger, Geschäftsführer Unternehmerverband Handwerk Rheinland-Pfalz.