2104_MT_Schließ-und Sicherungstechnik_Bild2
Dr. Torsten Quast, Head of Assa Abloy Research & Security Center und leidenschaftlicher Lockpicker, ist Mitglied im bundesweiten Verein „Sportsfreunde der Sperrtechnik“ und mehrfacher Deutscher Meister im Schlossöffnen. Fotos: Assa Abloy Sicherheitstechnik

Gebäudehülle

08. April 2021 | Teilen auf:

Lockpicker im Einsatz

(April 2021) Wie einbruchsicher ist ein Schloss oder ein Schließzylinder wirklich? Um das zu ermitteln, lässt man am besten Experten ran: Lockpicker, die es sich als sportliches Hobby gesetzt haben, jedes Schloss zu entsperren. Lesen Sie, warum Assa Abloy in Berlin dafür eine eigene Abteilung beschäftigt.

Mit dem Research & Security Center (R&S) beschäftigt Assa Abloy in Berlin seit über acht Jahren quasi eine eigene Lockpicking-Abteilung, welche die Schließlösungen auf Herz und Nieren prüft – auch mit unkonventionellen Methoden und Werkzeugen. Dort wird die Sicherheit mechanischer und elektromechanischer Produkte überprüft: Sie werden auf Optimierungspotenzial und Sicherheitslücken in Bezug auf gewaltsames Öffnen („Brute Force”-Öffnung) und auf manipulative Attacken (umgangssprachlich „Lockpicking“) getestet. Diese Ergebnisse fließen dann direkt in die Produktentwicklung ein. Dr. Torsten Quast leitet das R&S und hat damit sein Hobby zum Beruf gemacht: Denn der Laser-Physiker ist seit seiner frühen Jugend begeisterter Lockpicker. Er ist Mitglied im bundesweiten Verein „Sportsfreunde der Sperrtechnik“ und mehrfacher Deutscher Meister im Schlossöffnen.

Einbruchsicher auf höchstem Niveau

„Der sportliche Aspekt beim Lockpicking besteht darin, mit viel Übung und Erfahrung Schlösser und Schließzylinder möglichst schnell zu öffnen“, erklärt Dr. Torsten Quast sein ungewöhnliches Hobby. Aber: „Wir öffnen Schlösser und keine Türen. Das ist ein wichtiger Punkt, damit wir nicht mit kriminellen Handlungen assoziiert werden.“
Damit die Lösungen von Assa Abloy erst gar nicht von Unbefugten entsperrt werden, dafür sorgt das Research & Security Center. „Wir denken wie potenzielle Einbrecher, kombinieren Angriffsmethoden und benutzen unkonventionelle Werkzeuge. Zur Überwindung suchen wir kreative Ansätze, denken ‚out of the box‘. Mit dieser Herangehensweise können wir Schwachstellen in mechanischen aber auch in elektromechanischen Systemen eliminieren. Wir arbeiten nach dem Slogan ‚Beyond the Standards‘. Das heißt, dass wir unsere Produkte Tests unterziehen, die weit über die Standards hinausgehen”, erklärt Quast.

Nah an der Produktentwicklung

Dabei prüft das R&S nicht nur Produkte, sondern arbeitet entwicklungsbegleitend. „Wir sind proaktiv am Entwicklungszyklus beteiligt und können bereits dort dafür sorgen, dass bessere Produkte entstehen“, erklärt Dr. Quast. „Wir nennen diese Art der Arbeit ‚Security by Design‘“, ergänzt er weiter. Das R&S arbeitet dabei auf Konzernebene, also global. Das führt zu einem viel tieferen Verständnis von Sicherheit, das letztendlich ganz andere Entwicklungsleistungen und ausgereifte Produkte ermöglicht.
Eine dieser durchdachten Lösungen mit einem extrem hohen Schutz gegen Manipulation und intelligente Angriffe ist das E-Cliq-System des Herstellers, das Dr. Quast mit seinem Team von Anfang an begleitet hat. „Mit E-Cliq ist ein High-End-Security-Produkt entstanden, das bis hin zu kritischen Infrastrukturen eingesetzt werden kann”, erzählt Quast.
Auf die Frage, was die Mitarbeiter des Research & Security Centers auszeichnet, antwortete Dr. Torsten Quast: „Ein genaues Produktverständnis, ein großer Erfahrungsschatz an Überwindungsmethoden und -techniken und die richtige Intuition sind wichtige Voraussetzungen für unsere Arbeit. Alle Mitarbeiter verfügen außerdem über ein sehr ausgeprägtes Fingerspitzengefühl, Geduld bis hin zur Penetranz und den ‚sportlichen‘ Ehrgeiz, Schwachstellen zu finden.“