Die Detailaufnahme der Unterkonstruktion im März 2023 zeigt keine Veränderung nach sechs Jahren Witterung. (Quelle: Albert Knotz)

Nachhaltigkeit 2023-12-12T09:49:19.131Z Im Leistungstest

Juni 2017 in Trins (Österreich): Damals erbringt das Team um die Beschichtungsexperten von Zinq/Hagen und dem führenden Hersteller von Spezialprofilen und Sonderprofilrohren Welser-Profile in einem Auslagerungstest bei mikroverzinkten Profilen der Solarbranche den Leistungsnachweis. Die Dünnschicht-Oberfläche Micro-Zinq ist auch nach 18 Monaten optisch glänzend, es sind weder Verwitterungs- noch Rostspuren erkennbar und insgesamt ist eine sehr gute Widerstandsfähigkeit durch Passiveigenschaften der Oberfläche feststellbar. Im Frühjahr 2023, also knapp weitere sechs Jahre später, bestätigen sich diese positiven Erkenntnisse und auch die Schichtdickenmessungen zeigen, dass sich seit Dezember 2015, dem Start des Auslagerungstests, praktisch kein Zinkabtrag nachweisen lässt.

„Wir haben allen Grund mit den bisherigen Ergebnissen zufrieden zu sein“, sagt dann auch Albert Knotz von Welser-Profile. „Die Umgebungsbedingungen am Standort sind in die Korrosionsschutzklasse 3 einzustufen: Wir haben dort hohe Niederschlagsmengen zu verzeichnen, mit einem Gleyeboden, eine besondere Bodenbeschaffenheit, den wir bei den mikroverzinkten Rammpfosten natürlich berücksichtigen müssen, dann Durchschnittstemperaturen von etwa 4 Grad Celsius und eine relative Luftfeuchte zwischen 70 und 80 Prozent.“
Wo sonst Aluminium, Edelstahl und klassisch feuerverzinkter Stahl mit Schichtdicken von 60 – 200 µm je nach Werkstoff als Standard gelten, haben sich die Projektbeteiligten auf dem Gelände von Hilber-Solar, einem Forschungs- und Entwicklungsunternehmen aus dem Bereich erneuerbarer Energien, das sich insbesondere mit der Produktion und Installation von Photovoltaik(PV)-Systemen beschäftigt, an ein echtes Novum getraut und mikroverzinkten Solarprofilen das Feld überlassen. Die Dünnschicht-Stückverzinkung stellt ein ressourceneffizientes und leistungsstarkes Korrosionsschutzsystem dar, das die positiven, prozessbedingten Systemeigenschaften der Stückverzinkung, wie eine hohe mechanische Belastbarkeit und eine vollständige Umschließung der Produkte mit Zink, mit den weitreichenden Kenntnissen aus dem Bereich der kontinuierlichen Feuerverzinkung über dünne, aber hoch leistungsfähige Zink-Aluminium-Legierungen verbindet.
Im Ergebnis resultieren im Durchschnitt circa acht bis 15 μm leistungsfähige Zinkschichten, die sich bereits in vielen Bereichen wie bei hochbelasteten Fahrwerkskomponenten der Automobilindustrie bewährt haben. Der Leistungstest in Trins ist noch für weitere Jahre angelegt – parallel laufen noch etliche Forschungen zur Prüfung der Systemtauglichkeit unter spezifischen Korrosionsbelastungen. Es bleibt also spannend, in welchen Bereichen sich Micro-Zinq noch als echte Alternative zu den herkömmlichen Verfahren beweisen wird – vielfältiges Potenzial für unterschiedlichste Anwendungen bietet das Verfahren schon heute.

zuletzt editiert am 06. Dezember 2023
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