Bei einer Größe von 10 x 10 Metern ist der Standard längst verlassen: Das Gewicht von rund zwei Tonnen braucht besondere Beachtung, und die Windlast spielt dann selbst im Binnenland eine Rolle. Der Fachbetrieb Lingner Tor- und Türtechnik (Schönebeck) hat jetzt ein Tor dieser Dimension am Magdeburger Hafen eingebaut.

Die schiere Größe beeindruckt: Zehn Meter breit, zehn Meter hoch – solche Maße sind eher von Hangars bekannt. Nun hat auch der Magdeburger Hafen ein solches Tor. Grund dafür: Hier entstehen Windkraftanlagen mit sehr großen Bauteilen. Um diese Teile aus der Halle transportieren zu können, benötigt diese eine besonders große Öffnung. Das alte, niedrigere Schiebetor wurde daher durch ein neues Rolltor (ThermoTeck, Teckentrup) ersetzt. Dafür waren zunächst umfangreiche Vorarbeiten umzusetzen: Die Hallenöffnung wurde vergrößert, und gemäß der statischen Vorgaben montierten die Fachleute neue (seitliche) Stahlträger, um das Tor montieren zu können.
Windlast und Gewicht in XXL

Sowohl die außergewöhnliche Größe des Tores als auch die exponierte Lage im Hafenareal mit großen Freiflächen verlangten zusätzliche Sicherungen gegen die hohe Windlast. „Das Rolltor ist mit Sturmhaken für die seitliche Verankerung des Behangs in der Führungsschiene ausgestattet, außerdem mit einer Andrückwelle sowie als Sonderanfertigung mit einer zusätzlichen Bodenverankerung“, erklärt Thomas Lammel, Key Account Manager Teckentrup und auf der Baustelle als Berater dabei. Die Andrückwelle liegt unterhalb der Wicklung und sorgt dafür, dass der Behang am Sturz sicher in die Führungsschiene einläuft. Die Bodenverankerungen sind am unteren Ende des Tores fixiert und laufen in die speziell dafür gebauten Ankeraufnahmen in der Schwelle.
Auch die Montage war eine Herausforderung, durch das hohe Gewicht – Tor und Wickelwelle wiegen zusammen knapp zwei Tonnen – und durch die Höhe. Das Lingner-Team brauchte dafür zwei spezielle Hebebühnen, die dieses Gewicht und diese Höhe erreichen. Damit die Monteure oben am Sturz mit dem Team am Boden im Austausch bleiben konnten, war dafür zudem die selten genutzte Kommunikationsform über Walkie-Talkies die funktionale Lösung. Sogar das Werkzeug war groß, vom Bohrkopf bis zur 26er-Nuss.

Bleibt noch der Blick auf den Antrieb, der genauso auf die hohe Last auszulegen war. Da Rolltore ohne Federn bewegt werden (anders als bei Sektionaltoren), fehlt hier diese Federkraftunterstützung, und der Antrieb muss das gesamte Gewicht bewegen. Um den passenden Antrieb liefern zu können, ohne dass dieser schnell überdimensioniert ist, hat Teckentrup ein abgestuftes Portfolio von zwölf Antrieben. Bei Toren mit einem Gewicht bis circa 800 Kilogramm werden sie direkt aufgesteckt. Für schwerere Tore kommen Antriebe mit Kettenübersetzung zum Einsatz – so auch in Magdeburg: Das Tor wiegt rund 1.300 Kilogramm.
Fazit: Diese Größe erfordert Maßfertigung
Der Magdeburger Hafen zählt mit sechs Terminals und einem Umschlag von rund vier Millionen Tonnen zu den Top-Ten der deutschen Binnenhäfen und ist durch den Anschluss an Straße und Schiene sowie an Elbe und Kanalnetz ein zentraler Umschlagplatz für Mitteldeutschland. Eine außergewöhnliche Aufgabe wie diese lässt sich nicht mit dem Standard erledigen, sondern nur mit Spezialisten, die individuell für den spezifischen Fall Lösungen entwickeln.