Eine Baustelle mit einem im Bau befindlichen Hochhaus und einem großen Kran im Vordergrund.
Im Rahmen einer umfassenden Sanierung wird die ehemalige Oberpostdirektion in den modernen Evangelischen Campus Nürnberg (ECN) verwandelt. (Quelle: Wicona/Mediashots)

Nachhaltigkeit 2025-07-30T10:52:29.712Z Nachhaltige Fassade: Kreislauffähige Revitalisierung

In Nürnberg wird der in den 1970er-Jahren erbaute Gebäudekomplex der ehemaligen Oberpostdirektion kernsaniert – dort wird 2026 der neue Evangelische Campus Nürnberg (ECN) eröffnet. In diesem Rahmen wurde auch die 50 Jahre alte Aluminium-/Glas-Fassade komplett rückgebaut, recycelt und durch ein neues Aluminiumsystem aus der nachhaltigen Legierung „Hydro-Cical“ von Wicona ersetzt.

Der im Innenstadtbereich von Nürnberg verortete Bürokomplex wurde in den 1970er-Jahren erbaut und war viele Jahre lang Sitz der Oberpostdirektion Nürnberg. Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern (ELKB) als neuer Eigentümer entschied sich, die in die Jahre gekommene „Betonburg“ im Rahmen einer ressourcenschonenden Sanierung in die innovative Bildungseinrichtung „Evangelischer Campus“ zu überführen.

Drei Bauarbeiter arbeiten auf einem Gerüst an der Fassade eines Gebäudes. Im Hintergrund ist ein Kran zu sehen.
Die 50 Jahre alte Bandfenster-Fassade aus Aluminium und Glas wurde komplett rückgebaut. (Quelle: Wicona/Mediashots)

Nach Abschluss der Sanierung werden im Gebäude rund 2.000 Studierende, Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräfte ein modernes Zuhause finden. Dabei wird der Bestandsbau mit Sockel und elfstöckigem Hochhaus um sensible Aufstockungen ergänzt und sich zukünftig durch hohe, offene und verglaste Räume auszeichnen.

Bei der Sanierung legte der Bauherr großen Wert auf ein zukunftsgerechtes Energiekonzept – unter anderem mit Photovoltaik-Anlage und begrünten Dachflächen sowie Ladestationen für Elektroautos. Darüber hinaus war die Anforderung, die im Gebäude verbaute „graue Energie“ bestmöglich zu verwerten bzw. wieder zu nutzen. Dazu erklärt Günter Weissteiner, Geschäftsführer der ELKB: „Nach Ende der Sanierung werden wir im ECN einen Energiebedarf von rund 64 Kilowattstunden pro Quadratmeter Fläche haben. Vormals waren es 195 Kilowattstunden. Durch die konsequente Nutzung von grauer Energie anstatt eines Neubaus sparen wir insgesamt 6.500 Tonnen CO2 ein.“

Zwei Arbeiter in blauen T-Shirts hantieren mit einem großen Fensterrahmen auf einem Lagerplatz.
Auf dem Werksgelände von Heinrich Würfel wurden die alten Fenster entglast und die Materialien dann sortenrein getrennt. (Quelle: Wicona/Mediashots)

Kreislauffähige Fassadenlösung

Einen wichtigen Beitrag zur CO2-Einsparung leistet die in Kooperation von Wicona, Saint-Gobain Glass und Heinrich Würfel Metallbau GmbH (Sontra) realisierte kreislauffähige Fassadensanierung des elfstöckigen Hochhauses (Bauteil B) sowie eines der weiteren Gebäudeteile.

Das Besondere daran erläutert Heinrich Würfel, Geschäftsführer des Metallbau-Spezialisten: „Wir haben den Rückbau der Bestandsfassade gleich von Beginn in der Ausschreibung mit angeboten mit dem Ziel, die ausgebauten Rohstoffe wieder in den Wertstoffkreislauf zurückzuführen.“ Die gesamten Fassadenarbeiten liefen – auch aufgrund des in der Innenstadt von Nürnberg sehr begrenzten Platzangebots – just-in-time ab.

Die alte Bandfenster-Fassade wurde abschnittsweise ausgebaut, auf Mehrweg-Transportgestelle verladen und ins Werk von Heinrich Würfel gefahren. Dort erfolgte die sortenreine Trennung sowie im Anschluss die Rückführung in die Recyclingwerke von Wicona und Saint-Gobain Glass. Im nächsten Schritt entstanden im Sinne der Kreislaufwirtschaft neue Aluminiumprofile und Verglasungen. Im Werk produzierten die Spezialisten von Heinrich Würfel schließlich die neuen Fassadenelemente für den Evangelischen Campus Nürnberg aus der Aluminiumlegierung „Hydro CIRCAL 75R“. Dazu erklärt Sebastian Schäfer, Key Account Manager bei Wicona: „Die Legierung besteht zu mindestens 75 Prozent aus recyceltem End-of-Life-Aluminium und verfügt über einen CO2-Fußabdruck von nur 1,9 Kilogramm CO2 pro Kilogramm Aluminium.“ Zum Abschluss erfolgte der Transport zur Baustelle und die fachgerechte Montage am entkernten Rohbau.

Zwei Bauarbeiter montieren eine Fassadenplatte an einem Gebäude.
Abschließend wurde die neue Elementfassade auf Basis der ,,Wicona WICTEC EL" – hergestellt aus ,,Hydro CIRCAL 75R" – am Gebäude montiert. (Quelle: Wicona/Mediashots)

Höherer Nutzungskomfort und sinkende Energiekosten

Konkret zum Einsatz kommen an der von Heinrich Würfel Metallbau realisierten Fassadenfläche des ECN – diese umfasst rund 10.600 Quadratmeter – sowohl projektspezifisch konzipierte Elementfassaden auf Basis des Wicona-Systems „WICTEC EL“ als auch Pfosten-/Riegel-Konstruktionen der Serie „WICTEC 50“. Diese sorgen für eine stimmige Gesamtoptik des neuen Campus-Geländes. Gleichzeitig ermöglichen sie in den Gebäuden zukünftig verbesserte Nutzungsbedingungen in puncto Wärmeschutz, Schallschutz und Sonnenschutz – und somit nicht zuletzt auch eine deutliche Reduktion des Energieverbrauchs.

zuletzt editiert am 30. Juli 2025
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