Überfahrten mit der Schwebefähre sind seit Frühjahr 2022 wieder möglich. (Quelle: Zinq)

Metallkonstruktionen

4. October 2022 | Teilen auf:

Nachhaltigkeit: Verantwortliche Ressourcennutzung

(November 2022) Im Müngstener Brückenpark zwischen Solingen und Remscheid lässt sich auf ungewöhnlich spannende Art der dortige Fluss, die Wupper, überqueren: mit einer Schwebefähre. Nach der Beschädigung durch die Flut 2021 wurde sie nun nachhaltig restauriert.

Auf Drahtseilen gehalten hat sich die Mischung aus Seilbahn und Draisine seit der Eröffnung im Oktober 2006 zu einem echten Besuchermagnet entwickelt. Wobei eigens ein Fährmann für die reibungslose Überfahrt sorgt und nicht abgeneigt ist, wenn er von den Gästen und deren Muskelkraft tatkräftig an der Wippe unterstützt wird. Überfahrten sind seit Frühjahr 2022 wieder möglich – nach einer längeren Pause, da das verheerende Hochwasser im Juli 2021 auch das kreative Transportmittel stark beschädigt hatte.

Auf Drahtseilen gehalten hat sich die Mischung aus Seilbahn und Draisine seit der Eröffnung im Oktober 2006 zu einem echten Besuchermagnet entwickelt. (Quelle: Zinq)

Michael Bauer-Brandes, Schmied und Metallgestalter in Solingen, war an der Wiederinbetriebnahme maßgeblich beteiligt, musste doch unter anderem auch die Einhausung der Spanngewichte erneuert werden. Und statt die alten, verzinkten Materialien herkömmlich zu verschrotten und sie den Weg über die Hochofenroute nehmen zu lassen, nutzte Bauer-Brandes das Re-Zinq-System des Oberflächentechnik-Dienstleisters Zinq.

„Ich arbeite seit vielen Jahren sehr gut und partnerschaftlich mit Zinq zusammen“, erzählt Michael Bauer-Brandes. „Da war der Sanierungsauftrag einfach die ideale Gelegenheit auch das bereits seit Januar 2021 bestehende Angebot von Zinq auszuprobieren: Re-Zinq beinhaltet altverzinkte Bauteile kostenlos am Standort abzugeben, damit der Zinküberzug in einem eigenen Prozess vom Stahl getrennt werden kann und sowohl Stahl als auch Zink dann erneut in die Nutzung gehen. Aus meiner Sicht sehr vorteilhaft gegenüber einem thermischen Verfahren, bei dem verzinkte Schrotte nicht vorab getrennt werden, sondern gleich den Weg über die Hochofenroute bei der Stahlherstellung nehmen. Zink und Stahl können nämlich durch das Trennen vorab in höherer Qualität den jeweiligen Zyklen zugeführt werden.“

Der Schmied und Metallgestalter gibt im März 2022 dem Zinq-Tourendienst depotmobil nicht nur die für die Einhausung neu gefertigten Winkelrahmen zum Duro-Zinq-Stückverzinken mit, sondern lässt auch gleich die verzinkten, aber vom Hochwasser stark beschädigten Einhausungskomponenten abtransportieren.

Das Hochwasser 2021 hatte die Schwebefähre im Müngstener Brückenpark stark beschädigt – hier ein Blick auf die sanierungsbedürftige Einhausung der Spanngewichte mit Abfall, den das Hochwasser angespült hat. (Quelle: Michael Bauer-Brandes)

Am Standort Essen angekommen, kümmern sich die Mitarbeiter vor Ort zunächst um den umfassenden Korrosionsschutz der neuen Winkel sprich das Vorbehandeln und das Eintauchen in die flüssigheiße Zinkschmelze. Diese werden auch umgehend wieder per Tourendienst an Bauer-Brandes zur termingerechten Fertigstellung der Einhausung ausgeliefert. Die alten ausgemusterten Komponenten nehmen hingegen einen anderen Weg: Stahl und Zink werden in einem eigenen Entzinkungsprozess vor Ort getrennt, um dann in geschlossenen Kreisläufen wiederverwertet zu werden, so dass Abfall und Ressourcenverschwendung vermieden werden und sich geschlossene Produktkreisläufe ergeben.

Durch das Rücknahmesystem und die Trennung von Stahl und Zink können beide Werkstoffe in sortenreineren Kreisläufen wiederverwertet werden. Das erhöht das Potenzial für Prozesse mit höheren Sekundärquoten und die zirkuläre Qualität der eingesetzten Metalle.

Bauer-Brandes ist zufrieden mit dem Ablauf: „Die Nutzung von Re-Zinq hat für mich keinen zusätzlichen Aufwand bedeutet – im Gegenteil: Ich habe das gute Gefühl, damit einen Beitrag in Sachen verantwortliche Ressourcennutzung zu leisten, damit Zink und Stahl quasi in Primärqualität bestmöglich wiederverwertet werden können.“ Tatsächlich ist die schrittweise Erhöhung der Einsatzquote von Sekundärzink in Primärqualität schon heute erklärtes Ziel des Oberflächentechnik-Dienstleisters. Dank Kunden wie Bauer-Brandes, die den vermehrten Einsatz von Recyclingzink in Primärqualität ermöglichen, wird sich der klimapositive Beitrag langlebiger Zinküberzüge nochmals verbessern lassen.

Michael Bauer-Brandes, Schmied und Metallgestalter

Michael Bauer-Brandes ist 1965 in Darmstadt geboren. Seine künstlerischen Arbeiten sind stark beeinflusst von zahlreichen Aufenthalten in Bolivien, Peru und Brasilien. Die Ergebnisse konnte man schon in vielen namhaften Ausstellungen in ganz Deutschland bewundern. Für diejenigen, die sich für kunstvolle Metallbauarbeiten aus Solingen interessieren und selbst einmal Hand anlegen möchten, haben Michael Bauer-Brandes und Team mittlerweile die offene Schmiede und eine Vielzahl an Veranstaltungen im Angebot. Weitere Infos unter: www.eventschmiede-solingen.de

zuletzt editiert am 04.10.2022