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Ralf Schmeißer (Mitte) freut sich auf der Messe Retec in Augsburg über das Vertrauenssiegel. Foto: Maschinensucher

Feinwerktechnik 2017-05-18T00:00:00Z Nachrichten aus der Branche - Mai 2017

Vertrauenssiegel für Online-Maschinenhändler eingeführt, Leitfaden Kühlschmierstoffe herausgegeben, Polyman für die Ausbildung entwickelt, neue Präsidentin ernannt, „Industriearbeitsplatz 2025“ thematisiert.

Vertrauenssiegel für Maschinenhändler

Im Onlinehandel gilt das Trusted Shops Gütesiegel als Zeichen für Vertrauen. „Mit dem Maschinensucher Vertrauenssiegel haben wir jetzt etwas Vergleichbares für den Maschinenhandel geschaffen“, sagt Thorsten Muschler, Gründer und Geschäftsführer von Maschinensucher. Der europäische Marktführer vereinfacht so Geschäfte mit gebrauchten Maschinen auf der ganzen Welt.
„Käufer haben durch das Vertrauenssiegel die Möglichkeit, auf einen Blick zu erkennen, ob sie es mit einem vertrauenswürdigen Verkäufer zu tun haben“, erklärt Rechtsanwalt Kurt Radermacher vom Fachverband des Maschinen- und Werkzeug Großhandels. Maschinensucher überprüft die Anbieter und schafft so mehr Käufer-Vertrauen. Die Maschinenhändler profitieren durch mehr Verkäufe. „Die Idee ist für uns Händler sehr gut. Bei Kunden spielt das im Hinterkopf eine große Rolle“, sagt Ralf Schmeißer, Inhaber von Schmeißer Werkzeugmaschinen. In Kooperation mit einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hat das Essener Unternehmen einen Kriterienkatalog erstellt. „Die Verkäufer werden von uns intensiv auf die Einhaltung dieser Kriterien geprüft, bevor sie das Vertrauenssiegel erhalten“, erklärt Muschler.
Ein besonderer Mehrwert entsteht für die Maschinenhändler durch die zusätzliche Einbindung des Siegels auf der firmeneigenen Webseite.
Eine erste Fallstudie des Online-Marktplatzes zeigt, dass Händler, die das Vertrauenssiegel auf ihrer eigenen Webseite eingebunden haben, ihre Verkaufszahlen auch außerhalb des Online-Marktplatzes steigern konnten.

Leitfaden Kühlschmierstoffe in Englisch


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Der Leitfaden Kühlschmierstoffe ist jetzt auch in englischer Sprache verfügbar. Foto: VDMA

Das neuste Produkt des Arbeitskreises Aerosole der Fachabteilung Luftreinhaltung im VDMA, Leitfaden „Kühlschmierstoffe – Frische Luft am Arbeitsplatz“, ist ab sofort neben der bereits im September 2016 veröffentlichten deutschen Version auch als Online-Version in englischer Sprache erhältlich.
Der Arbeitskreis ermöglicht mit dem Leitfaden einen praxisorientierten Einstieg in die komplexe Materie der luftgetragenen Kühlschmierstoffe.
Die überarbeitete Auflage des Leitfadens umfasst gesetzliche Grundlagen und Definitionen über die Absaugung sowie den Brand- und Explosionsschutz bis hin zu Auswahlkriterien, Auslegungskriterien und Wirtschaftlichkeitsberechnungen von Absaugsystemen. Hinweise auf die aktuellen Normen und Richtlinien ergänzen das Angebot.
Der Leitfaden klärt über mögliche Gefährdungen auf und erläutert darüber hinaus einen verantwortungsbewussten Umgang mit luftgetragenen Stoffen.
Die Broschüre steht in Deutsch sowie in Englisch unter http://luftreinhaltung.vdma.org als Download zur Verfügung.


Der Polyman ist da!


Polyman
Auswerferseite des Polyman-Werkzeuges. Grafik: Formotion

Der Polyman – ein handliches Stück Kunststoff, das in der Ausbildung der Werkzeug- und Formenbauer für Furore sorgen wird: eine Zwei-Komponenten-Anwendung, die je zur Hälfte einer kunststoffgerechten und einer nicht kunststoffgerechten Bauteilkonstruktion entstammt. Alles Gute und alles Schlechte aus der Praxis der Spritzgussproduktion in einem Teil vereint und auf einen Blick erkennbar gemacht.
Das Spritzgussmuster mit der bemerkenswerten Entstehungsgeschichte wird auf der Moulding Expo zwischen dem 30. Mai und dem 2. Juni seine Premiere feiern. In Halle 6 der Messe Stuttgart wird Polyman am Gemeinschaftsstand des VDWF live produziert werden.
Idee und Konzeption stammen von Professor Steffen Ritter von der Hochschule Reutlingen. Der VDWF hat das Projekt angeschoben und koordiniert. Am Ende zog das Polyman-Team an einem Strang: Die Firma Georg Meusburger aus Wolfurt in Österreich lieferte die Normalien, Borealis und Granula das verwendete Polyethylen beziehungsweise das Masterbatch, Ingenieur Dirk Falke aus Sukow erstellte die Konstruktion, Formotion aus Wilnsdorf baute das Werkzeug und Krauss-Maffei aus München stellt die Spritzgießmaschine, auf der Polyman während der Moulding Expo produziert wird. Hier stellt die Messe Stuttgart für das Projekt dann auch seine Marketing-Kanäle zur Verfügung. Zudem erklärte sich die Hochschule Schmalkalden bereit, den Polyman nach der Moulding Expo weiter zu produzieren, damit das außergewöhnliche Spritzgussmuster weiter erhältlich bleibt.
Die Polyethylen-Zwei-Komponenten-Anwendung besteht aus einer Gutseite in Blau und einer Schlechtseite in Orange. Mit einem einzigen geübten Blick ist zu sehen, wie man mit einer durchdachten Werkzeug-Konstruktion die Qualität des zu fertigenden Bauteils optimiert und gleichzeitig Zeit und Geld sparen kann.
Auf der Schlechtseite fehlen Formschrägen, die Wandstärken sind ungleichmäßig, das Teil ist verzogen und es hat Einfallstellen. Auf der Gutseite hingegen ist dargestellt, wie man’s richtig macht und sich sogar den ein oder anderen Schieber sparen kann. Und so kommt die Gutseite dann auch mit 23 Prozent weniger Material aus. Würde man den Polyman ohne Schlechtseite fertigen, sänken die Werkzeugkosten um dreißig Prozent.

Sandvik Coromant ernennt neue Präsidentin


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Nadine Crauwels ist die neue Präsidentin von Sandvik Coromant. Foto: Sandvik Coromant

Nadine Crauwels ist zur neuen Präsidentin von Sandvik Coromant ernannt worden und wird für die Weiterentwicklung des Unternehmens als führender Anbieter von Werkzeugen, Werkzeuglösungen und Know-how in der Fertigungsindustrie verantwortlich sein.
Als ehemalige Vizepräsidentin und Leiterin des Bereichs Kundenspezifische Lösungen und Strategische Beziehungen verfügt Nadine Crauwels über weitreichende Erfahrungen innerhalb des Unternehmens. Sie bekleidete bei Sandvik Coromant bereits Positionen im Vertrieb, im Produktmanagement und in der Produktionseinführung; zudem war sie Geschäftsführerin von Sandvik Coromant in der Schweiz. Crauwels ist seit 2000 im Unternehmen und hat mehr als 22 Jahre Erfahrung in der Fertigungsindustrie.

Automatisierung ist gesamtgesellschaftliche Aufgabe


Der „Industriearbeitsplatz 2025“ war Thema der diesjährigen Frühjahrstagung der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Produktionstechnik (WGP) – einem Zusammenschluss führender Maschinenbau-Professoren. Die renommierten Wissenschaftler haben 120 Werkzeugmaschinenhersteller und -betreiber befragt, wie die Arbeitsplätze in Fabriken unter Industrie 4.0 aussehen werden. „Bislang wird zu Mensch-Maschine-Schnittstellen vor allem an technischen Fragestellungen geforscht, etwa an der Einbindung mobiler Endgeräte. Doch wie die konkrete Interaktion Mensch-Werkzeugmaschine aussehen wird, ist weitestgehend unbehandelt“, erläutert der Präsident der WGP, Prof. Eberhard Abele, die Motivation der WGP.

„Diese Befragung ist ein erster Versuch, den Industriearbeitsplatz in einer digitalisierten und vernetzten Fabrik besser zu verstehen“, ergänzt Prof. Peter Groche, Leiter des Instituts für Produktionstechnik und Umformmaschinen (PtU) der TU Darmstadt. „Es zeichnet sich bereits ab, dass die Erwartungen bezüglich der Autonomie der Maschinen in der Gesellschaft überzogen sind: Auch selbstlernende Systeme werden nicht ohne den Menschen funktionieren. Doch wir müssen unseren Mitarbeitern das notwendige Wissen über automatisierte und selbstlernende Maschinen vermitteln, um unseren Wettbewerbsvorteil zu sichern. Das wiederum bedeutet, dass wir Industrie 4.0 als eine Entwicklung der gesamten Gesellschaft begreifen müssen.“

Die Entwicklung autonomer Systeme ist noch nicht so weit fortgeschritten, wie häufig vermutet wird. Das ist eines der Ergebnisse der Befragung, die in unterschiedlichen Branchen der Fertigungstechnologie und bei Unternehmen unterschiedlicher Größen durchgeführt wurde. „Bis zur Realisierung autonomer Systeme liegt noch ein weiter Weg vor uns“, fasst Groche zusammen, der die Arbeitsgruppe „Werkzeugmaschinen/Anlagen“ leitete.
Autonome Fabriken werden nicht ohne den Menschen funktionieren, dessen sind sich die Produktionstechniker jedoch sicher. Nach Einschätzung der befragten Unternehmen wird sich das Anforderungsprofil für Maschinenbediener allerdings spreizen. Demnach werden geringer qualifizierte Mitarbeiter auch künftig benötigt, um mit den autonomen Produktionsanlagen zusammen zu arbeiten. Deutlich erweiterte Qualifikationen werden Maschinenbediener für das Überwachen und Trainieren der Lernprozesse der Maschine beziehungsweise der Anlage benötigen. Mittlere Qualifikationen, die dem heutigen Facharbeiter entsprechen, werden hingegen an Bedeutung verlieren. Gleichzeitig entstehen entlang der Prozesskette neue, stärker IT-orientierte Betätigungsfelder, etwa für Aktor- und Sensornetzwerke sowie Datenanalysen.

zuletzt editiert am 26. April 2021
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