Weitere Fördermittel für die Digitalisierung bereitgestellt, Technotrans positiv entwickelt, Servicenetz Industriehydraulik aufgebaut, Zykluszeiten deutlich reduziert, neues Verfahren für Hochgeschwindigkeits-Laserauftragschweißen erforscht.
Zusätzliche Digitalisierungsprämie
Im geplanten Nachtragshaushalt 2018/19 der Landesregierung Baden-Württemberg ist eine erhebliche Aufstockung der Digitalisierungsprämie vorgesehen. Im Jahr 2018 sollen die Fördermittel verdoppelt, in 2019 sogar vervierfacht werden. Damit wären für beide Jahre 16 Millionen zusätzliche Haushaltsmittel eingeplant.
„Gut, dass das Wirtschaftsministerium in den Verhandlungen für den Nachtragshaushalt auch die Digitalisierungsprämie im Blick hatte. Wir freuen uns, dass unsere Forderung nach einer deutlichen Erhöhung der Mittel gehört wurde. Der Bedarf gerade bei Kleinst- und Kleinunternehmen für eine niederschwellige Beratungs- und Investitionsförderung im Bereich Digitalisierung als Starthilfe ist definitiv vorhanden“, so Landeshandwerkspräsident Rainer Reichhold.
Positive Geschäftsentwicklung fortgesetzt

Die Firma Technotrans hat die positive Geschäftsentwicklung in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres nahtlos fortgesetzt. Das Unternehmen steigerte den Umsatz um 4,7 Prozent auf nunmehr 162,7 Millionen Euro, wobei vor allem die Wachstumsmärkte maßgebliche Impulse lieferten. Der operative Gewinn auf Ebit-Basis stieg um sechs Prozent auf 13,6 Millionen Euro an, die entsprechende Marge verbesserte sich leicht auf 8,4 Prozent. Vor dem Hintergrund der planmäßigen Geschäftsentwicklung bestätigte der Vorstand die Ergebnis- und Umsatzziele für das Gesamtjahr.
„Das aktuelle Geschäftsjahr ist bislang in nahezu allen Unternehmensbereichen positiv verlaufen“, sagt Dirk Engel, Sprecher des Vorstands der Technotrans. Besonders hervorzuheben waren in diesem Zusammenhang die erzielten Wachstumsraten in der Laser- und Werkzeugmaschinenindustrie sowie in den Wachstumsmärkten. Diese umfassen die Aktivitäten in der Elektromobilität, der Halbleiter-, Medizin- und Scannertechnik. Hier wuchs der Umsatz im zweistelligen Bereich, was auch auf Serienanläufe und den Abschluss mehrerer Rahmen- und Projektaufträge zurückzuführen ist.
Servicenetz Industriehydraulik aufgebaut

Zum Servicenetz Industriehydraulik haben sich kürzlich 19 von Bosch Rexroth autorisierte und zertifizierte Servicepartner zusammengeschlossen. Mit rund 300 ausgebildeten Servicetechnikern und einem umfassenden Dienstleistungsangebot decken die Service-Betriebe künftig engmaschig ganz Deutschland ab. Die Leistungen umfassen eine 24/7 Hotline, vor-Ort-Einsätze, das Organisieren von Reparaturen inklusive einem Abhol- und Lieferservice sowie die Modernisierung älterer Anlagen. Mit diesem Portfolio ist es das derzeit größte und umfassendste Servicenetzwerk für Fluidtechnologie im industriellen Einsatz.
Die zertifizierten Service-Unternehmen bieten im neu etablierten Netzwerk ein standardisiertes Portfolio an Dienstleistungen für alle Anwendungen in der Industriehydraulik, von der Inbetriebnahme bis zur Modernisierung, an. Durch die engmaschige regionale Verteilung über das gesamte Bundesgebiet erreichen die Service-Techniker alle Kunden in Deutschland innerhalb von zwei Autostunden.
Unter http://apps.boschrexroth.com/microsites/servicenetzIH/ ist das Servicenetzwerk Industriehydraulik im Internet erreichbar.
Zykluszeiten deutlich reduziertDer Spritzgießmaschinenhersteller Engel Austria und der Technologiekonzern Heraeus bündeln ihre Kompetenzen in der Herstellung und Verarbeitung von amorphen Metallen. Unter dem Namen Amloy hat Heraeus eine Reihe neuer amorpher Metalllegierungen entwickelt. Von Engel kommt die Spritzgießmaschine für deren Verarbeitung. Bis zu siebzig Prozent reduzierte Zykluszeiten und die vollautomatisierte Großserienfertigung von Endprodukten mit bislang unvereinbaren Eigenschaften eröffnen neue Anwendungsfelder, beispielsweise in den Bereichen Automobil, Luft- und Raumfahrt, Medizintechnik, Industrie, Lifestyle und Elektronik.
Die Materialien der neuen Produktreihe Amloy von Heraeus zählen zu den amorphen Metallen. Es handelt sich um Zirkonium-basierte Legierungen und Materialien auf der Basis von Kupfer. Der Einsatz von Kupfer ermöglicht niedrige Stückkosten und eröffnet ein breites Einsatzspektrum. Derzeit arbeitet Heraeus an Amloy Legierungen auf Basis von Titan, Eisen und Platin.
Durch die Kooperation schließt Heraeus eine Fertigungslücke und ist der weltweit einzige Anbieter, der amorphe Metalle umfassend verarbeiten kann: schmelzen und verformen, 3D-drucken, spritzgießen.
Rasant und umweltfreundlich beschichten

Ein neue Verfahren für extremes Hochgeschwindigkeits-Laserauftragschweißen (Ehla) ist eine echte Success-Story: intensive Verfahrensentwicklung in Aachen seit 2012, konsequente Realisierung und Erprobung der Systemtechnik in den Niederlanden und dann die industrielle Umsetzung in China. Und am 21. September 2018 hat das am Aachener Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT und am Lehrstuhl für Digital Additive Production DAP der RWTH Aachen University entwickelte Verfahren in Ditzingen nun auch noch den Berthold Leibinger Innovationspreis erhalten. Der Preis wird seit 2000 alle zwei Jahre für herausragende Forschungs- und Entwicklungsarbeiten zur Anwendung oder Erzeugung von Laserlicht verliehen.
Die Bauanleitung für die weltweit wohl schnellste Anlage zum Laserbeschichten ist an und für sich sehr einfach: Man nehme eine CNC-Drehmaschine, installiere eine Laserstrahlquelle, einen Bearbeitungskopf und ein Pulverzufuhrsystem – fertig. Dieser clevere Einsatz additiver Fertigungstechnologie wird auf der EMO Hannover 2019 der Öffentlichkeit präsentiert.
Das neue Verfahren löst ein Problem, das besonders Hersteller von stark beanspruchten Bauteilen aus Metall betrifft. Sie müssen Bauteile beschichten, damit sie nicht korrodieren oder verschleißen. Extrem hoch sind zum Beispiel die Ansprüche an die Beschichtungen für meterlange Offshore-Zylinder, die im Meer wegen der salzigen Umgebung schnell rosten und verschleißen. Allerdings warten die üblichen Beschichtungsverfahren – das Hartverchromen, das thermische Spritzen und das Auftragschweißen – mit Nachteilen auf. Auch das Laserauftragschweißen konnte sich bislang in diesem Bereich nur vereinzelt durchsetzen.