1912_FWT_Additive Fertigung
Der VDI veröffentlicht den neuen Statusreport „Additive Fertigung – 3-D-Druckverfahren sind Realität in der industriellen Fertigung“.

Feinwerktechnik 2019-12-11T00:00:00Z Nachrichten aus der Branche

Ein Statusreport des VDI bescheinigt der additiven Fertigung deutliche Fortschritte, der neue ISCAR-Webshop ist seit November online, eine internationale Konferenz in Berlin beschäftigt sich mit programmierbaren Materialien, der erste Sicherheitslaserscanner für den Außenbereich wurde zertifiziert und die Werkzeugfabrik Arnold Dold stellte Insolvenzantrag.

3-D-Druckverfahren mit deutlichen Fortschritten

Die Additive Fertigung (AM) wird erwachsen und hält in Unternehmen Einzug. „Die deutsche Industrie hat die riesigen Potenziale der 3-D-Druckverfahren erkannt“, meint Prof. Dr.-Ing. Gerd Witt, Vorsitzender des VDI-Fachausschusses „Additive Manufacturing“. „Unternehmen sind dadurch nicht nur flexibler in ihrer Produktion, sie können auch Kosten sparen, den Materialeinsatz reduzieren und Ressourcen schonen.“ Die Industrie nutzt immer mehr die Möglichkeit, AM für Prototypen, Fertigungsmittel und Endprodukte einzusetzen. In den letzten drei Jahren hat es laut dem neuen VDI-Statusreport „Additive Fertigung“ viele Fortschritte gegeben, die für eine intensivere industrielle Nutzung wichtig sind.

Der Statusreport behandelt drei Innovationstreiber besonders ausführlich:

  • neue AM-Verfahren,
  • Materialentwicklung,
  • neue Softwaretools.

Ein weiterer wichtiger Schritt für die stärkere Nutzung in der Industrie: Die AM-Maschinen stehen nicht mehr nur in den Entwicklungsabteilungen, sondern vermehrt auch in den Fertigungshallen. Wenn Bauteile so konstruiert werden, dass sie die Potenziale der additiven Fertigung voll ausschöpfen, dann ist im Umkehrschluss die Fertigung mit anderen Verfahren nicht mehr möglich. Wichtig ist daher eine Automatisierung der Prozesskette. Beispielsweise können AM-Maschinen über eine Schnittstelle an ein Manufacturing Execution System (MES) oder Scada-System angebunden und in IT-vernetzten Fertigungslinien eingesetzt werden.

Der vollständige Statusreport „Additive Fertigung – 3-D-Druckverfahren sind Realität in der industriellen Fertigung“ steht kostenfrei unter www.vdi.de/publikationen

1912_FWT_Iscar Webshop
Der neu gestaltete Iscar-Webshop startete im November und ersetzt seitdem den alten Toolshop.

Erfolgreicher Start des neuen Webshop

Der neu gestaltete Iscar-Webshop startete im November und ersetzt seitdem den alten Toolshop. Nutzer profitieren von seiner übersichtlichen Oberfläche, der intuitiven Bedienung und den zahlreichen praktischen Funktionen. Bestehende Nutzerkonten wurden in den neuen Webshop übernommen. Für die Benutzer änderten sich lediglich die Zugangsdaten. Und wie im bisherigen Toolshop ist die Lieferung frachtfrei.

Mit dem modernen Webshop haben Nutzer wie gewohnt die Möglichkeit, die Produkte des breiten Portfolios ganz bequem zu bestellen – einfach, schnell, transparent, von überall, egal mit welchem Gerät und rund um die Uhr. Doch der neue Webshop kann noch viel mehr: Neben den übersichtlich gestalteten Kategorien wurden zahlreiche praktische Funktionen eingebaut, wie etwa die Suche nach der eigenen Kunden-Materialnummer, Favoriten-Listen anlegen oder den Bestellzettel, der das Bestellen unserer Produkte noch einfacher und schneller macht.

User müssen nur den Browser öffnen, die Adresse https://webshop.iscar.de eintippen und sich über den Button „Anmelden“ registrieren.

1912_FWT_Konferenz Programmierbare Materialien
Vom 27. bis 29. April 2020 findet in Berlin die 1. Internationale Konferenz Programmierbare Materialien statt.

Funktionsintegration direkt ins Material

Um das Potenzial programmierbarer Materialien zu heben, müssen die innere Struktur des Materials und die Materialeigenschaften als veränderliche und reversible Größen gedacht werden. Damit im Materialeinsatz an der passenden Stelle im Produkt situativ die gewünschten Eigenschaften erzeugt werden können, muss die Informationsverarbeitung direkt im Material stattfinden. Dies stellt einen Paradigmenwechsel in der Produktentwicklung dar, der mehr fordert, als Materialkompetenz. Ingenieurwissenschaften, Naturwissenschaften und Informatik müssen in einer neuen Qualität zusammenwirken.

Genau hier setzt die 1. Internationale Konferenz für Programmierbare Materialien an. Von 27. bis 29. April 2020 treffen sich in Berlin Experten verschiedenster Fachrichtungen, um voneinander zu lernen und die Entwicklung, die Herstellung und die Anwendung programmierbarer Materialien voranzubringen.

Programmierbare Materialien zielen darauf ab, technische Multimaterial-Systeme bestehend aus zum Beispiel Sensor, Regler, Aktuator und Energieversorgung durch ein einzelnes lokal konfiguriertes Material zu ersetzen. Das Anwendungspotenzial ist immens: Programmierbare Porengrößen ermöglichen selbstreinigende Membranfilter für Wasseraufbereitungssysteme, Materialien mit programmierbarem Wärmedurchgang sorgen für effizientes Wärmemanagement in Maschinen oder Gebäuden, mit programmierbarer Reibung können Kupplungs- und Positioniersysteme intelligent gesteuert werden.

Bei der ProgMatCon2020 wird in acht Symposien daran gearbeitet, die Programmierung konzeptionell und technisch umzusetzen. Hochkarätige Plenarreferenten behandeln das Thema aus unterschiedlichsten Perspektiven. Das Feld der eingeladenen Referenten zeigt die Multidisziplinarität des Themas und unterstreicht die Notwendigkeit der Abkehr vom Silodenken hin zu einer neuen Kultur des produktiven wissenschaftlichen Austausches.

Weitere Informationen unter www.progmatcon.com.

Erster Sicherheitslaserscanners für den Außenbereich zertifiziert

Der TÜV Rheinland hat jetzt weltweit erstmals einen Sicherheitslaserscanner für den Außenbereich nach IEC TS 62998 zertifiziert. Diese weltweit gültige Norm betrifft sicherheitsrelevante Sensoren an Maschinen zum Schutz von Menschen. Der Sicherheitslaserscanner „outdoorScan3“ des Unternehmens Sick dient dazu, Menschen vor Verletzungen zu schützen: Erkennt der Sensor, dass sich Menschen im Gefahrenbereich einer Maschine aufhalten, reagiert er entsprechend und stoppt die Maschine. Eingesetzt wird der für den Außenbereich zertifizierte Sicherheitslaserscanner in stationären Applikationen, bei automatisierten Fluggastfahrbrücken oder fahrerlosen Transportfahrzeugen auf Werksgeländen.

Bisher konnten Sicherheitslaserscanner nur für den Einsatz im Innenbereich zertifiziert werden, also etwa für Maschinen, die in Werkshallen fahren. „Wenn Sicherheitslaserscanner draußen eingesetzt werden, müssen die Sensoren beispielsweise auch unter widrigen Witterungsbedingungen wie Nebel, Regen oder Schnee sicher funktionieren“, erklärt Dr. Peter Robben, Experte für Funktionale Sicherheit bei TÜV Rheinland. Das konnten Hersteller bislang nicht einfach nachweisen. „In mehrjähriger Zusammenarbeit mit der Internationalen Elektrotechnischen Kommission, unseren Kunden, Lieferanten und Prüfunternehmen, wie TÜV Rheinland, haben wir die Prüfgrundlagen geschaffen, um solche Scanner auch für den Außenbereich zertifizieren lassen zu können“, erklärt Michael Badeja, Produktmanager bei Sick. Ergebnis dieser Arbeit und Zertifizierungsgrundlage für den „outdoorScan3“ ist die neue, weltweit gültige Norm IEC TS 62998.

1912_FWT_Insolvenzverwalter
„Mein Ziel ist es, sowohl das Unternehmen als auch die Arbeitsplätze zu erhalten“, sagt der vorläufige Insolvenzverwalter Stefano Buck von Schultze & Braun.

Werkzeugfabrik stellt Insolvenzantrag

Die Präzisions-Werkzeugfabrik Arnold Dold mit Sitz in Triberg hat am 2. Dezember Insolvenzantrag gestellt. Das Amtsgericht Villingen-Schwenningen bestellte Rechtsanwalt Stefano Buck von Schultze & Braun zum vorläufigen Insolvenzverwalter. Buck hält den Geschäftsbetrieb des auf die Herstellung von Präzisionswerkzeugen spezialisierten Unternehmens ohne Einschränkungen aufrecht.

Buck informierte die 16 Mitarbeiter in einer Belegschaftsversammlung über das Verfahren. Sie werden bis einschließlich Januar über das Insolvenzgeld abgesichert. „Gerade vor Weihnachten ist das ein wichtiges Signal, das wir den Mitarbeitern geben können: Es geht hier weiter und ihr müsst keine Einbußen beim Gehalt hinnehmen“, sagt Buck.

Auch die rund 500 Kunden des seit 1899 bestehenden Traditionsbetriebes werden unverändert weiter beliefert. „Wir werden alle aktuellen und künftigen Aufträge ordnungsgemäß und wie vereinbart erfüllen“, versichert Buck.

Ursache der wirtschaftlichen Schieflage ist ein deutlicher Auftragsrückgang, insbesondere seitens großer Kunden aus dem Automobil- und Maschinenbau. „Das konnte die Gesellschaft liquiditätstechnisch nicht auffangen“, so Buck. Heute sei der Auftragsbestand allerdings wieder gut und sichere die Auslastung bis in den Februar hinein. „Das verschafft uns ausreichend Zeit, die Schwachstellen des Unternehmens zu analysieren, an den entsprechenden Stellschrauben zu drehen und das Unternehmen wieder auf Kurs zu bringen“, ist sich Buck sicher.

Die Präzisions-Werkzeugfabrik Arnold Dold ist ein mittelständischer Familienbetrieb, der auf eine lange Geschichte zurückblicken kann. 1899 gründeten die Mechanikermeister Makarius und Arnold Dold das Unternehmen, das heute von der dritten Familiengeneration geführt wird. Der metallverarbeitende Betrieb konstruiert und fertigt Spezial- und Präzisionswerkzeuge für Kunden aus den Branchen Maschinen- und Werkzeugbau, Medizintechnik, Automobil- und Nutzfahrzeugbau, Antriebstechnik, Flugzeugbau sowie Elektrotechnik und Elektronik.

zuletzt editiert am 26. April 2021
Newsletter