Unternehmenssitz der Schröder Group in Wessobrunn-Forst. Foto: Schröder Group
Unternehmenssitz der Schröder Group in Wessobrunn-Forst. Foto: Schröder Group

Feinwerktechnik

14. July 2021 | Teilen auf:

Nachrichten aus der Branche

(Juli 2021) Der Maschinenbauer Schröder übernimmt den Werkzeughersteller SMU, die AMTech ist ein neues Messeformat für die zukunftsweisende Fertigung in China, Digitalisiersystem und Prägetechnik von Lang ermöglichen ein Kunstobjekt, der VDMA-Fachverband Robotik + Automation hat mit der Startup-Plattform „GO2automation“ eine Kooperation vereinbart, zusammen mit dem Verein Zukunftsorientierte Zerspanung bringt der Verband der Deutschen Drehteile-Industrie span(n)ende Theorien in die wissenschaftliche Praxis.

Stärken bündeln

Das Maschinenbauunternehmen Schröder Group übernimmt den in Leinburg-Weißenbrunn ansässigen Werkzeughersteller SMU. Beide Unternehmen kooperieren bereits seit vielen Jahren und bündeln jetzt ihre Kompetenzen, um ihre Marktposition auf dem deutschen und internationalen Blechbearbeitungsmarkt weiter auszubauen.„

Die Übernahme fühlt sich wie eine natürliche Entwicklung an. In der neuen Konstellation können wir unsere Dienstleistungen, Produkte und Kapazitäten noch besser aufeinander abstimmen, gemeinsame Entwicklungen starten und unseren Kunden höchste Qualität bei noch besser aufeinander abgestimmten Maschinen- und Werkzeuglösungen bieten. Die Schröder Group wird also weiterhin bestrebt sein, die hohen Qualitätsstandards beider Unternehmen weiter kontinuierlich zu verbessern“, erläutert Franz Schröder, Geschäftsführer der Schröder Group, die Ziele der Übernahme.

Mit der Übernahme des Werkzeugherstellers SMU erweitert die Schröder Group das Know-how in den verschiedenen Bereichen des Werkzeugbaus. Wie schon bei der Softwareentwicklung vertieft das Unternehmen als Teil seiner Wachstumsstrategie damit die eigene Wertschöpfungskette, verbreitert das Prozess-Know-how und kann Entwicklungen bei wichtigen Zusatzkomponenten für den Einsatz seiner Maschinen optimieren. Das Spezialwissen von SMU wird von entscheidender Bedeutung sein, wenn es um die Integration und Neuentwicklung von Maschinenwerkzeugen sowie kundenspezifischen Werkzeuganforderungen geht. „Unser Ziel ist es, Lösungen zu entwickeln, mit denen die Kunden der Schröder Group langfristig und nachhaltig noch erfolgreicher und effizienter arbeiten können“, so Franz Schröder. Dieter Winheim bleibt Betriebsleiter der SMU und wird das Unternehmen im Firmenverbund der Schröder Group führen. Mit der Übernahme begrüßt die Schröder Group 24 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. SMU wird am Markt weiterhin als eigenständige Werkzeugmarke „SMU“ auftreten.

„Die Ziele und Branchen, die die AMTech abdeckt, korrespondieren ideal mit unserer Expertise in Deutschland, Europa und weltweit“, weiß Roland Bleinroth, Geschäftsführer der Messe Stuttgart. Foto: Landesmesse Stuttgart

Neues Messeformat

Die Bedeutung des chinesischen Marktes ist für die Maschinen- und Anlagenbauer während der Corona-Pandemie weiter gestiegen. Für 2021 erwarten die in China tätigen Unternehmen ein Umsatzwachstum von 17 Prozent.Vom 11. bis 14. Oktober 2021 veranstaltet die Messe Stuttgart in Kooperation mit ihrer chinesischen Tochtergesellschaft die AMTech – International Advanced Manufacturing Technology Exhibition in Shenzhen (China). Unterstützt wird die Veranstaltung zudem von 21 Industrieverbänden aus dem chinesischen „Silicon Valley“, der Greater Bay Area, einem der modernsten Innovations- und Technologiezentren Chinas inmitten der Metropolregion. Begleitet wird die Fachmesse von der AMC2021 - World Advanced Manufacturing Conference.

Die AMTech deckt die gesamte industrielle Produktionskette ab und präsentiert Lösungen für die Metallbearbeitung sowie Werkzeug- und Formenbau. Aussteller zeigen Lösungen für die zukunftsweisende Fertigung mit den Schwerpunkten digitale und intelligente Fertigung sowie Green Manufacturing. Auch industrielles „Internet of things“ sowie intelligente Indoor-Logistik und Lagerhaltung stehen im Fokus. „Die Ziele und Branchen, die die AMTech abdeckt, korrespondieren ideal mit unserer Expertise in Deutschland, Europa und weltweit“, erläutert Roland Bleinroth, Geschäftsführer der Messe Stuttgart.

Auf Initiative des VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken) wurde die AMTech in das Auslandsmesseprogramm des Bundeswirtschaftsministeriums aufgenommen. Es unterstützt das neue Messeformat mit einem deutschen Gemeinschaftsstand. Zahlreiche Aussteller haben ihren Stand auf dem neuen Messegelände in Shenzhen bereits gebucht. Darunter sowohl Weltmarktführer als auch kleine und mittelständische Unternehmen.

Das fertige Kunstobjekt und die Künstlerin. Foto: Lang

Feinste Strukturen

Ute Hauff schafft prägende Kunst. Eine fossile Seelilie war Vorlage für ein hochwertiges Kunstobjekt, das unter anderem mit Hilfe eines Digitalisiersystems und Prägetechnik der Firma Lang realisiert wurde. Die entstandenen Kunstblätter wurden aufwändig im Gold- und Silberfoliendruck auf hochwertigem Tonkarton erstellt und gelten als außergewöhnliche Objekte der Handwerkskunst. Für den gesamten Prozess wurden drei spezialisierte Unternehmen ins Boot geholt.

Der erste Produktionsschritt erfolgte im Hause Lang, wo ein 3D-Scan der Seelilie angefertigt wurde. Geschäftsführer Thomas Kozian erklärt: „Unser Digitalisiersystem LDigit express ist spezialisiert auf das präzise Abtasten und Digitalisieren von Freiformflächen und Relief-Modellen. Im Zusammenspiel mit unserer Software Relief-Designer konnten wir einen Gipsabdruck der Seelilie schnell digitalisieren und für die weitere Verarbeitung als 3D-Scan zur Verfügung stellen.“

Die MSP Prägetechnik zeichnete für den nächsten Produktionsschritt verantwortlich. Als Entwicklungspartner von Lang setzt MSP für seine individuellen und hochwertigen Prägelösungen auf dessen Soft- und Hardware. Mit der CNC-gesteuerten Fräs- und Graviermaschine Impala 400SL von Lang erstellte MSP auf Basis der digitalisierten Daten die für den Druck des Kunstobjektes benötigten Prägewerkzeuge.

Im Graphischen Betrieb August Conzelmann in Bisingen erfolgte mit den von MSP angefertigten Prägewerkzeugen der finale Produktionsschritt. Im ersten Arbeitsgang wurde das Gold vorgeprägt. Im zweiten Arbeitsgang wurde die Struktur geprägt, die dem Kunstobjekt den endgültigen Charakter gibt.

Neue Zukunftspartnerschaft

„Wir nehmen Firmen auf dem Weg zur smarten Produktion der Zukunft an die Hand“, sagt Patrick Schwarzkopf, Geschäftsführer VDMA Robotik + Automation. Foto: VDMA

Der VDMA-Fachverband Robotik + Automation hat mit der Startup-Plattform „GO2automation“ von Andugo eine Kooperation vereinbart. Gemeinsames Ziel ist, Unternehmen bei der Automation datengestützt zu begleiten. Kleine, mittelständische und große Firmen profitieren von einer KI-gestützten Plattform-Vernetzung.„

Wir sind als Wissens- und Expertendatenbank darauf spezialisiert, die Automation von Fertigungsprozessen deutlich effektiver zu gestalten“, sagt Dirk Engelbrecht, CEO der Firma Andugo. „Interessierte Unternehmen kommen auf der GO2automation-Plattform passgenauer, kostengünstiger und schneller zum Projekterfolg als mit traditionellen Ansätzen.“„Wir nehmen Firmen auf dem Weg zur smarten Produktion der Zukunft an die Hand“, sagt Patrick Schwarzkopf, Geschäftsführer VDMA Robotik + Automation. „Wir bieten insbesondere auch kleinen und mittelgroßen Unternehmen eine praxisnahe Möglichkeit, die Chancen der Automation Schritt für Schritt zu erschließen. Die hier registrierten Fachanbieter gehören sowohl in Deutschland als auch international zur Top-Liga der Robotik und Automation.“

Die Partnerschaft ist ein wichtiger Meilenstein, die Plattformökonomie im Bereich „Business-to-Business“ aktiv zu gestalten.

Forschungsthemen aus der Praxis: Der Verband der Deutschen Drehteile-Industrie kooperiert mit dem Verein Zukunftsorientierte Zerspanung. Foto: Verband der Deutschen Drehteile-Industrie

Zukunftsorientierte Kooperation

Bleifreie Metalle, CO2-Bilanz, Bearbeitung additiv gefertigter Teile – die Herausforderungen für die zerspanenden Unternehmen reißen nicht ab. Um seine Mitglieder nicht nur mit Vorträgen theoretisch darauf vorzubereiten, kooperiert der Verband der Deutschen Drehteile-Industrie mit dem Verein Zukunftsorientierte Zerspanung (ZOZ). „Der ZOZ ist sehr gut vernetzt und kann somit Themen von morgen schon heute in der Praxis erforschen“, erklärt Hermann Rumpel, Vorsitzender des Verbands der Deutschen Drehteile-Industrie. Der ZOZ mit Sitz in Stuttgart bringt bundesweit Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Wirtschaftsorganisationen und Unternehmen zusammen und schafft damit eine ideale Basis, um mögliche Produktions- und Zerspanungsprobleme ganzheitlich zu betrachten und zu lösen. Immer im Fokus: die effiziente und nachhaltige Nutzung von Energie und den gegebenen Ressourcen.

Für den ZOZ bedeutet die Zusammenarbeit, einen Partner zu haben, der im zerspanenden Alltagsgeschäft zuhause ist. „Hier erfahren wir, welche Themen in Zukunft relevant sein werden und können entsprechende Studien forcieren“, sagt Dr.-Ing. Rocco Eisseler, Geschäftsführer des Vereins Zukunftsorientierte Zerspanung. Der ZOZ und der Drehteileverband bilden einen gemeinsamen technischen Ausschuss, der mehrmals im Jahr tagen wird, um relevante Themenimpulse von den Mitgliedern des Drehteileverbands aufzunehmen und in die Forschung weiterzutragen.