Die Pandemie verändert das Investitionsverhalten: Eine deutliche Mehrheit der verarbeitenden Unternehmen investiert stärker in Anlagevermögen. Grafik: Close Brothers
Die Pandemie verändert das Investitionsverhalten: Eine deutliche Mehrheit der verarbeitenden Unternehmen investiert stärker in Anlagevermögen. Grafik: Close Brothers

Feinwerktechnik

15. December 2021 | Teilen auf:

Nachrichten aus der Branche

(Dezember 2021) Wie die Pandemie das Investitionsverhalten der Unternehmen verändert, hat der Finanzierungsspezialist Close Brothers untersucht, auf ausdrücklichen Wunsch der Branche wird die Euroguss auf Juni 2022 verschoben, das Fraunhofer–Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA forscht an digitalen Geschäftsmodellen für die Zukunft, Ceratizit hat jetzt einen eigenen Song und ein Musikvideo veröffentlicht und Hufschmied eröffnet einen neuen Onlineshop.

Verändertes Investitionsverhalten

Die große Mehrheit der Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe (89,5 Prozent) geht aufgrund der Pandemie heute anders an Investitionen heran als früher. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Finanzierungsspezialisten Close Brothers Asset Finance aus Mainz unter 200 Unternehmen aus dem Bereich. Eine deutliche Mehrheit (55 Prozent) investiert nun stärker in das Anlagevermögen als vor der Pandemie, eine Minderheit weniger (34 Prozent). Neben der Herangehensweise an Investitionen hat sich bei verarbeitenden Betrieben zudem das Verhalten in der Homeoffice-Frage geändert: Bei drei von vier Unternehmen (75 Prozent) soll hier künftig mehr Flexibilität herrschen.

Bezüglich der Investitionen gaben Betriebe aufgrund der Pandemie bisher vor allem für die digitale Infrastruktur erheblich mehr (54,5 Prozent) oder geringfügig mehr (42,5 Prozent) aus, das heißt, auch die Unternehmen, die generell weniger in Anlagevermögen investieren wollen, haben hier Geld in die Hand genommen. Ein wesentlicher Grund für das IT-Investment dürfte die Homeoffice-Pflicht sein, die in den letzten eineinhalb Jahren zeitweise bestand. Aber auch der erschwerte direkte Kundenkontakt spielt offensichtlich eine erhebliche Rolle, denn besonders viele Unternehmen investierten in die Verbesserung der Online-Bestellmöglichkeiten. 59,5 Prozent der befragten Unternehmen steckten erheblich mehr finanzielle Mittel als üblich in entsprechende Maßnahmen, weitere 36 Prozent zumindest geringfügig mehr.

Euroguss verschoben

Die Euroguss 2022 findet vom 8. bis 10. Juni 2022 statt. Foto: Nürnberg-Messe

Auf ausdrücklichen Wunsch der Branche wird die für den 18. bis 20. Januar 2022 geplante Veranstaltung in Nürnberg auf Juni 2022 verschoben. Neuer Termin ist 8. bis 10. Juni 2022 mit gleichem Veranstaltungsort und gleicher Hallenbelegung.

Die Euroguss 2022 hätte den Jahresauftakt der Druckgussindustrie gebildet: Nun wird die vom 18. bis 20. Januar 2022 geplante Veranstaltung aufgrund des erneut dynamischen Infektionsgeschehens und damit kurzfristig möglichen Verschärfungen der Gesetzgebung bezüglich Veranstaltungen verschoben. In enger Abstimmung und auf Wunsch von Ausstellern, Partnern und Verbänden hat sich die Nürnberg-Messe dazu entschieden, die Euroguss 2022 auf den Termin vom 8. bis 10. Juni 2022 zu verlegen. Dann findet sie in gewohntem Umfang und in derselben Hallenbelegung als internationale Fachmesse für Druckgusstechnik, Prozesse und Produkte im Messezentrum Nürnberg statt. Ein Highlight, um die Zeit bis Juni zu verkürzen, gibt es dennoch: Am 18. Januar 2022 wird die Verleihung des Europäischen Druckgusspreises sowie ein Branchentalk mit interessanten Gesprächspartnern aus der Druckguss-Community live gestreamt.

Hersteller werden zu Dienstleistern

Die Verbundpartner des Konsortialprojekts „Productivity as a Service“ untersuchen ein nutzungsbasiertes Geschäftsmodell für Zerspanungsmaschinen, bei dem Unternehmen aus der metallverarbeitenden Branche ein Paket aus Werkzeugmaschine, Zerspanungswerkzeugen und IT-Dienstleistungen bezahlen. Foto: Mapal Dr. Kress

Man muss eine Maschine nicht kaufen, um sie nutzen zu können: Die Digitalisierung macht neue Geschäftsmodelle möglich, die auf dem automatisierten Austausch von Daten basieren. Welche Bedingungen erfüllt sein müssen, damit diese Geschäftsmodelle wirtschaftlich und technisch umsetzbar sind, klären Fachleute aus Wissenschaft und Industrie im Großforschungsprojekt „X-Forge“. Die Digitalisierung hat nicht nur die Art und Weise verändert, wie produzierende Unternehmen ihre Ware herstellen. Auch die Geschäftsbeziehungen, die Unternehmen untereinander eingehen, haben sich im Zuge der vierten industriellen Revolution gewandelt. Aus der starren Wertschöpfungskette ist ein flexibles Wertschöpfungsnetzwerk geworden, das keine festen Abläufe mehr kennt und dessen Akteure ständig wechseln. Am Laufen gehalten wird so ein Digitales Ökosystem vom automatisierten Austausch von Daten zwischen allen Akteuren. Und dieser ständige Austausch ermöglicht neue, datenbasierte Geschäftsmodelle, in denen Hersteller nicht nur zu Dienstleistern werden, sondern auch alle Prozesse in einer Werkhalle als einzelne Services verstanden werden können: Everything as a Service (XaaS). Im Großforschungsprojekt X-Forge untersuchen nun Fachleute aus Forschung und Industrie einige dieser neuen Geschäftsmodelle und klären, welche Daten dafür erhoben und ausgetauscht werden müssen und wie dieser Datentransfer technisch umsetzbar ist. X-Forge ist in vier Konsortialprojekte untergliedert. An allen ist das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA beteiligt.Hier das Beispiel aus dem Metallbereich: Lohnfertiger und Zulieferbetriebe mit metallischer Bearbeitung stehen im internationalen Wettbewerb unter massivem Preisdruck. Ihre Zerspanungsmaschinen müssen sie deshalb effektiv nutzen, also möglichst rund um die Uhr, mit durchgängig hoher Prozess- und Fertigungsqualität und auch bei Kleinserien und Einzelstücken zu niedrigen Kosten. Möglich werden soll das auch hier durch ein nutzungsbasiertes Geschäftsmodell: Künftig sollen Lohnfertiger und Zulieferer keine teuren Maschinen mehr anschaffen müssen. Stattdessen bezahlen sie ein Paket aus Werkzeugmaschine, Zerspanungswerkzeug und IT-Diensten. Letztere sollen neben automatisiert ausgelösten Bezahl- und Wartungsvorgängen auch aus intelligenten Algorithmen bestehen, die selbstständig in den Zerspanprozess eingreifen und die Prozessparameter im laufenden Betrieb verbessern. Übermäßiger Verschleiß und Schäden an Bauteilen sollen so vermieden werden. „Zerspanungsmechaniker müssen sich dann nicht mehr mit Einstellungen an der Maschine herumschlagen und auch keine externen Dienstleister mehr beauftragen, die ihnen ihre Produktionsprozesse optimieren“, sagt Wissenschaftler Schöllhammer vom Fraunhofer IPA. Schaffen wollen Schöllhammer und sein Team das, indem sie die Prozess- und Produktionsdaten, die bisher noch getrennt vorliegen, vereinen und einem selbstlernenden Algorithmus zugänglich machen. An dem Konsortialprojekt „Productivity as a Service“ (PRODaaS) sind neben dem Fraunhofer IPA auch die Karl Walter Formen- und Kokillenbau aus Göppingen, der Sensorhersteller Blum-Novotest aus Grünkraut im Kreis Ravensburg, der Maschinenbauer F. Zimmermann aus Neuhausen auf den Fildern, der Werkzeughersteller Mapal Dr. Kress (Konsortialführer) und der Plattformanbieter c-Com (beide aus Aalen) beteiligt. Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg fördert PRODaaS mit rund drei Millionen Euro aus dem Förderprogramm InvestBW.

Ceratizit-Song veröffentlicht

Ceratizit veröffentlicht jetzt einen eigenen Rocksong inklusive dazugehörigem Musikvideo. Foto: Ceratizit

Mit der Veröffentlichung eines Rocksongs sorgt das Unternehmen Ceratizit jetzt dafür, dass der Name des Unternehmens nicht nur in aller Munde sondern nun auch in aller Ohren ist. Seit 1. Dezember ist der Smash-Hit „CERATIZIT (This is it)“ auf allen gängigen Streaming-Plattformen und als Musikvideo erhältlich.

Kreativität ist bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Ceratizit-Gruppe tief verankert und ein fester Bestandteil der Unternehmensphilosophie. Dank dieser Fähigkeit gelingt es dem Hartmetallspezialisten immer wieder aufs Neue seine Kunden mit innovativen Lösungen zu überraschen und zu begeistern. Dass auf einem solch kreativen Nährboden auch andere Blüten prächtig gedeihen, belegt die jüngste „Neuentwicklung“ des Unternehmens: Eine Rockhymne, die sich wie ein Hochpräzisionswerkzeug durch den Gehörgang fräst und mit einer besonders langen Standzeit im Ohr bleibt.Der Song „CERATIZIT (This is it)“, stammt aus der Feder der hauseigene Firmenrockband „CERATIZIT Metal Injection“, die sich aus Mitarbeitern unterschiedlicher Abteilungen des Werkzeugherstellers zusammensetzt. Die Hobbymusiker arbeiten in verschiedenen Bereichen innerhalb der Unternehmensgruppe und haben die Band vor mehr als zehn Jahren gegründet. Kurz danach performte die Band schon für eine betriebsinterne Feier. Seitdem treffen sich die Kollegen aus Forschung- und Entwicklung, IT, Technical Training, Logistik und weiteren Abteilungen regelmäßig nach Feierabend, um ihrer Leidenschaft für Rockmusik im gemeinsamen Proberaum zu frönen.

Nachdem eine Vorabversion des Musikvideos bereits auf der EMO in Mailand eine exklusive Vorpremiere feiern durften, veröffentlicht Ceratizit die Rockhymne jetzt zum 1. Dezember 2021 weltweit auf allen bekannten Streaming-Plattformen wie Spotify, iTunes oder Deezer. Das Musikvideo in einer bis dato unveröffentlichten Version steht ebenfalls ab dem 1. Dezember auf dem YouTube Kanal des Unternehmens oder auf der Band-Website unter zur Verfügung. Dort finden Sie auch noch weitere Infos zur Band „CERATIZIT Metal Injection“.

Neuer Onlineshop eröffnet

Um der kontinuierlich wachsenden internationalen Bedeutung von Hufschmied gerecht zu werden, wird die neue Webseite zukünftig auch auf Englisch angeboten – weitere Sprachen sind in Planung. Grafik: Hufschmied

Die Hufschmied Zerspanungssysteme hat ihren Internetauftritt www.hufschmied.net modernisiert und zusätzliche Funktionen und Services für Kunden und Interessenten integriert. Neben einer stärkeren Ausrichtung auf branchentypische Herausforderungen gehört der „Toolfinder“ zu den wichtigsten Neuerungen. Das System führt anhand zu bearbeitender Werkstoffe, Aufgaben und Parameter durch den umfangreichen Hufschmied-Werkzeugkatalog zum richtigen Spezialwerkzeug.„Viele unserer Kunden suchen Werkzeuge, die für bestimmte Werkstoffe und Aufgaben optimiert worden sind, weil sich Qualität und Effizienz mit gewöhnlichen Werkzeugen nicht zufriedenstellend bewältigen lassen. Vieles, was bisher ein persönliches Gespräch benötigte, kann jetzt mit dem Toolfinder rund um die Uhr auf unserer Webseite erledigt werden. Wir kennen die Tücken der Zerspanung in Verbindung mit modernen Werkstoffen. Was wir in mehr als dreißig Jahren an Erfahrungen gesammelt haben, ist in unsere vielen verschiedenen Werkzeuglinien eingeflossen“, erklärt Ralph Hufschmied, Geschäftsführer der Hufschmied Zerspanungssysteme.

Die über den Toolfinder aufrufbaren Werkzeuge sind das eine Standbein des Angebots. Das andere sind die Beratungsleistung und das Engineering für Kunden, für die ein spezielles Werkzeug oder fein aufeinander abgestimmte Prozesse entwickelt werden müssen. An vielen Stellen erklären spezielle Videos die jeweiligen Vorteile der Bearbeitung. Neben den wichtigen Bereichen Automotive, Flugzeugbau, Medizintechnik, Energie und Werkzeug-/Formenbau gehören auch Spezialgebiete wie Dentaltechnik, Werbemittel, Modellbau oder Freizeit zum Angebot.

zuletzt editiert am 15.12.2021