Der Verband der Deutschen Drehteile-Industrie lud seine Mitglieder zur Herbsttagung ein, Ceratizit hat ein neues Präsentationsformat zur Kundenansprache entwickelt, im neuen Podcast des VDW geht es um „Klimaneutrale Fabriken“, Trumpf hat eine neue Smart Factory eröffnet und Sandvik Coromant hat Helen Blomqvist zur neuen Präsidentin berufen.
Eigenes Stimmungsbild

Der Verband der Deutschen Drehteile-Industrie lud Anfang Oktober seine Mitglieder zur Herbsttagung nach Düsseldorf ein. Neben der konjunkturellen Lage stand der „Green Deal“ der EU im Fokus. Eine große Herausforderung für einen Industriezweig, dessen CO2-Fußabdruck zu achtzig Prozent vom Vormaterial bestimmt wird.
Die Zahlen zur Auftragslage und zum Umsatzeinbruch hinterließen ein wenig Optimismus mit vielen skeptischen Zwischennoten. Neben Aussagen wie „das Schlimmste ist vorbei“ hinterfragten andere Unternehmer die vermeintliche Trendwende. Nahezu alle Redner bestätigten, dass sie mehr Aufträge als in den vergangenen Monaten verzeichnen. Allerdings haben die Kurzfristigkeit zu- und die Losgröße abgenommen. Das erschwert eine zuverlässige Prognose für 2021.
Eine weitere Herausforderung ist der European Green Deal. Die Europäische Kommission beabsichtigt, bis 2050 die Netto-Emissionen von Treibhausgasen in der EU auf null zu reduzieren. Firmen verpflichten sich zu strengen CO2-Grenzwerten – und geben den Druck direkt an ihre Zulieferer weiter. Das treffe vor allem die metallverarbeitende Industrie: achtzig Prozent des CO2-Fußabdrucks eines Produkts hängen am Vormaterial wie dem Stahl. „Mit Wasserstoff lässt sich Stahl CO2-neutral herstellen, doch das macht den Stahl deutlich teurer“, fasst es Andreas Schneider, Unternehmensberater der Stahlmarkt Consult, in seinem Vortrag zusammen.
Neues Format
In Zeiten, in denen Messen Mangelware sind und somit der direkte Kontakt zum Kunden erschwert wird, braucht es innovative Ansätze, um dennoch nahe bei den Zielgruppen zu sein. Daher hat die Ceratizit-Gruppe ein neues Präsentationsformat entwickelt, das ihren Kunden die ideale Mischung aus Information, Unterhaltung und Interaktion im schicken TV-Show-Kleid liefert. Am 26. November 2020 startet „CERATIZIT – It’s Tool Time!“ seine Premiere.
Die Zuseher dürfen sich auf eine 75-minütige Show freuen, die informieren aber zeitgleich auch unterhalten soll. Die Hauptdarsteller werden dabei zwar die Zerspanungswerkzeuge sein, jedoch bekommt das Publikum auch viele interessante Einblicke hinter die Kulissen des Werkzeugherstellers geboten. So wird beispielsweise live nach Paris zur Eröffnung des neuen Innovation Center geschaltet, in dem künftig die innovative Drehtechnologie High Dynamic Turning sowie die Free-Turn Werkzeuge weiterentwickelt werden.
Natürlich wird diese Gelegenheit genutzt, um ein paar Späne fliegen zu lassen. Die Zuschauer erhalten dabei exklusive Blicke in die Maschine, in der ein komplexes Bauteil durch das revolutionäre Drehverfahren bearbeitet wird.
Nach den 75 Minuten „CERATIZIT – It’s Tool Time“ gibt es noch zwei je 45-minütige Insights. Sie bieten ausreichend Raum für jedes Thema – stets mit dem gelungenen Mix aus geballter Information und unterhaltsamer TV-Show-Präsentation. Einschalten lohnt sich als gleich mehrfach.

Klimaneutrale Fabriken
Im neuen Podcast „Tech Affair – Industry for Future“ des VDW sprechen wieder Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft miteinander. Dieses Mal geht es um „Klimaneutrale Fabriken: Gibt es sie? Und wenn ja, warum?“
Grob gesagt ein Drittel der Energie weltweit wird für die Herstellung von Produkten verbraucht. Die Industrie agiert derzeit noch weitgehend in gewachsenen Strukturen. Doch es ist viel Luft nach oben, wenn es um die Reduktion des ökologischen Fußabdrucks geht. Und um neue Geschäftsmodelle – Stichwörter: die 3 D und Science Based Target Initiative
Alix Chambris, Vice President für Nachhaltigkeit beim mittelständischen Unternehmen Viessmann Gruppe, zugeschaltet aus Brüssel, sagt: „Klimaschutz und Wachstum ist kein Widerspruch in sich. Wir haben ein Drittel unserer Emissionen reduziert und im gleichen Zeitraum unseren Umsatz verdoppelt.“
Martin Beck, Unternehmensberater in Sachen Energieeffizienz/Energiesysteme, ETA-Solutions in Bensheim, weiß: „Energieeffizienz-Maßnahmen sind in sich immer wirtschaftlich. Und wirtschaftliche Maßnahmen umzusetzen, macht immer Sinn für Unternehmen.“
Christoph Herrmann, Leiter des Instituts für Werkzeugmaschinen und Fertigungstechnik (IWF) der TU Braunschweig, konstatiert: „Die Klimaziele sind ambitioniert, aber sie sind absolut realistisch.“
Einig sind sich alle drei in einer Sache: Wir können die Klimaneutralität bis 2050 schaffen. Denn es gibt die notwendigen Technologien und wir sind bereits auf dem richtigen Weg. Trotzdem ist es, insbesondere für die Produktion, noch ein gutes Stück Arbeit. Und weil „gute Pferde nur so hoch springen, wie sie müssen“, braucht es auch dringend die richtigen politischen Anreize.
Den Podcast finden Sie hier: https://vdw.de/podcast/klimaneutrale-fabriken-tech-affair/

Effiziente Smart Factory
Trumpf hat an seinem Stammsitz in Ditzingen eine neue Smart Factory eröffnet. Dort produziert das Unternehmen ab sofort Blechbauteile für seine Werkzeugmaschinen. Zudem dient die neue vollvernetzte Fabrik auch als Vorführzentrum, in dem insbesondere auch kleine und mittelständische Unternehmen einen Einblick in die effiziente Blechfertigung bekommen. „In unserer neuen Smart Factory haben wir dreißig Maschinen miteinander vernetzt. Dadurch vermeiden wir Ausschuss, senken die Bearbeitungszeit und sorgen für mehr Effizienz. Unsere Lösungskompetenz für die Blechbearbeitung ist in dieser Form weltweit einzigartig“, sagt Heinz-Jürgen Prokop, Chief Executive Officer Werkzeugmaschinen bei Trumpf. Die Smart Factory erstreckt sich über drei Hallen mit insgesamt 5.000 Quadratmetern. Ditzingen ist neben Chicago in den USA und Taicang in China nun der dritte Unternehmensstandort mit einer vollvernetzten Fabrik. Trumpf unterstreicht hiermit seine Kundennähe und ist in allen großen Regionen der Welt mit einer Smart Factory vertreten.
In der neuen Smart Factory sind sowohl Schneid-, Biege- und Schweißmaschinen als auch Großlager und fahrerlose Transportsysteme miteinander vernetzt. Die gesamte Produktion lässt sich vom sogenannten Control Center aus steuern. In dieser Schaltzentrale laufen alle wichtigen Kennzahlen aus der Fertigung in Echtzeit zusammen – vom Auftragseingang bis zum fertigen Bauteil. In der neuen Smart Factory unterstützen Assistenzsysteme die Mitarbeiter im Arbeitsalltag.

Neue Präsidentin
Sandvik Coromant hat Helen Blomqvist zum 1. Dezember 2020 zur neuen Präsidentin berufen. Ihre Aufgabe wird es sein, die Führungsrolle von Sandvik Coromant bei Werkzeugen und Zerspanungslösungen auszubauen und das Know-how zu teilen, welches die Fertigungsindustrie vorantreibt. In ihrer neuen Position gehört Helen Blomqvist dem Führungsteam von Sandvik Machining Solutions an und berichtet an ihre Vorgängerin Nadine Crauwels, die zur neuen Präsidentin von Sandvik Machining Solutions ernannt wurde.
„Es ist für mich eine große Ehre, Sandvik Coromant führen zu dürfen – ein Unternehmen mit einer marktführenden Position und herausragenden Lösungen mit großem Mehrwert für unsere Kunden. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit dem Management-Team, den Mitarbeitern und den Partnern von Sandvik Coromant und werde alles daransetzen, unser Angebot und unsere Innovationskraft weiter auszubauen und unsere Strategie umzusetzen, die Branche voranzubringen und die Zukunft der Fertigungsindustrie zu gestalten. Mein wichtigstes Ziel ist es, unsere Rolle als Marktführer zu stärken“, unterstreicht die neue Präsidentin.