Dr. Frederik Zanger
Dr. Frederik Zanger vom Institut für Produktionstechnik (wbk) erhielt kürzlich die renommierte Otto-Kienzle-Gedenkmünze. Foto: WGP

Feinwerktechnik 2018-12-17T00:00:00Z Nachrichten aus der Branche

Renommierte Gedenkmünze verliehen, 28. Deutsche Materialfluss-Kongress angekündigt, Ultrakurze Laserimpulse im Forschungsprojekt untersucht, 3D-Druck als Alternative zum Spritzguss entwickelt, Referenzanlage in Betrieb genommen, VDI-Richtlinie für die Reinheit von Medizinprodukten erarbeitet.

Otto-Kienzle-Gedenkmünze an Frederik Zanger verliehen

Für seine herausragenden Forschungsarbeiten, unter anderem zur Kombination von Zerspanungsprozessen mit mechanischer Oberflächenbearbeitung, erhielt Dr. Frederik Zanger vom Institut für Produktionstechnik (wbk) des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) kürzlich die renommierte Otto-Kienzle-Gedenkmünze der WGP (Wissenschaftliche Gesellschaft für Produktionstechnik).
„Dr. Zanger hat im Bereich der Prozessanalyse mittels Spanbildungssimulationen international neue Akzente gesetzt und damit auch das Karlsruher WGP-Institut in der produktionstechnischen Community weiterhin sichtbar gemacht“, lobte Prof. Berend Denkena, Präsident der WGP und Leiter des Instituts für Fertigungstechnik und Werkzeugmaschinen (IFW) der Leibniz-Universität Hannover. „Er ist zudem ein herausragender Nachwuchswissenschaftler, der die Kombination von Fertigungsprozessen – wie zum Beispiel die Prozessstrategie Komplementärzerspanung – maßgeblich voranbringt. Sein mathematischer Hintergrund ermöglicht ihm eine interdisziplinäre Arbeitsweise, die eine große Bereicherung für die produktionstechnische Forschung ist. Darüber hinaus zeichnet ihn sein persönliches Engagement in der Lehre aus.“

Zukunft der Intralogistik präsentiert

Digitale Kommissioniersysteme
Digitale Kommissioniersysteme steigern die Effizienz im Lager. Dieses und weitere Themen präsentiert der 28. Deutsche Materialfluss-Kongress am 21. und 22. März in Garching bei München. Foto: iStock.com/Nikada

Smarte Lagersysteme, automatisierte Arbeitsabläufe und maßgeschneiderte Produktionsprozesse: Logistik 4.0 eröffnet der Branche völlig neue Dimensionen der Effizienz. Aktuelle Themen und Innovationen der Intralogistik greift der „28. Deutsche Materialfluss-Kongress“ (MFK), am 21. und 22. März 2019 in Garching bei München, auf.
Auf dem Kongress treffen sich jährlich Experten aus allen Bereichen der Intralogistik. Hersteller, Anwender, Planer und Berater sowie Vertreter von Hochschulen und Forschungsinstituten informieren sich über innovative Technologien oder Prozesse und tauschen sich über deren erfolgreiche Anwendung in der Praxis aus. Die Branche beschäftigt sich derzeit mit der Frage: Wie lassen sich die ständig steigende Variantenvielfalt, kundenindividuell gestaltete Produkte und immer komplexer werdende Supply Chains mit immer kürzer werdenden Lieferzeiten verbinden?
Die Schwerpunkte des MFK 2019 sind unter anderem:

  • Kommissioniersysteme,
  • Technologietrends aus F&E und der Wirtschaft,
  • Logistik 4.0 in der Praxis - Best Practice,
  • Veränderungen in der Arbeitswelt im Kontext der Digitalisierung,
  • künstliche Intelligenz in der Intralogistik,
  • Robotik und autonome Intralogistik.

In der Start-up Area des Kongresses stellen und führen junge, aufstrebende Unternehmen neueste Innovationen und Lösungen live vor.
Die VDI-Gesellschaft Produktion und Logistik (VDI-GPL) verleiht wie bereits in den vergangenen Jahren auf dem Kongress den VDI Innovationspreis Logistik.

Ultrakurze Laserimpulse im Forschungsprojekt untersucht

Laserstrahlung
Materialbearbeitung mit gepulster Laserstrahlung. Foto: BAM, Fachbereich Technologien mit Nanowerkstoffen

Ob Schneiden, Bohren, Abtragen oder Strukturieren – die industrielle Bearbeitung von Materialien soll möglichst schnell und kostengünstig sein. Als geeignetes „Allround-Werkzeug“ für verschiedenste Bearbeitungsmethoden haben sich gepulste Laser etabliert. Allerdings kann es unerwünschte Nebeneffekte geben: Bei der Nutzung von Laserimpulsen mit hoher Intensität entsteht Röntgenstrahlung. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) haben erstmals systematisch dargestellt, bei welchen Laserintensitäten und bei welchen Materialien die Röntgenemission über den erlaubten Grenzwerten liegen kann. Aus ihren Erkenntnissen haben sie erste Empfehlungen für Arbeitsschutzmaßnahmen abgeleitet.
Zur Bearbeitung der Materialoberfläche werden in der Regel viele Laserimpulse hintereinander auf das Werkstück fokussiert. Dabei entsteht ein Gesundheitsrisiko, das bislang unterschätzt wurde: „Beim Auftreffen des Laserimpulses auf das Material kann Röntgenstrahlung entstehen“, erklärt Dr. Jörg Krüger, wahrnehmender Leiter des Fachbereichs Technologien mit Nanowerkstoffen. Bei einem einzelnen Laserimpuls ist die Menge der entstehenden Strahlung bei den in der Materialbearbeitung üblichen Bedingungen zwar gering, aber: „Durch die hohen Wiederholraten mit mehreren Hunderttausend Impulsen pro Sekunde kann die Röntgenstrahlung einen kritischen Wert erreichen, der über den erlaubten Grenzwerten im Strahlenschutz liegt“, so Dr. Herbert Legall, der gemeinsam mit Christoph Schwanke die experimentellen Untersuchungen in der BAM durchführt.
Die Arbeiten werden im Rahmen des BMBF-Vorhabens „Emissionen von Röntgenstrahlung bei der Ultrakurzpulslaserbearbeitung“ an der BAM gefördert. Erste Ergebnisse sind bereits Open Access publiziert.

3D-Druck als Alternative zum Spritzguss

Voodoo Manufacturing betreibt inmitten von Brooklyn eine 1.700 Quadratmeter große 3D-Drucker-Farm mit über 160 Geräten wie der „Maschinemarkt“ mitteilt. Um noch effizienter zu werden, übernimmt ein mobiler, kollaborativer Roboter von Universal Robots das Be- und Entladen der Druckplatten. Mit Hilfe kollaborierender Roboter möchte Voodoo Manufacturing den 3D-Druck, eine Technologie, die bislang größtenteils zur Herstellung von Prototypen und hochwertigen Bauteilen verwendet wurde, in der Massenproduktion von Kunststoffteilen nachhaltig zu einer ernstzunehmenden Alternative zum Spritzguss als einem vergleichsweise kostenintensiveren Fertigungsverfahren entwickeln.

Verband nimmt Referenzanlage in Betrieb

Referenzanlage
Feierliche Eröffnung mit symbolischem Scherenschnitt. Groß war die Freude bei den mehr als hundert Teilnehmern, als Verbandsvorsitzender Igor Mikulina (links) mit Markus Ferber, Mitglied des Europäischen Parlaments, die erste Referenzanlage eröffnete. Foto: Industry Business Network 4.0

Große Eröffnungsfeierlichkeiten beim Fachkongress Fertigung 4.0: Bei der dritten Auflage in Bad Wörishofen wurde die erste Referenzanlage des Vereins Industry Business Network 4.0 am Verbandssitz der Öffentlichkeit vorgestellt und in Betrieb genommen. Es war der Höhepunkt eines ereignisreichen und spannenden Tages im neuen Technologiezentrum unter dem Motto „IndustryFusion 4.0: Das offene Ökosystem für den Mittelstand“. Diese Eröffnung soll den Startschuss bilden für weitere Referenzanlagen bei Mitgliedsunternehmen in ganz Deutschland.
Groß war die Freude bei den mehr als hundert Teilnehmern, als Verbandsvorsitzender Igor Mikulina mit Markus Ferber, Mitglied des Europäischen Parlaments, die erste Referenzanlage des Industry Business Network 4.0, feierlich mit einem Scherenschnitt eröffnete. An der Referenzanlage, die weiter ausgebaut wird, wurden zum Start verschiedene Komponenten von der Filteranlage bis zum Schweißsystem vernetzt. An der Referenzanlage wurde gezeigt, wie die Interoperabilität der einzelnen Systeme geschaffen werden kann und wie die Transparenz und Steuermöglichkeiten der Prozesse in einem Dashboard dargestellt werden können – in ihrer Gesamtheit aber auch bei den jeweiligen Produkten. „Aus der Idee wurde Realität, da darf man auch mal applaudieren. Sie haben nicht gewartet, bis jemand anderes kam, um zu entwickeln“, betonte Ferber in seiner Keynote. „Digitalisierung, ist der nächste Innovationsschub. Nur wer da dabei ist, wird in Zukunft bestehen. Nur wer sich dem Wettbewerb stellt, wird in Zukunft Innovation vorantreiben“, lobte der Diplomingenieur und Sprecher des Parlamentskreises Mittelstand die Initiative der Vereinigung innovativer Mittelstandsunternehmen. Für Igor Mikulina war klar: „Wir glauben zur Innovation gehört nicht nur Automatisierung, sondern auch Digitalisierung. Die Kunden erwarten Innovation, das betrifft nicht nur die Verbesserung der einzelnen Maschine. Dazu bedarf es der Vernetzung“, so der Vorstandsvorsitzende des Verbands und Geschäftsführer des Gastgebers Microstep Europa.

VDI-Richtlinie für Reinheit von Medizinprodukten

Eine neue VDI-Richtlinie, die unter der Federführung des Fraunhofer IPA entstanden ist, sorgt dafür, dass die Bestimmung der Reinheit von Medizinprodukten nun einheitlich geregelt ist. Sie gilt für den gesamten Herstellungsprozess, wozu auch Produktion und Transport zugelieferter Bauteile gehören.
Hersteller von Medizinprodukten müssen dafür sorgen, dass dem Patienten bei ordnungsgemäßer Nutzung ihrer Produkte kein Schaden entsteht. Das gilt für Hüftprothesen ebenso wie für Spritzen, für Katheder wie für Pflaster. Viele Produkte müssen vor allem steril sein, was mit vorhandenen Normen bereits ausreichend gesichert ist. Doch zur Sauberkeit kann weiter gehören, dass keine Gefahr von anhaftenden Partikeln sowie filmisch-chemischen Rückständen wie Fingerabdrücken oder Fetten ausgeht. Hier fehlen bislang konkrete Regeln. Jedes Unternehmen geht nach eigenem Ermessen vor, was zu Unsicherheiten führt: Welche Grenzwerte sollen gelten? Und mit welchen Methoden muss man prüfen? Diese Lücke hat nun die VDI-Richtlinie 2083 Blatt 21 geschlossen, die unter der Federführung des Stuttgarter Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung IPA entstanden ist.
Das IPA stellt die neue Richtlinie am 24. Januar 2019 in ihrem Stuttgarter Institut interessierten Unternehmen vor.
Anmeldung und weitere Informationen zur Veranstaltung: www.ipa.fraunhofer.de/reinheit .

zuletzt editiert am 26. April 2021
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