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Die Easy Order App unterstützt Kunden mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz bei der Ersatzteilbestellung, indem sie Objekte anhand von Fotos identifiziert. Foto Trumpf

Feinwerktechnik

18. May 2021 | Teilen auf:

Nachrichten aus der Branche

(Mai 2021) Die Ersatzeilbestellung wird bei Trumpf jetzt mit Hilfe der künstlichen Intelligenz beschleunigt, eine Stahlpulver-Innovation der Deutschen Edelstahlwerke für die additive Fertigung wurde mit einem Preis geehrt, die Moulding Expo veranstaltet am 10. Juni 2021 den „Virtual Innovation Day“, der Maschinenhersteller Lang verzeichnet ein wachsende Nachfrage und die Firma Otto Fuchs hat ihre Prozesse für eine neue Produktionslinie am Standort Meinerzhagen digitalisiert.

Beschleunigte Ersatzteilbestellung

Auf der virtuellen Hausmesse Intech 2021 präsentierte Trumpf eine KI-Lösung, die Ersatzteile erkennt. Eine Nachbestellung ist damit automatisch per Handyfoto und Easy Order App möglich.
Eine neue Funktion der Easy Order App vereinfacht und beschleunigt jetzt die Ersatzteilbestellung mit Hilfe von KI stark. Maschinenbediener können mit ihrer Hilfe Verschleiß- und Serviceteile in wenigen Sekunden erkennen und nachbestellen. Bei mehr als 10.000 Bestellteilen müssen Kunden nur noch das Handy zücken und ein Bild des gesuchten Teils aufnehmen. „Einige Materialnummern auf Ersatzteilen sind durch die Fertigungsbedingungen irgendwann nicht mehr leserlich. Manche Verschleißteile lassen sich auch nur schwer kennzeichnen. Das führte bislang mitunter zu zeitaufwendigen Recherchen des richtigen Ersatzteils und erschwerte die Nachbestellung“, sagt Arun Anandasivam, verantwortlich für die Kundenplattform „MyTRUMPF“. Mit Hilfe der KI-Lösung erkennt die Easy Order App das jeweilige Teil auf Anhieb und es kann direkt vom Maschinenbediener bestellt werden. Im nächsten Schritt soll die KI-Lösung auch in der Trumpf Service App zur Verfügung stehen.
Basis für die Teileerkennung ist ein künstliches neuronales Netz. Trumpf befüllt es kontinuierlich mit Fotos der Bestellartikel und trainiert auf diese Weise das System. Die KI-Lösung entwickelt anhand des Bilderpools die notwendigen Algorithmen für die Objekterkennung. Auf diese Weise erweitert sich die Datenbank um Fotos aus der realen Produktionsumgebung.

Die Verleihung des Awards fand am 19. April im Rahmen der „Nace Corrosion Virtual Conference & Expo 2021“ statt. Foto: DEW

Ausgezeichneter Werkstoff

Hochfester, nichtrostender, austenitischer Stahl für die additive Fertigung – das ist der Printdur HSA. Die Stahlpulver-Innovation der Deutschen Edelstahlwerke (DEW), einem Unternehmen der Swiss Steel Group, wurde jüngst mit dem MP Corrosion Innovation of the Year Award 2021 ausgezeichnet. Die Verleihung des Awards fand am 19. April im Rahmen der „Nace Corrosion Virtual Conference & Expo 2021“ statt.
Die Eigenschaften des Printdur HSA bieten breite Anwendungsmöglichkeiten im allgemeinen Maschinenbau, wie zum Beispiel bei Lebensmittel- und Chemieanlagen, Pumpenbauteilen, Kraftwerksindustrie oder der Automobilindustrie. Denn der neuentwickelte Werkstoff zeichnet sich durch seine gute Verarbeitbarkeit mittels LPBF-Anlagen aus. Darüber hinaus stellen die DEW Printdur HSA komplett ohne das Legierungselement Nickel her. Damit einhergehend sind die Sicherheitsbestimmungen während der Verarbeitung des Pulvers deutlich reduziert. Deutlich erhöht sind hingegen die Streckgrenze, Zugfestigkeit und Härte im Vergleich zu typischen austenitischen Stählen, beispielsweise 316L.
„Printdur HSA erfüllte die Anforderungen, dass die Innovation einen signifikanten positiven Einfluss auf den Korrosionsschutz aufweisen muss“, so Dr. Andreas Mohr, Spezialist für TKB, Qualität und Entwicklung bei den Deutschen Edelstahlwerken. Denn im Vergleich zu 316L, der sich als Standardstahl in der additiven Fertigung etabliert hat, macht eine hohe PREN (Pitting Resistance Equivalent Number) Kennzahl von 36 (316L = 28) den Werkstoff sehr korrosionsbeständig.

Am 10. Juni 2021 veranstaltet die Moulding Expo den „Virtual Innovation Day“ mit fünf spannenden Vorträgen. Foto: stock.adobe.com/Messe Stuttgart

Informativer „Virtual Innovation Day“

Mit dem Virtual Innovation Day veranstaltet das Team der Moulding Expo am 10. Juni 2021 eine erste gezielte Maßnahme auf dem Weg zur nächsten physischen Fachmesse Werkzeug, Modell und Formenbau in 2023. Kompakt gebündelt in fünf Vortragsslots eröffnen die Messeverantwortlichen der Branche die Highlights aus dem für 2021 ursprünglich geplanten Rahmen- und Vortragsprogramm. Die deutschsprachige Online-Plattform ist kostenfrei zugänglich.
Die Organisation erfolgt in Abstimmung und mit Unterstützung der Messepartner, BVMF, VDMA Präzisionswerkzeuge, VDW, VDWF, ISTMA World und WBA Aachener Werkzeugbau Akademie. Darüber hinaus unterstützen viele weitere Branchengrößen als Sponsoren oder Speaker das Vortragsevent. Die Anmeldung ist über www.moulding-expo.de/vid möglich.

Vortragsprogramm:

  • 13:00 bis 13:05 Uhr
    Begrüßung durch die Messe Stuttgart
  • 13:05 bis 13:50 Uhr
    Der europäische Werkzeug-, Modell- und Formenbau im Wandel Status Quo, Herausforderungen und Ausblick
  • 14:00 bis 14:50 Uhr
    Road of Tooling Innovation Einblicke in die Werkzeug- und Produktionskonzepte der Zukunft
  • 15:00 bis15:50 Uhr
    Innovative Fertigungsstrategien im Werkzeug-, Modell- und Formenbau
  • 16:00 bis 16:30 Uhr
    SCHOOLTOOL - Aus- und Weiterbildung neu gedacht!
  • 16:35 bis 17:00 Uhr
    (Vortragssprache: Englisch) Tooling around the world Länderportraits und Berichte aus internationalen Märkten.

Wachsende Nachfrage

In der Reifenherstellung steigen die Anforderungen an Schraffuren und Gravuren auf dem Reifen beziehungsweise der Reifenseitenwand. Foto: Lang

Die Firma Lang aus Hüttenberg, Hersteller von Fräs-, Laser- und Digitalisier-Maschinen sowie Automationssystemen, verzeichnet eine positive Entwicklung. So kommen beispielsweise aus dem Automotive-Sektor – speziell aus Europa, Indien und den USA – wieder verstärkt Anfragen. Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) unterstreicht, dass die Bestellungen in der Branche im ersten. Quartal 2021 einen realen Zuwachs von neun Prozent erfuhren. Allein im März legten die Bestellungen im Maschinen- und Anlagenbau um 29 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu, teilt der VDMA mit.
„Wir erhalten gerade verstärkt Anfragen aus Europa, Indien und den USA. Außerdem erkennen wir insbesondere in der von der Corona-Krise stark betroffenen Automotive-Branche klar eine positive Trendwende“, erklärt Thomas Kozian, Geschäftsführer der Firma Lang.
„Mehr denn je sind jetzt Lösungen gefragt, die kurze Durchlaufzeiten, reduzierte Fertigungskosten und somit erhöhte Wirtschaftlichkeit ermöglichen. Insbesondere in der Automotive-Branche ist Präzision oberste Prämisse. So steigen beispielsweise in der Reifenherstellung die Anforderungen an Schraffuren und Gravuren auf dem Reifen beziehungsweise der Reifenseitenwand. Und die Sicherheitsmerkmale werden dabei immer umfangreicher. Unsere Fräs- und Graviermaschinen LGT-S und LGT-S Laser unterstützen Hersteller von PKW- und LKW-Reifen bei der Realisierung der aktuellen Aufgabenstellungen“, erklärt Thomas Kozian.

„Mit den nun verfügbaren Prozessen sehen wir uns bestens für die Zukunft gerüstet“, weiß Dr. Udo Keller, Global Head of IT bei der Firma. Foto: Otto Fuchs

Digitalisierte Prozesse

Hohe Skalierbarkeit, ganzheitliche Steuerung, lückenlose Rückverfolgung: Die Firma Otto Fuchs hat ihre Prozesse für eine neue Produktionslinie am Standort Meinerzhagen digitalisiert. Infolge einer erfolgreichen Projektzusammenarbeit mit der IDAP Informationsmanagement bildet der NE-Metallverarbeiter heute alle Prozesse der dortigen Produktion über sämtliche Fertigungsstufen in SAP ERP ab – und das ohne Medienbrüche vom Wareneingang der Komponenten bis zur Auslieferung des fertigen Produktes.
Die Nachfrage nach Leichtbau-Komponenten für Elektrofahrzeuge wächst. „Doch stellt die Fertigung von Baugruppen im Bereich E-Mobilität vielfältige Anforderungen an unsere IT-Systeme“, sagt Dr. Udo Keller, Global Head of IT. „Mit den nun verfügbaren Prozessen sehen wir uns bestens für die Zukunft gerüstet.“
Eine zentrale Herausforderung des Projektes: Die Baugruppe, die Otto Fuchs auf der neuen Produktionslinie am Standort in Meinerzhagen herstellt, besteht aus mehreren serialisierten und chargengeführten Komponenten. Diese Komplexität aus mehreren logischen Ebenen in der IT abzubilden, war die anspruchsvolle Aufgabe des SAP-Consultingpartners IDAP aus Hürth. Gemeinsam mit der internen IT der Firma wurden die Anforderungen aller beteiligten Fachbereiche aufgenommen. Im Rahmen der Prozessberatung folgte eine Machbarkeitsanalyse, bevor eine Grob- und Feinkonzeption erstellt wurde.
Im Vordergrund des Prozess-Designs stehen dabei die Rückverfolgbarkeit bis auf die unterste Komponentenebene sowie die Skalierbarkeit in Bezug auf die Anzahl von Baugruppen beziehungsweise Montagestufen. Die Lösung lässt sich problemlos auf andere Werke ausrollen.