Das erste Quartal 2020 des Technotrans-Konzern lief erwartungsgemäß, bei Sandvik Coromant gibt es eine neue Leiterin für das Produktmanagement, der VDI hat eine neue Richtlinie für die additive Fertigung von keramischen Bauteilen herausgegeben, der Schraubwerkzeug-Spezialist Wera nutzt nun Augmented Reality (AR) für die Präsentation seiner Produkte und viele Industrieunternehmen nutzen den Stillstand für Reinigung und Renovierung.
Erwartungsgemäßer Jahresauftakt
Der Technotrans-Konzern ist den Erwartungen entsprechend in das neue Geschäftsjahr gestartet. Der Konzernumsatz im ersten Quartal 2020 betrug 52,2 Millionen Euro und lag damit um 1,7 Prozent leicht unter dem Vorjahr. Beim operativen Gewinn (EBIT) verzeichnet der Konzern einen Rückgang um 47 Prozent auf 1,8 Millionen Euro im Vergleich zum ersten Quartal 2019. Hierin enthalten sind angekündigte außerordentliche Aufwendungen für strukturelle und personelle Anpassungen von 1,3 Millionen Euro sowie ein positiver Einmalertrag von 0,6 Millionen Euro aus der Auflösung einer Rückstellung für ein abgeschlossenes Bußgeldverfahren. Die EBIT-Marge ging von 6,3 auf 3,4 Prozent zurück. Aufgrund der derzeit nicht absehbaren Auswirkungen der Covid-19-Pandemie hat der Vorstand die bestehende Prognose für das Geschäftsjahr 2020 am 30. April 2020 zurückgenommen. Die Bekanntgabe einer neuen Prognose ist aktuell nicht belastbar möglich und erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt. Die wirtschaftlichen Verhältnisse von Technotrans bleiben solide – die Liquidität ist auf absehbare Zeit gesichert.
„Die Performance des Technotrans-Konzerns lag im ersten Quartal trotz erster Beeinträchtigungen durch die Covid-19-Pandemie und eines schwächeren Geschäfts in der Druckindustrie innerhalb der prognostizierten Bandbreiten“, sagt Dirk Engel, Sprecher des Vorstands der Technotrans SE.
Neue Leiterin für Produktmanagement

Dr. Ina Terwey ist zum 1. April zum Director Product & Industry Segment Management, Sales Area Central Europe ernannt worden. In ihrer neuen Funktion ist sie für die strategische Weiterentwicklung des Sandvik Coromant Angebots für den zentraleuropäischen Markt verantwortlich.
Als Leiterin des Produktmanagementteams verfolgt Dr. Terwey das Ziel, mit ihrem umfassenden Produkt- und Anwendungswissen sowie neuen Ideen kurz-, mittel- und langfristige Wettbewerbsvorteile zu realisieren. Zudem wird sie die Geschäftsentwicklung in Zentraleuropa durch die Vermarktung bestehender Produkte und die Einführung neuer Lösungen weiter vorantreiben. Als Nachfolgerin von Dr. Niklas Kramer, der seit Anfang des Jahres als Senior Manager Product Area Rotating Indexable in der schwedischen Unternehmenszentrale tätig ist, fungiert sie in Deutschland als Pressesprecherin.
Nach ihrer Promotion der Ingenieurwissenschaften startete Dr. Terwey 2011 bei Sandvik Coromant als Grade Development Specialist. Im Produktmanagement setzte sie ihre Karriere in verschiedenen Führungspositionen fort – zuletzt leitete sie als Product Manager Milling and Drilling/Boring, Product and Industry Segment Management ein Team von Fräs- und Bohrproduktspezialisten und war mitverantwortlich für die Entwicklung globaler Produktstrategien.
Additive Fertigung von keramischen Bauteilen

Die additive Fertigung ermöglicht die wirtschaftliche Fertigung kleiner Losgrößen und bietet eine geometrische Gestaltungsfreiheit weit jenseits der zuvor bekannten Grenzen. Additiv hergestellte Bauteile aus Kunststoffen oder Metallen sind daher Realität in der industriellen Produktion. 3-D-Druckverfahren ermöglichen jedoch auch die Herstellung von keramischen Bauteilen. Die neue Richtlinie VDI 3405 Blatt 8.1 vermittelt die dafür notwendigen Grundkenntnisse
Die Richtlinie ermöglicht anhand von tabellarischen Übersichten und Grafiken den Vergleich verschiedener keramischer Materialien untereinander und mit Metallen. Aufbauend auf allgemeinen Gestaltungsempfehlungen für keramische Werkstoffe gibt die Richtlinie spezifische Gestaltungsempfehlungen für die additive Fertigung keramischer Bauteile. Dabei werden die Besonderheiten aller additiver Fertigungsverfahren, die die Herstellung von Keramiken ermöglichen, diskutiert. So gibt die Richtlinie Konstruktionsempfehlungen für die kaltplastische und die thermoplastische Materialextrusion mittels Düse, den 3-D-Siebdruck, das Binder-Jetting, die badbasierte Fotopolymerisation und den Freistrahl-Materialauftrag.
Die Richtlinie VDI 3405 Blatt 8.1 setzt weder tiefergehende Vorkenntnisse auf dem Gebiet der Keramikproduktion noch auf dem Gebiet der additiven Fertigung voraus. Die Richtlinie wendet sich an Konstrukteure und Produktentwickler, die die Eigenschaften von keramischen Materialien nutzen und mit den Gestaltungsfreiräumen von additiv gefertigten Bauteilen kombinieren wollen.
Werkzeuge in Augmented Reality

Einen wichtigen Schritt in Richtung Digitalisierung ist der Wuppertaler Schraubwerkzeug-Spezialist Wera bei der Präsentation seiner Produkte gegangen: Die begehrtesten Werkzeuge aus dem umfangreichen Programm des Markenherstellers können nun auch in Augmented Reality (AR) aufgerufen werden. Wera präsentiert die neue computergestützte Erweiterung der Realitätswahrnehmung von Schraubwerkzeugen auf der Wera Website und verdeutlicht, welche Möglichkeiten und Vorteile sich daraus für Handel und Anwender ergeben.
Mit Hilfe von AR sieht der Betrachter das ausgewählte Werkzeug in einer realen Umgebung, ohne dass es selbst vorhanden ist. Die virtuelle Darstellung ist mit Smartphone, Tablet oder PC direkt im Produktbereich der Wera Website www.wera.de abrufbar – und das ganz ohne eine aufwändige App, die erst geladen werden muss. So kann das Schraubwerkzeug in der AR-Version beispielsweise auf einer Werkbank, in einer Tasche oder in einem Werkstattwagen platziert werden, um sich einen Eindruck von der wahren Größe und Optik in der eigenen Umgebung zu verschaffen.
Stillstand für Reinigung und Renovierung nutzen

Lahmlegen oder loslegen – die erzwungene Produktionsunterbrechung gibt der Industrie zwei Möglichkeiten. Immer mehr Hersteller nutzen den Stillstand sinnvoll: Laut aktuellem Trendbarometer füllen fünfzig Prozent der befragten Unternehmen die Zeit mit Wartungsarbeiten. Diesen Trend bestätigt auch Dienstleister KST Kugel-Strahltechnik aus Hagen: „Wir reinigen, überholen und renovieren zunehmend Maschinen, Anlagen, Vorrichtungen etc. Und machen damit die industrielle Technik fit für den Neustart.“
Viele Industrieunternehmen wollen bestmöglich aufgestellt sein, wenn die Wirtschaft wieder hochfährt. Der Dienstleister bearbeitet unter anderem Lackier- und Galvanogestelle, KTL-Beschichtungsanlagen und Waschtrommeln. Oder Beschichtungstrommeln, in denen Hersteller Micro-Zink-Überzüge auf Massenbauteile aufbringen.
Auch die Überholung, Renovierung oder Instandsetzung von kompletten Maschinen steht auf dem Programm. Nachhaltig gründliche Sauberkeit erfordert vielfach intensive Reinigungsstrahlprozesse.