An 26 Forschungseinrichtungen, Hochschulen und Unternehmen entsteht derzeit ein offenes, verteiltes, echtzeitfähiges und sicheres Betriebssystem für die Produktion namens FabOS. (Quelle: Fraunhofer IPA/Foto: Rainer Bez)

Feinwerktechnik

19. May 2022 | Teilen auf:

Nachrichten aus der Branche

(Mai 2022) An 26 Forschungseinrichtungen, Hochschulen und Unternehmen entsteht derzeit ein neues Betriebssystem für die Produktion namens FabOS, vom 13. bis 17. September öffnet die Messe Stuttgart wieder zur AMB 2022 ihre Tore, Bosch Rexroth hat den „Spotlight On New Technology Award“ gewonnen, Sandvik Coromant ernennt Camilla Nevstad Bruzelius zum Head of Sustainable Business und die Haller-Gruppe transformiert vom Serviceunternehmen zum Automobilzulieferer.

Offenes Betriebssystem

An 26 Forschungseinrichtungen, Hochschulen und Unternehmen entsteht derzeit ein offenes, verteiltes, echtzeitfähiges und sicheres Betriebssystem für die Produktion namens FabOS. Was dadurch alles möglich wird, zeigen die Projektpartnerinnen und -partner dieses Jahr auf der Hannover Messe: Halle 5, Stand F54.

Die IT-Landschaft in der Produktion setzt sich in vielen Fällen aus Systemen ganz verschiedener Anbieter zusammen und ist dementsprechend schwierig zu verwalten. Genau deshalb sind auch die vorhandenen Rechen- und Speicherressourcen oft nicht voll ausgelastet oder liegen sogar brach. Mit FabOS lässt sich dieses ungenutzte Potenzial voll ausschöpfen. Denn es beinhaltet ein Service Lifecycle Management, über das sich heterogene Systemlandschaften zentral und teilautomatisiert verwalten lassen. Dadurch verbessert sich beispielsweise die Ausführungsqualität von Software-Services, weil das Service Lifecycle Management die Anforderungen und Ressourcenfähigkeiten aufeinander abstimmt.Wie genau das funktioniert, zeigen die beiden Entwickler Matthias Schneider und Benjamin Götz von der Abteilung Digitale Werkzeuge in der Produktion am Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA von 30. Mai bis 2. Juni 2022 auf der Hannover Messe: Halle 5, Stand F54.

Fortgeschriebene Erfolgsgeschichte

Viel Bekanntes und zahlreiche neue Angebote: Auf der AMB 2022 wird es eine Fülle an Sonderschauen, Highlight-Themen und ein vielfältiges Rahmenprogramm geben. (Quelle: Messe Stuttgart)

Vom 13. bis 17. September öffnet die Messe Stuttgart zur AMB 2022 ihre Tore für das Who-is-Who der Metallbearbeitungsbranche. Die aktuellen Anmeldezahlen und das vielfältige Rahmenprogramm versprechen volle Hallen und wertvolle Impulse für Aussteller und Besuchende.

„Die Messeplanung verläuft voll und ganz im Plan“. Diese Aussage hat man lange vermisst. Für die AMB 2022 trifft sie jedoch zu. In den letzten Monaten konnten die Organisatoren die Platzierungen der Aussteller weitgehend abschließen, derzeit laufen noch die letzten Abstimmungsgespräche mit Firmen, die in der ersten Aufplanung noch nicht berücksichtigt waren. Aktuell haben sich 1.061 Aussteller angemeldet, davon 901 Haupt- und 160 Mitaussteller. Diese Zahl wird erfahrungsgemäß noch ansteigen, vor allem durch die Meldungen von Mitausstellenden, die sich mit ihren Produkten und eigenem Personal am Stand von gastgebenden Partnerfirmen präsentieren. „Wir sind sehr dankbar und sogar ein wenig stolz, dass eine überwältigende Mehrheit von Firmen weiterhin fest zur AMB steht. Diese Unterstützung unserer Partner und Aussteller hat wesentlich dazu beigetragen, dass die Messe Stuttgart die Corona-bedingten Betriebsverbote der letzten zwei Jahre einigermaßen glimpflich überstehen konnte“, betont Roland Bleinroth, Geschäftsführer der Messe Stuttgart.Die von den Ausstellern belegte Netto-Fläche beträgt aktuell 73.000 Quadratmeter. In Anbetracht der verfügbaren Bruttofläche von insgesamt rund 120.000 Quadratmeter erwarten die Besuchenden der AMB 2022 damit volle Hallen und ein ausgelastetes Messegelände. „Wir erfahren einen großen Rückenwind, die Zeichen stehen auf ein Fortführen der Erfolgsgeschichte der AMB. Wir sind zuversichtlich, die letzten noch verfügbaren Ausstellungsflächen in den nächsten Wochen zu vergeben“, sagt Gunnar Mey, der als Direktor Maschinenbau und Produktion mit seinem Team die AMB verantwortet.

Preiswürdige Neuentwicklung

Übergabe des Spotlight On New Technology Award 2022 an Bosch Rexroth (v.l.): Brian Miller, OTC Board of Directors, Dr. Alexandre Orth, Leiter Subsea Automation Systems, Bosch Rexroth und Dr. Michael Schmitt, Senior Vice President Technical & Engineering, Bosch Rexroth Corporation. (Quelle: OTC/Todd Buchanan)

Der in der Offshore-Branche wichtigste Preis „Spotlight On New Technology Award“ der Offshore Technology Conference (OTC) 2022 zeichnet den Subsea Valve Actuator SVA R2 von Bosch Rexroth als disruptive Innovation aus. Der SVA R2 ermöglicht einen Quantensprung bei der Minimierung des CO2-Fußabdrucks in der Unterwasser-Energieförderung und kann bisher verwendete Hydraulik vollständig ersetzen. Das steigert die Energieeffizienz und verringert Umweltrisiken für empfindliche Unterwasser-Ökosysteme. Der SVA R2 entspricht in den Baumaßen den bisher eingesetzten Hydraulikzylindern und bietet eine erprobte Sicherheitstechnik, offene Schnittstellen sowie eine Niederspannungsversorgung. Qualifiziert für einen Einsatz bis 4.000 Meter Wassertiefe, reduziert der SVA R2 die Anschaffungs- und Betriebskosten für installierte und neue Unterwasser-Anlagen.Die Jury des Spotlight On New Technology Award ist überzeugt, dass der elektrische SVA R2 einen entscheidenden Beitrag leisten wird, den Energieverbrauch in Offshore-Anwendungen deutlich zu verringern. Durch ihn können kilometerlange Hydraulikleitungen und das Hydraulikaggregat entfallen. Der SVA R2 betätigt kleine Bohrventile über die elektrische Schnittstelle mit 24 V DC gemäß Subsea Instrumentation Interface Standardisation (SIIS) Level 2. Er erzeugt ein Drehmoment von 225 Newtonmeter mit lediglich 36 Watt, entsprechend den Anschlusswerten der unter Wasser eingesetzten Sensoren. Im Verbund können sich vier Aktuatoren eine einzige Spannungsversorgung von 96 W teilen. Bosch Rexroth setzt hier bewährte mechanische Federn für Fail-Safe ein und kommt ohne Batterien oder weitere elektrische und hydraulische Komponenten aus. Dank der integrierten Motion Control und Condition Monitoring Funktionen erreicht der SVA R2 das das integrierte Sicherheitslevel SIL 3 gemäß IEC 61508.

Globale Nachhaltigkeitsstrategien

Sandvik Coromant ernennt Camilla Nevstad Bruzelius zum Head of Sustainable Business. (Quelle: Sandvik Coromant)

Zur Stärkung seines Programms für nachhaltiges Wirtschaften hat Sandvik Coromant Camilla Nevstad Bruzelius zum Head of Sustainable Business, eine neu geschaffene Position, ernannt. Nevstad Bruzelius ist seit März 2022 für das Unternehmen tätig und wird die Nachhaltigkeitsinitiativen mit dem Ziel vorantreiben, die Metallzerspanung im Interesse von Mensch, Planet und Geschäftserfolg umweltfreundlicher zu gestalten.

Mit zwanzig Jahren Erfahrung im schwedischen Außenministerium, zuletzt als stellvertretende Leiterin der Abteilung Globale Agenda, steht nachhaltiges Wirtschaften schon lange im Mittelpunkt von Camilla Nevstad Bruzelius Karriere Sie verfügt über umfangreiche Erfahrungen bei der Ausrichtung auf die Agenda 2030 der Vereinten Nationen, bei der Unterstützung internationaler Umwelt- und Klimainitiativen sowie bei weiteren Themen aus Energie, Kreislaufwirtschaft und multilateraler Zusammenarbeit. Darüber hinaus leitete Nevstad Bruzelius die Nachhaltigkeitsgruppe der Ständigen Vertretung Schwedens bei den Vereinten Nationen in New York und war Stabschefin des Ministers für internationale Entwicklungszusammenarbeit und Klima.Ihren großen Erfahrungsschatz wird Camilla Nevstad Bruzelius bei Sandvik Coromant nutzen, um die Nachhaltigkeitsinitiativen des Weltmarktführers für Werkzeuge und Zerspanungslösungen voranzutreiben und weiterzuentwickeln. Nachhaltige Entwicklung ist ein wichtiger Bestandteil der Geschäftsstrategie von Sandvik Coromant. So hat sich das Unternehmen zum Ziel gesetzt, Zerspanungslösungen und -dienstleistungen zu schaffen, die weniger natürliche Ressourcen und Energie verbrauchen und gleichzeitig Kundenanwendungen wirtschaftlich effizienter machen. Sandvik Coromant hat bereits eigene Nachhaltigkeitsziele für das Jahr 2025 entwickelt, die unter anderem einen Anteil der Kreislaufwirtschaft von mehr als neunzig Prozent und eine Halbierung der Kohlenstoffemissionen in der Produktion vorsehen.

Weiterer Wachstumskurs

Klaus Schmitt, Geschäftsführer Andreas Haller Holding/Aufsichtsrat Quantron. (Quelle: Haller)

Die Firma Haller wird sich zukünftig neben dem Servicegeschäft verstärkt als Automobilhandelspartner (Reifen) beziehungsweise Automobilzulieferer im Bereich New Technologies (Batterien, Brennstoffzellen) aufstellen.

Das Gersthofener Familienunternehmen, Spezialist für die Wartung und Reparatur von Nutzfahrzeugen (Transporter, Lkw und Busse) wird derzeit in fünfter Generation von Andreas Haller geleitet, der 2019 auch das E-Mobility Hightech-Spinoff Quantron AG gründete. Zu seinem 140-jährigen Bestehen unterläuft Haller einen aufwändigen Transformationsprozess und holt sich dazu erfahrene Experten an Bord.So wird Klaus Schmitt zukünftig als Geschäftsführer die Andreas Haller Holding umstrukturieren, die unter anderem die Mehrheitsanteile an der Firma Quantron hält, und alle Assets weiter ausbauen. Der Finanzexperte war langjähriger COO (Chief Operation Officer) der Firma Patrizia und hat das Unternehmen nachhaltig von 200 Millionen Euro auf mehr als vierzig Milliarden Euro Assets under Management mit aufgebaut und internationalisiert. Darüber hinaus wird Klaus Schmitt Aufsichtsrat der Firma Quantron. Zum neuen Geschäftsführer der Firma Haller wurde Pedro Navarro berufen. Als ehemaliger Vertriebschef Deutschland von Pirelli und Geschäftsführer eines Mittelstandsunternehmens bringt er die notwendige Erfahrung mit, um das Unternehmen weiter auszubauen.

Andreas Haller erklärte hierzu: „Haller existiert bereits seit 1882 und hat seither immer wieder Transformationsprozesse durchlaufen. Dadurch können wir unseren Kunden moderne Dienstleistungen und Produkte anbieten, die auf dem neuesten Stand sind. Mit Klaus Schmitt und Pedro Navarro kommen erfahrene Experten an Bord, die das Unternehmen in seiner kontinuierlichen Entwicklung weiter voranbringen werden.“

zuletzt editiert am 20.05.2022