Haben Verbrennungsmotoren noch eine Zukunft? Dieser Frage geht der aktuelle VDW-Podcast nach. (Quelle: AdobeStock_chungking_78829040)

Feinwerktechnik

19. October 2022 | Teilen auf:

Nachrichten aus der Branche

(Oktober 2022) Im aktuellen Podcast des VDW diskutieren die Experten unter anderem über die Zukunft des Verbrennungsmotors, Ceratizit gibt die Übernahme von Agri-Carb bekannt, Hufschmied Zerspanungssysteme ist Sponsor von zwei Formula Student Teams, Open Mind hat ein Forschungsprojekt unterstützt und Timo Kanz verantwortet seit 1. August die Weiterentwicklung aller Softwarelinien bei TDM Systems.

Verbrennungsmotor: Warum nicht?!

Haben Verbrennungsmotoren noch eine Zukunft? Dieser Frage geht der aktuelle VDW-Podcast nach. (Quelle: AdobeStock_chungking_78829040)

Das EU-Parlament hat ein Verbot von Verbrennungsmotoren ab 2035 beschlossen – die Diskussionen darum gehen jedoch weiter. Haben mit E-Fuels gespeiste Verbrennungsmotoren trotz ihres schlechten Wirkungsgrades doch noch eine Zukunft? Für die Energiewende ist vor allem „grüner Wasserstoff“ entscheidend, und der wird noch auf längere Sicht ein rares Gut bleiben. Darf man dann angesichts der angespannten weltpolitischen Lage und den Hiobsbotschaften bezüglich des Klimawandels den Fokus auf weniger effiziente Technologien legen, anstatt alle Anstrengungen in die E-Mobilität zu stecken? Das diskutieren die Experten im aktuellen Podcast des VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken) kontrovers. Einig sind sie sich jedoch in der Einschätzung, dass internationale Gegebenheiten nicht immer ausreichend mitgedacht werden – um daraus wiederum unterschiedliche Schlussfolgerungen zu ziehen. Hören Sie in der neuen Ausgabe von „Tech Affair – Industry for Future“ eine spannende Diskussion um die Frage, wie wir die „größte industrielle Transformation seit der Dampfmaschine“ angehen sollten. Prof. Jens P. Wulfsberg, Leiter des Laboratoriums Fertigungstechnik (LaFT) der Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg und Präsident der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Produktionstechnik (WGP), konstatiert: „Das physikalische Prinzip des Verbrennungsmotors ist überholt und sollte abgelöst werden.“Peter Müller-Baum, Geschäftsführer Power-to-X for Applications beim VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau), sagt: „Die Wirkungsgraddebatte ist eine Scheindebatte, die an der eigentlichen Fragestellung vorbeigeht.

Nachhaltige Wachstumsstrategie

Sie besiegeln die Übernahme: Vorstandssprecher Dr. Andreas Lackner, Michel Curtat, Vorstandsmitglied Melissa Albeck, Vorstandsmitglied Thierry Wolter und Vorstandsmitglied Frank Thomé.
Sie besiegeln die Übernahme: Vorstandssprecher Dr. Andreas Lackner, Michel Curtat, Vorstandsmitglied Melissa Albeck, Vorstandsmitglied Thierry Wolter und Vorstandsmitglied Frank Thomé. (Quelle: Ceratizit)

Die Firma Ceratizit, ein Unternehmen der Plansee Group, hat sämtliche Anteile der Agri-Carb übernommen. Das Privatunternehmen mit Sitz in Meyzieu bei Lyon ist seit über 35 Jahren Weltmarktführer im Bereich der hartmetallverstärkten Verschleißteile. Die Produkte des Unternehmens für Landwirtschaft, Ackerbau und Weinbau zeichnen sich durch ihre Qualität aus und erreichen eine drei- bis siebenmal längere Standzeit als herkömmliche Verschleißprodukte aus Stahl.Die Übernahme von Agri-Carb ist ein wichtiger Teil der Wachstums- und Nachhaltigkeitsstrategie von Ceratizit, wie Vorstandssprecher Dr. Andreas Lackner erklärt: „Wir wollen bis 2025 in der Hartmetall- und Zerspanungsindustrie die Führungsrolle im Bereich der Nachhaltigkeit übernehmen. Die Akquisition von Agri-Carb hilft uns, dieses Ziel zu erreichen.

“Der bisherige Geschäftsführer und Miteigentümer, Lionel Curtat, wird die Integration in die Ceratizit-Gruppe begleiten: „Ich freue mich sehr, in Ceratizit einen Käufer mit einem weltweiten Vertriebsnetz und einzigartigem Know-how in der Herstellung von Hartmetallen gefunden zu haben, der Agri-Carb zu einer höheren Marktdurchdringung und weiterem Wachstum verhelfen kann.

Gelungenes Doppeljubiläum

Die Formula-Student Fahrzeuge und Vertreter des Münchner und des Augsburger Teams zu Gast beim Technologietag der Hufschmied Zerspanungssysteme.
Die Formula-Student Fahrzeuge und Vertreter des Münchner und des Augsburger Teams zu Gast beim Technologietag der Hufschmied Zerspanungssysteme. (Quelle: FSG - media team)

Seit zehn Jahren ist die Hufschmied Zerspanungssysteme Sponsor des „municHMotorsport e.V.“ und seit fünf Jahren wird auch „Starkstrom Augsburg e.V.“ unterstützt. Das Unternehmen versorgt die beiden erfolgreichen Formula Student Teams allerdings nicht nur mit kostenlosen Spezialwerkzeugen für die Bearbeitung von Faserverbundmaterialen und Polyurethan-Blöcken. Die Teams profitieren vor allem auch von den Fertigungskapazitäten im Technologiezentrum des Werkzeugherstellers und von seinem Know-how zur Verarbeitung schwer zu zerspanender Materialien.

„Seit 2007 setzt ‚municHMotorsport‘ auf Monocoque-Chassis. Seit 2012 bringen wir die Ureolblöcke für die Formen und CFK-Rohlinge zur Bearbeitung zu Hufschmied nach Bobingen. Das ist ein Riesenvorteil. Unsere Teams haben über die Jahre hinweg sehr viel gelernt – zum Beispiel in der fertigungsgerechten Konstruktion. Seit wir unser eigenes Bearbeitungszentrum für kleinere Teile haben, wissen wir außerdem die materialspezifischen Werkzeuge von Hufschmied sehr zu schätzen“, sagt Vincent Jellbauer, Teamleader Chassis beim „municHMotorsport e.V.“Seit fünf Jahren unterstützt Hufschmied den „Starkstrom Augsburg e.V.“ Maschinenbaustudentin Kitty Horn, in der Saison 20/21 Projekt Leader EV und davor Mitglied des Chassisteams, sagt: „Was mich immer wieder beeindruckt, ist, wie unkompliziert, schnell und individuell uns Hufschmied unterstützt.“ Dies betreffe nicht nur die Bearbeitung des Monocoques. „Das von uns entwickelte Feder-Dämpfer-System samt Umlenksystem ist eine Mechanik, die fast komplett aus CFK gefräst wurde – in einer Präzision, die wir ohne Hufschmied so wohl nicht hinbekommen hätten.

Enorme Energieeinsparung

Verfahren, die auf maschinellem Lernen basieren, werden es in Zukunft ermöglichen, den KSS-Druck über einen optimierten NC-Code bedarfsgerecht zu steuern.
Verfahren, die auf maschinellem Lernen basieren, werden es in Zukunft ermöglichen, den KSS-Druck über einen optimierten NC-Code bedarfsgerecht zu steuern. (Quelle: Malek/IFW)

Das Institut für Fertigungstechnik und Werkzeugmaschinen der Leibniz Universität Hannover hat nach einer Möglichkeit geforscht, ob in der zerspanenden Bearbeitung Energie durch die Anpassung des Kühlschmierstoffdrucks (KSS-Druck) eingespart werden kann. Open Mind unterstützte das Projekt finanziell und lieferte die Bauteilgeometrie und -programmierung für Fräsbearbeitung und Analysen. Im Projekt wurde eine Methode entwickelt, mit der der optimale KSS-Druck in Abhängigkeit vom auftretenden Werkzeugverschleiß ermittelt werden kann. Das Resultat: Bis zu 33 Prozent Energie konnten damit eingespart werden. Verfahren, die auf maschinellem Lernen basieren, werden es in Zukunft ermöglichen, den KSS-Druck über einen optimierten NC-Code bedarfsgerecht zu steuern.

Prof. Dr.-Ing. Berend Denkena, Talash Malek, M.Sc., Martin Winkler, Dipl.-Ing (FH), und Marcel Wichmann, M.Sc., haben ihr Projekt in Ausgabe 4/2022 der Zeitschrift VDI-Z unter dem Titel „Energieeffiziente Prozessplanung“ vorgestellt. Auf der Suche nach Möglichkeiten, die zerspanende Fertigung ökologisch nachhaltiger zu gestalten, hatten sich die Autoren das Thema Hochdruckkühlung vorgenommen. Hochdruck-KSS-Anlagen können die Standzeiten von Werkzeugen um maximal 250 Prozent verlängern, verursachen derzeit aber auch bis zu 25 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs einer Werkzeugmaschine.

Neuer Head of Product & Technology

Abbildung Timo Kanz  TDM Systems.
Timo Kanz verantwortet seit 1. August die Weiterentwicklung aller Softwarelinien bei TDM Systems. (Quelle: TDM Systems)

Timo Kanz ist seit 1. August 2022 neuer Head of Product & Technology bei TDM Systems, dem führenden Softwarehersteller für die Verwaltung von Werkzeugdaten im Bereich der Zerspanung. Eines seiner Fokusthemen bei der Weiterentwicklung der Softwarelinien ist der Funktionsausbau von TDM Cloud Essentials.„Der Cloud gehört die Zukunft, denn die umfassenden Vorteile bezüglich Kosten und Anwendung sind unschlagbar“, ist sich Timo Kanz sicher. Als Head of Product & Technology bei TDM Systems will er deshalb den Funktionsausbau der aktuellen Cloudlösung des Marktführers weiter vorantreiben.Aber auch für die etablierten TDM Systems Kunden geht es unter seiner Ägide weiter. Bei der Weiterentwicklung der Softwarelinien wird es verstärkt auch um Mobile- und Webclients gehen. „Aktuell werden diese schon in Kundenprojekten umgesetzt, wir möchten diese jedoch in unser Standardportfolio aufnehmen“, so Kanz.

Als Mann aus der Praxis, Timo Kanz war nach seinem IT-Studium zehn Jahre lang für einen international führenden Anbieter von Messgeräten sowie industrieller Verfahrenstechnik tätig, gehört die Auswertung und Nutzung von Daten ebenfalls zu seinen Fokusthemen. Damit TDM Systems Kunden ihre Prozesse weiter optimieren können, soll sich zukünftig deshalb ein noch größerer Mehrwert aus den Werkzeug- und Maschinendaten generieren lassen.

zuletzt editiert am 19.10.2022