210422_FWT_Nachrichten_Bild1
Die Blogger sind überzeugt davon, dass die biointelligente Wertschöpfung das Potenzial hat, eine Antwort auf eine der gravierendsten Herausforderungen im 21. Jahrhundert zu geben. Grafik: Stapelberg & Fritz

Feinwerktechnik

21. April 2021 | Teilen auf:

Nachrichten aus der Branche

(April 2021) Das Fraunhofer IPA hat kürzlich einen neuen Biointelligenz-Blog gestartet, die Moulding Expo findet 2021 nicht statt, der Cobot Motoman von Yaskawa erhielt den „Red Dot“, die deutschen Werkzeugmaschinenhersteller nahmen im April an der Präsenzmesse Cimt 2021 in Peking teil und das Fraunhofer KI-Fortschrittszentrum hat mit einer Studienreihe die Nutzenpotenziale von KI-Anwendungen aufgezeigt.

Biointelligenz-Blog gestartet

Kürzlich ging der Biointelligenz-Blog des Fraunhofer IPA online. In Kooperation mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Fraunhofer IGB, der Universitäten Stuttgart und Hohenheim sowie des NMI Naturwissenschaftlichen und Medizinischen Instituts in Reutlingen liefert der Blog wöchentlich Beiträge aus dem Umfeld der Biologischen Transformation. Dazu gehören auch Bionik, Bioökonomie und vor allem die Biointelligenz.
„Die Digitale Transformation der Produktion, die unter dem Schlagwort Industrie 4.0 bereits weit fortgeschritten ist, reicht nicht aus, um die essenziellen Herausforderungen der Gesellschaft zu meistern. Simultan zur Digitalen Transformation bahnt sich mit der Biologischen Transformation eine neue Revolution an. Sie ist mindestens von ebenso hoher, wenn nicht höherer Bedeutung als Industrie 4.0“, prognostiziert Prof. Thomas Bauernhansl, Leiter des Fraunhofer IPA. Nahezu alle industriellen und gesellschaftlichen Bereiche werden von der Etablierung einer biointelligenten Wertschöpfung massiv beeinflusst werden. Voraussetzung für das Gelingen der Biologischen Transformation ist freilich der Diskurs in Politik und Gesellschaft.
In dem neuen Blog biointelligenz.de skizzieren Bloggerinnen und Blogger in kurzen und persönlichen Forschungseinblicken mit Anwendungsbeispielen die riesigen Chancen, die sich aus dem Zusammenspiel technischer und biologischer Prozesse und Systeme ergeben. Mit dem Kompetenzzentrum Biointelligenz in Stuttgart und dem neuen Blog möchten alle Beteiligten das Thema sowohl in die Breite als auch in die Tiefe bringen. Der Blog richtet sich an Vertreter der Industrie, vor allem auch KMU, an die Politik, Wissenschaftler und natürlich an die interessierte Öffentlichkeit.

Die nächste reguläre Moulding Expo findet turnusgemäß vom 13. bis 16. Juni 2023 auf der Messe Stuttgart statt. Foto: Messe Stuttgart

Moulding Expo abgesagt

Die Moulding Expo findet 2021 nicht statt. Nachdem auch die vergangene Ministerpräsidentenkonferenz keine Perspektive für das Messewesen ergeben hat, ist die Durchführung einer erfolgreichen Moulding Expo im Juni 2021 nicht mehr realistisch und das Risiko für alle Beteiligten zu hoch. Der Messebeirat, zu dem ausstellende Unternehmen wie DMG Mori, Meusburger und Deckerform gehören, wie auch die ideellen und fachlichen Träger BVMF, VDMA Präzisionswerkzeuge, VDW und VDWF sahen sich daher dazu gezwungen, sich gegen die Durchführung der Fachmesse im Juni 2021 auszusprechen. Die nächste reguläre Moulding Expo findet turnusgemäß vom 13. bis 16. Juni 2023 auf der Messe Stuttgart statt.
Bis zum Schluss hat die Messe Stuttgart als Veranstalterin versucht, dem europäischen Werkzeug-, Modell- und Formenbau und seinen Zuliefererunternehmen den Wunsch nach dem liebgewonnenen und wichtigen physischen Branchentreff zu ermöglichen.
Nun möchten die Veranstalter/Innen der Moulding Expo am 10. Juni 2021 mit einem virtuellen Innovationstag eine erste gezielte Maßnahme auf dem Weg zur Moulding Expo 2023 veranstalten. Weiterführende Informationen und ein detailliertes Programm sollen in Kürze veröffentlich werden.

Yaskawa hat zum vierten Mal in Folge erfolgreich am „Red Dot Award: Product Design 2021“ teilgenommen. Ausgezeichnet wurde der Cobot Motoman HC20DT. Grafik: Yaskawa

Cobot Motoman ausgezeichnet

Yaskawa hat zum vierten Mal in Folge erfolgreich am Red Dot Award: Product Design 2021 teilgenommen. An den Cobot Motoman HC20DT vergab die internationale Jury die Auszeichnung „Red Dot“, die für hohe Designqualität steht.
Bisher waren Cobots eher kleinere Roboter, die vor allem Traglasten im Bereich bis zehn Kilogramm mit etwa 1.200 Millimeter Reichweite abdeckten. Der jetzt ausgezeichnete Motoman HC20DT erweitert das Anwendungsspektrum für MRK-Applikationen erheblich: Die Traglast von zwanzig Kilogramm in Verbindung mit einer Reichweite von 1.700 Millimeter ermöglicht einen flexiblen Einsatz in vielen verschiedenen Applikationen.
Vor allem bei körperlich belastenden Arbeiten können Mitarbeiter dadurch unterstützt werden, zum Beispiel beim Palettieren größerer Kartons, Kisten oder anderer stapelbarer Güter. Das Heben solcher hohen Lasten übernimmt der Roboter, um die Arbeitsplatzergonomie zu verbessen und den Mitarbeiter für kognitiv anspruchsvolle Tätigkeiten einsetzen zu können.
Auch in rauen Umgebungen, wie etwa der Werkzeugmaschinenbeladung, wo der Roboter häufig mit Kühlemulsionen in Kontakt kommt, überzeugt der Cobot durch seine staub- und wasserdichte IP67-Schutzklasse.
Ab dem 21. Juni 2021 ist der Motoman HC20DT in der Online-Ausstellung auf der Red Dot-Webseite zu sehen. An diesem Tag beginnt auch die Red Dot Design Week, während der die diesjährigen Preisträger und damit auch Yaskawa digital gewürdigt werden.
Ab dem 22. Juni 2021 ist der Motoman HC20DT ebenso in der Ausstellung „Design on Stage“ im Red Dot Design Museum Essen zu finden, die alle ausgezeichneten Produkte präsentiert.

Shane Sun ist der Repräsentant des VDW in China. Foto: VDW

Werkzeugmaschinenhersteller mit Messepräsenz

„Endlich wieder eine richtige Messe mit Ausstellern und Besuchern, mit Ausstellungsständen und persönlichen Gesprächen”, darauf freuten sich viele deutsche Werkzeugmaschinenhersteller auf der Cimt 2021. Sie öffnete vom 12. bis 17. April 2021 in Peking ihre Pforten. Auf dem größten Absatzmarkt der deutschen Industrie präsentierten 150 Unternehmen aus den Bereichen Werkzeugmaschinen, Zerspanungswerkzeuge, Spanntechnik, Messtechnik, Werkzeug- und Formenbau sowie NC-Steuerungen und Software. Sie belegten eine Brutto-Ausstellungsfläche von 7.500 Quadratmetern.
„Aufgrund bestehender Reisebeschränkungen durch die Corona-Pandemie waren die deutschen Hersteller hauptsächlich über ihre chinesischen Tochtergesellschaften vertreten”, erklärte Dr. Wilfried Schäfer, Geschäftsführer des VDW, Frankfurt am Main. Das gilt auch für den VDW, der seit vielen Jahren einen deutschen Gemeinschaftsstand auf der Cimt beim Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie beantragt und betreut. In diesem Jahr wurde der Verband durch Shane Sun, den Repräsentanten des VDW in China, vertreten.
Die deutschen Exporte sind in den vergangenen zwei Jahren um fast 45 Prozent von 2,3 auf 1,3 Milliarden Euro geschrumpft. Geliefert wurden vor allem Bearbeitungszentren, Schleifmaschinen, Teile und Zubehör sowie Drehbänke. Die chinesischen Importe sind nicht ganz so stark betroffen. Sie gingen 2020 um 28 Prozent zurück. Der Schwerpunkt der Lieferungen lag bei Teilen und Zubehör.
Für das laufende Jahr stehen die Zeichen wieder auf Wachstum. Die Aufträge aus China haben sich im vergangenen Jahr stabilisiert und sind im vierten Quartal sogar zweistellig gestiegen, um 17 Prozent.

Die Studien stehen zum kostenlosen Download auf der Webseite des KI-Fortschrittszentrums zur Verfügung unter: www.ki-fortschrittszentrum.de/studien. Foto: Fraunhofer IPA

Studienreihe zur KI veröffentlicht

Mit einer Reihe von zehn Studien zeigt das Fraunhofer KI-Fortschrittszentrum die Nutzenpotenziale von KI-Anwendungen für unterschiedliche Bereiche der industriellen Produktion und Dienstleistung auf. Als Teil des Cyber-Valley-Forschungskonsortiums unterstützen die interdisziplinären Forschungsteams der Fraunhofer-Institute IPA und IAO Unternehmen dabei, KI-basierte Applikationen und deren Kommerzialisierung voranzutreiben.
Im Fokus stehen die Bereiche Wissensarbeit, Bauwirtschaft, Produktion und Kundenservice.
Die Studienreihe umfasst folgende Publikationen und Themenschwerpunkte:
- cloudbasierte KI-Plattformen
Chancen und Grenzen von Diensten für „Machine-Learning-as-a-Service“,
- menschzentrierte KI-Anwendungen in der Produktion
Praxiserfahrungen und Leitfaden zu betrieblichen Einführungsstrategien,
- zuverlässige KI
KI in sicherheitskritischen industriellen Anwendungen einsetzen,
- KI in der Bauwirtschaft
Einsatzmöglichkeiten für Planung, Realisierung und Betrieb von Bauwerken,
- erklärbare KI in der Praxis
Anwendungsorientierte Evaluation von xAI-Verfahren,
- KI im Kundendatenmanagement
Einblicke in Anwendungsmöglichkeiten,
- KI zur Verhinderung von Identitätsbetrug
Von der Kundenidentifikation zur Prävention von Verbraucherbetrug,
- Kundenservice empathisch gestalten
Mit intelligenten Systemen zu einer nutzerzentrierten Kundeninteraktion,
- feinfühlige Technik
Praxiseinsatz von Neuroergonomie und Brain-Computer-Interfaces,
- KI für die Wissensarbeit
Algorithmen, Modelle und Technologien zur Unterstützung von Wissensarbeit.
„Wir verfolgen das Ziel, mit und für Unternehmen KI-Anwendungen zu entwickeln, denen die Menschen vertrauen und die sie akzeptieren. Nur wenn Menschen mit neuen Technologien intuitiv interagieren und vertrauensvoll zusammenarbeiten, kann ihr Potenzial optimal ausgeschöpft werden“, betont Dr. Matthias Peissner, Leiter des KI-Fortschrittszentrum am Fraunhofer IAO.