(Februar 2022) Die Open Mind Technologies hat 51 Prozent der Firma Hummingbird Systems übernommen, das Frauhofer IPT will mit Quantencomputing zum vollständigen digitalen Zwilling für die Produktion kommen, die zweite Ausgabe der Cast-Forge, Fachmesse für Guss- und Schmiedeteile, kann auf die Unterstützung internationaler Verbände zählen, Sandvik Coromant stärkt die Qualifikation von Ingenieurinnen und Ingenieuren und die Firma Limtronik hat ihre Laserbeschriftung aufgerüstet.
Durchgängige Fertigungsprozesse
Die Open Mind Technologies und die Firma Hummingbird Systems kooperieren seit dem Jahr 2020. Nun hat der Hersteller der CAD/CAM-Suite Hyper-MILL 51 Prozent des MES-Herstellers übernommen. Open Mind stärkt damit sein Angebot für vernetzte, digitalisierte Fertigungsprozesse. Im Rahmen der bisherigen Zusammenarbeit wurde bereits die Integration des CAD/CAM-Systems in das Manufacturing Execution System realisiert. Mit der Beteiligung ermöglicht Open Mind Anwendern, Prozesse fertigungsweit besser zu vernetzen, zu steuern, zu automatisieren und zu optimieren. Das Hummingbird MES-System bleibt weiterhin offen für die Integration anderer CAM-Systeme.„Transparenz und ein durchgängiger Prozess- und Informationsfluss sind die wesentlichen Faktoren für eine zukunftsweisende Produktion. Wir erwarten eine steigende Nachfrage, weil die Anforderungen weiter zunehmen werden und viele Unternehmen noch kein MES-System implementiert haben“, erklärt Volker Nesenhöner, CEO bei Open Mind Technologies. „Hummingbird passt hervorragend zu uns, da es speziell für den Werkzeug- und Formen- sowie Maschinenbau entwickelt wurde. Wir sind von der Hummingbird-Technologie überzeugt. Das Unternehmen verfolgt dieselben innovativen Ideen wie wir mit unseren Produkten. Mit der MES-Lösung können wir unser Produktportfolio erweitern und gleichzeitig einen entscheidenden Schritt weitergehen, indem wir den gesamten Prozess mitgestalten. Mit der Integration einer der führenden CAM-Lösungen in ein agiles MES-System machen wir Anwender fit für die Zukunft.“
Digitaler Zwilling

Der digitale Zwilling ist eine Schlüsseltechnologie, um Produktionsprozesse und Bauteile zu optimieren und die Wirtschaftlichkeit der Fertigung zu erhöhen. Bei der Erzeugung eines vollständigen digitalen Zwillings kommen komplexe und rechenintensive Simulationsmodelle zum Einsatz, was den Einsatz in der industriellen Praxis sehr erschwert. Mit dem Forschungsprojekt „QUASIM“ verfolgen das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen und ihre Konsortialpartner das Ziel, Fertigungssimulationen mithilfe unterschiedlicher Algorithmen und Technologien des recheneffizienten Quantencomputings zu beschleunigen und dadurch Hürden für den industriellen Einsatz abzubauen.
Die Hochleistungszerspanung ist eine wichtige Technologie zur Produktion von High-Tech-Komponenten in Industrien wie Triebwerksbau, Halbleiterindustrie und Medizintechnik. Trotz der hohen Effizienz moderner Zerspanungsprozesse betragen die Produktkosten, je nach Bauteil, oftmals mehrere tausend bis hunderttausend Euro. Ein erheblicher Anteil dieser Kosten entsteht bei zeit- und kostenintensiven Produktionsanläufen sowie durch Qualitätsmängel und Ausschuss innerhalb der laufenden Produktion. Die Prozessauslegung, -optimierung und -überwachung auf Basis eines digitalen Zwillings gewinnt deshalb zunehmend an Bedeutung. Digitale Zwillinge sind virtuelle, datenbasierte Repräsentationen der Bauteile sowie der Fertigungsumgebung. Die Erstellung eines vollständigen digitalen Zwillings erfordert den Einsatz anspruchsvoller numerischer Simulationsmodelle und Algorithmen des Machine Learning.Das Forschungsprojekt „QUASIM – Quantum Computing Enhanced Service Ecosystem for Simulation in Manufacturing“ verbindet erstmals Quantencomputing (QC) und die metallverarbeitende Industrie: Ziel der Projektpartner ist die Entwicklung und Erprobung von Lösungen des Quantencomputings in der Fertigung, etwa für Zerspanprozesse. Sie möchten herausfinden, inwiefern eine QC-Unterstützung die Erstellung eines digitalen Zwillings in der Zerspanung beschleunigen und damit die Ergebnisqualität verbessern kann.
Das Fraunhofer IPT hat sich zum Thema „Digitaler Zwilling“« eine weitreichende Expertise erarbeitet, die sich auch in „dPart“ wiederfindet, ein am Fraunhofer IPT entwickeltes Rahmenwerk für den digitalen Zwilling in der Zerspanung. Das Rahmenwerk wird im Zuge zahlreicher Forschungs- und Entwicklungsprojekte stetig erweitert und wird auch im Projekt „QUASIM“ zum Einsatz kommen. Zur Erstellung der digitalen Zwillinge kommen unter anderem komplexe Modelle und Algorithmen aus der Numerik und dem maschinellen Lernenden zum Einsatz, mit denen sich beispielsweise Kräfte und Prozessschwingungen dynamisch simulieren und visualisieren lassen. Die Laufzeit des Projekts umfasst 36 Monate.
Internationale Unterstützung

Die zweite Ausgabe der Cast-Forge rückt immer näher: Vom 21. bis zum 23. Juni findet die Fachmesse für Guss- und Schmiedeteile mit Bearbeitung auf dem Stuttgarter Messegelände statt. Dabei kann die Cast-Forge auf die Unterstützung internationaler Verbände zählen, aus Italien, Spanien, Tschechien und der Türkei kamen bereits Zusagen für eine Teilnahme an der Messe.Mit dieser noch jungen Veranstaltung bietet die Messe Stuttgart eine zentrale Plattform, um bei nationalen und internationalen Anbietern von Guss- und Schmiedeteilen sowie spezialisierten Bearbeitern einen umfassenden Marktüberblick zu erhalten. Das Messekonzept mit einem klaren Fokus auf die Wertschöpfungskette vom Guss- oder Schmiederohling über die maschinelle Bearbeitung bis hin zum finalen Bauteil überzeugte bei der Premiere 2018 nicht nur Fachbesucherinnen und Fachbesuchern und Ausstellenden, sondern auch zahlreiche Verbände aus dem In- und Ausland.
Gunnar Mey, Direktor Messen & Events bei der Messe Stuttgart, freut sich über die positive, internationale Resonanz der Branche auf die gelungene Erstveranstaltung. Das macht sich auch in den Anmeldungen bemerkbar: die Cast-Forge erwartet in diesem Jahr rund 280 Ausstellende, der internationale Anteil liegt derzeit bei rund sechzig Prozent. Auch die Unterstützung durch die beiden führenden deutschen Verbände, den Bundesverband der Deutschen Gießerei-Industrie (BDG) und den Industrieverband Massivumformung, gab den Veranstaltern Rückenwind bei der Messevorbereitung und bietet den Fachbesuchern ein deutlich erweitertes Kongress- und Vortragsprogramm zur Cast-Forge 2022.
Spezielle Schulungen

Die Fertigung ist stärker vom Fachkräftemangel betroffen als jede andere Branche. Untersuchungen der britischen Personalberatung Search Consultancy haben ergeben, dass in 85 Prozent der Unternehmen qualifizierte Arbeitskräfte fehlen. Einrichtungen wie die Sandvik Coromant Center wollen hier Abhilfe schaffen und bieten spezialisierte Schulungen für Ingenieurinnen und Ingenieure weltweit an. Die Corona-Pandemie hat jedoch viele Ausbildungsaktivitäten ausgebremst, sodass die Industrie nun gezwungen ist, den Rückstand aufzuholen. Daniel Strandell, Global Manager der Sandvik Coromant Center, erläutert, wie Sandvik Coromant dazu beitragen kann, Mitarbeiter fortzubilden.
Sandvik Coromant war das erste Unternehmen in der Zerspanungsindustrie, das Application Center gegründet hat. Heute verfügt der Weltmarktführer für Werkzeuge und Zerspanungslösungen über ein globales Netz von Sandvik Coromant Centern in Europa, Amerika und Asien. Hier werden Kunden in den Kernkompetenzen der Metallbearbeitung geschult sowie die neuesten Produkte und modernsten Bearbeitungstechnologien vorgestellt – anhand von Vorträgen, Präsentationen und Demovorführungen auf realen Maschinen und in realer Fertigungsumgebung. Während der Pandemie haben die Covid-19-Beschränkungen jedoch dazu geführt, dass viele der Sandvik Coromant Center ihre Tore für die Öffentlichkeit schließen mussten – mit der Folge, dass Ingenieurinnen und Ingenieure in der Branche mehr als 18 Monate nicht an wichtigen Schulungen und Weiterbildungen teilnehmen konnten. Geschlossen wurde die Qualifikationslücke unter anderem mit virtuellen Schulungen. Zu den virtuellen Veranstaltungen gehörte zum Beispiel eine Reihe von monatlichen Schulungen zum Thema Vollhartmetallwerkzeuge, die im Januar 2021 begonnen hat. Insgesamt decken die Online-Schulungen viele wichtige Bereiche der Metallzerspanung ab: vom Bohren und Fräsen bis hin zu spezifischen Themen wie die Bearbeitung von Verbundwerkstoffen sowie von Aluminium für Automobilkomponenten. Auch diese Schulungen dienen dem Ziel, den Mitarbeitenden von Unternehmen ohne interne Schulungskapazitäten grundlegendes Anwendungs-Know-how zu vermitteln.Online-Schulungen sind als Überbrückung sinnvoll, doch in Einrichtungen wie den Sandvik Coromant Centern können die Besucher in eine reale Produktionsumgebung eintauchen und eine hochwertige Ausbildungsmethode erleben. Wenn man betrachtet, wie sich die letzten 18 Monate auf die Qualifikation von Ingenieurinnen und Ingenieuren ausgewirkt haben, wird klar, dass die Qualifikationslücke deutlich größer geworden ist. Mit Blick auf die Zukunft kann man erkennen, dass eine Mischung aus virtuellen und persönlichen Vor-Ort-Training der Schlüssel zur Qualifikation von angehenden sowie etablierten Ingenieurinnen und Ingenieuren ist.
Effizientere Laserbeschriftung

Die Firma Limtronik hat die Laserbeschriftung in ihrer Elektronikfabrik auf ein neues Level gehoben. Der EMS-Dienstleister hat dazu den Maschinenpark um den YJ LINK Lasermarker, der von der Firma Smart-Rep vertrieben wird, aufgerüstet. Mit der neuen auf Geschwindigkeit, Performance und Traceability ausgelegten Laserbeschriftungsanlage können Leiterplatten schnell und nachhaltig gekennzeichnet und rückverfolgbar gemacht werden.Die im Hause Limtronik jüngst installierte Laserbeschriftungsanlage ist auf hohe Performance und exakte Positionierung für die Kennzeichnung von Leiterplatten ausgelegt. Dies wird durch ein integriertes Fiducial-Kamerasystem erreicht. Mit der Ghost-Marking-Funktion kann der Code – für eine präzise Platzierung der Markierung – vorab auf die Leiterplatte projiziert werden. Ein Domino−Absaugsystem mit Vorfilter und HEPA−Filter sorgt für saubere Beschriftungsprozesse. Die Lösung verfügt über ein gesondertes Filtersystem, das keinen Anschluss durch Drittanbieter benötigt.
„Wir versprechen uns von dem neuen Lasermarker zum einen höheren Durchsatz. Die Lösung, die wir zuvor im Einsatz hatten, wies hohe Ausfallquoten auf. Außerdem erwarten wir eine deutliche Performance-Verbesserung. Die integrierte High-Speed-Wendestation ermöglicht eine beidseitige Beschriftung in nur einem Prozessschritt. Zudem erreichen wir ein besseres Schriftbild und haben – anders als bei der Vorgänger-Lösung – keine Verzerrung durch Spiegel. Ein weiterer Vorteil ist der Wegfall der potenziell gefährlichen Selen-Optik, die beim Vorgänger vorhanden war“, erklärt Raphael Maeder, zuständig für Produktionstechnik Löt-/Inspektionstechnik bei der Limtronik.