(März 2021) Samuel Bender erhielt kürzlich den VDMA-Nachwuchspreis für seine Bachelorarbeit zu intelligenten Bohrmaschinen, die Hans Weber Maschinenfabrik und Reichenbacher Hamuel haben eine umfangreiche Partnerschaft im Bereich additive Fertigung vereinbart, beim „International Open Lab Day“ wird gezeigt, wie künstliche Intelligenz die Produktionsarbeit der Zukunft verbessert, die Branchenplattform Intec/Z connect 2021 überzeugt mit dem digitalem Format und vom 17. bis 20. Mai 2022 findet erstmals in Stuttgart die Grinding-Hub statt.
Intelligente Bohrprozesse
Im europäischen Flugzeugbau werden rund 150 Millionen Nieten pro Jahr gesetzt – zwei Drittel davon verarbeiten Mitarbeiter*innen mit leichten Maschinen. Dass hier nichts schiefgehen darf, liegt auf der Hand. Entsprechend aufwändig und teuer ist die Qualitätskontrolle. Hier setzt die Arbeit von Samuel Bender vom Institut für Produktionsmanagement und -technik (IPMT) der TU Hamburg an, der ein Verfahren entwickelt hat, mit dem die Überprüfung von Nietbohrungen weiter automatisiert wird – mithilfe von Künstlicher Intelligenz. „Wenn dem Bedienpersonal vor oder während des Bohrprozesses angezeigt wird, dass ein Fehler erkannt wurde oder dass Werte außerhalb der Erwartung liegen, kann es den Prozess abbrechen oder im Anschluss direkt eine Kontrolle durchführen“, erläutert Prof Wolfgang Hintze von der WGP (Wissenschaftlichen Gesellschaft für Produktionstechnik) und Leiter Produktionstechnik des IPMT Hamburg. „Das Verfahren kann nicht nur den Flugzeugbau verändern, sondern auch andere Branchen, wie Automotive oder Schiffbau, in denen Bauteile mithilfe von Niet- oder Schraubverbindungen zusammengesetzt werden, und für die Bohrungen einzubringen sind.“ Für seine Bachelorarbeit zu intelligenten Bohrmaschinen erhielt Bender den ersten Platz des VDMA-Nachwuchspreises „Digitalisierung im Maschinenbau“ für praxistaugliche Lösungen.

Weitreichende Partnerschaft
Die Hans Weber Maschinenfabrik und Reichenbacher Hamuel haben eine umfangreiche Partnerschaft im Bereich additive Fertigung vereinbart. Im ersten Schritt bringen die beiden fränkischen Technologieunternehmen 3D-Druck und Fräsen in einer Anlage zusammen.
Die additive Fertigung prägt die Zukunft der produzierenden Industrie wie kaum eine andere Technologie. Auf Basis von digitalen 3D-Konstruktionsdaten lassen sich im Direkt-Extrusions-Verfahren selbst komplexe und großvolumige Bauteile im industriellen Bereich mit geringem Materialeinsatz und auch in kleinen Losgrößen schnell und kostengünstig herstellen. Wenn dazu perfekte Oberflächen und exakte Messtoleranzen gefragt sind - wie beispielsweise im Schachtbereich oder beim Prototypenbau in der Automobilindustrie - dann kommt zusätzlich noch das CNC-Fräsen zum Einsatz. Bisher waren dazu mehrere Anlagen notwendig.
Die Hans Weber Maschinenfabrik mit Sitz in Kronach und die Firma Reichenbacher Hamuel mit Sitz in Dörfles-Esbach haben eine Anlage entwickelt, die beides kann: Additive Fertigung und Fräsen. Das Projekt bildet den Auftakt einer weitreichenden Partnerschaft der beiden fränkischen Technologieunternehmen. Im Rahmen des Weber-Online-Events „Think bigger - print faster“ stellten sie ihre Kooperation sowie das gemeinsame Projekt erstmals dem Fachpublikum vor.

Künstliche Intelligenz
In der Produktionsarbeit der Zukunft unterstützen autonome Systeme den Menschen durch datenbasierte Analysen und intelligente Lösungsmuster bei wertschöpfenden Tätigkeiten. Welchen Nutzen Künstliche Intelligenz (KI) dabei stiftet, zeigen Expertinnen und Experten der beiden Stuttgarter Fraunhofer-Institute IPA und IAO ihren Gästen beim „International Open Lab Day“ am 16. April 2021.
KI könnte in Zukunft Optimierungspotenziale erkennen, Monteuren die Arbeit erleichtern oder Personaleinsatzpläne aufstellen: Das sind nur ein paar wenige Beispiele, wie KI dazu beitragen kann, die Produktion resilienter und flexibler zu gestalten. Der Mensch wird dadurch aber nicht zum Gehilfen der Algorithmen, sondern bleibt Dirigent der Prozesse, arbeitet effizient in einer adaptiven Umgebung und muss nicht mehr so viele Kontrollaufgaben übernehmen. „Digitale Technologien helfen, die Produktionsarbeit menschzentrierter zu gestalten. Im Future Work Lab zeigen wir die Potenziale von kognitiven Assistenzsystemen und partizipativen Umsetzungsmethoden für den Einsatz in betrieblichen Produktionssystemen“, sagt Simon Schumacher, Projektleiter des Future Work Lab am Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA.
Zusammen mit seinen Kolleginnen und Kollegen vom Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO hat der Wissenschaftler im Future Work Lab über fünfzig Demonstratoren aufgebaut, die das gesamte Spektrum der zukünftigen industriellen Arbeitsumgebungen abdecken. Am 16. April 2021 laden die beiden Institute ab 9 Uhr zum virtuell stattfindenden International Open Lab Day. Dabei führt das Forschungsteam seine Gäste live durch die Ausstellung und zeigt insbesondere eine Auswahl neuer KI-Demonstratoren.

Digitale Branchenplattform
Das Leipziger Messeduo Intec und Z fand aufgrund der anhaltenden Pandemielage dieses Jahr als rein virtuelle Veranstaltung statt – traf vom 2. bis 3. März auf großes Interesse aus der Metallbearbeitungs- und Zulieferindustrie. Mit über 2.000 registrierten Teilnehmern konnte das digitale Event dem Wunsch der Branche nach Austausch in diesen herausfordernden Zeiten gerecht werden.
Die Teilnehmer nutzten die Intec/Z connect 2021, um sich über neue Entwicklungen aus der Metallbearbeitungs- und Zulieferindustrie zu informieren und ihr Netzwerk zu erweitern. Eine durchschnittliche Verweildauer im Event von über vier Stunden pro Teilnehmer macht deutlich, dass die digitale Plattform den Nerv der Branche getroffen hat.
„Die Intec/Z connect 2021 war ein voller Erfolg. Das große Interesse aus der Branche und die sehr gute Teilnehmerzahl bestätigen, dass unser zweitägiges digitales Event in diesen Zeiten genau das richtige Veranstaltungsformat war“, sagt Markus Geisenberger, Geschäftsführer der Leipziger Messe. „In kurzer Zeit haben wir eine virtuelle Plattform aufgebaut, mit der wir die Teilnehmer überzeugen konnten. Das verdeutlicht: Wir können digital und sind für die Zukunft auf Anforderungen im virtuellen Bereich sehr gut vorbereitet. Dreh- und Angelpunkt werden aber die Messen in Präsenz bleiben. Dies haben uns auch unsere Kunden widergespiegelt.“
Die nächste reguläre Ausgabe des Messeverbunds findet vom 7. bis 10. März 2023 statt – dann wieder als Präsenzveranstaltung auf der Leipziger Messe.

Neue Leitmesse
Vom 17. bis 20. Mai 2022 findet erstmals in Stuttgart die Grinding-Hub statt. Sie ist die neue Leitmesse und das neue Zentrum für die Schleiftechnik. Ausgerichtet wird sie, künftig in einem Zweijahres-Turnus, vom VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken), Frankfurt am Main, in Kooperation mit der Messe Stuttgart und in ideeller Trägerschaft des Industriesektors „Werkzeugmaschinen und Fertigungstechnik“ von Swissmem (Verband der Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie). „Wir freuen uns sehr über den Aufschlag dieses Dreierteams“, sagt Stephan Nell, Geschäftsführer beim großen Schweizer Schleifmaschinenhersteller United Grinding Group in Bern. „Die Branche ist auf Wachstumskurs und benötigt ein internationales Messeschaufenster, das ihre Kompetenz und ihre technische Innovationskraft angemessen präsentiert. Das vorgestellte Messekonzept für die Grinding-Hub hat mich direkt überzeugt“, bekräftigt er.
Die neue Fachmesse für die Schleiftechnik punktet damit, dass sie international ausgerichtet ist und in Stuttgart an einem zentralen, aus aller Welt hervorragend erreichbaren Messestandort mit viel Potenzial stattfinden wird.
Das Angebot der GrindingHub konzentriert sich auf die Bereiche Technologie/Prozesse, Produktivität, Automatisierung und Digitalisierung in der Schleiftechnik. Darüber hinaus ist geplant, spezielle Lösungen/Solutions in Sonderausstellungen zu präsentieren
Zum Konzept gehört die Integration einer digitalen Säule in die Veranstaltung und die Ergänzung durch eine Webkonferenz in den ungeraden Jahren.
Alle Partner sind überzeugt, mit der Grinding-Hub eine Messe an den Start zu bringen, die auch für künftige Herausforderungen der Branche gerüstet ist. 23 Marktführer der Schleiftechnikindustrie haben im ersten Treffen zur Vorstellung der neuen Veranstaltung ihre Teilnahme zugesagt.